Georg Christoph Wilhelm Hattstädt (* 29. August 1811 in Langenzenn, Königreich Bayern; † 22. März 1884 in Monroe, Michigan) war ein deutschamerikanischer lutherischer Geistlicher. Er gehörte 1847 zu den Gründungsmitgliedern der Missouri-Synode und gründete eine Vielzahl lutherischer Gemeinden in Michigan.

Biographie Hattstädt, der Sohn eines Arztes, hatte nach dem frühen Tod beider Eltern erwogen, Bronzegießer zu werden, wandte sich dann aber Amerika zu. Vom Wunsch getragen, ein kirchliches Amt zu übernehmen, erhielt er bei Pfarrern in Fürth vorbereitenden Unterricht, bevor er in die Dresdner Missionsschule eintrat. Nachdem der dort das theologische Examen abgelegt hatte, ging er zu Wilhelm Löhe, der ihn als Reaktion auf Friedrich Wynekens Die Noth der deutschen Lutheraner in Nordamerika in die Vereinigten Staaten entsandte.

mini|Die Johanniskirche in Adrian wurde 1847 von Hattstädt gegründet. Er traf am 29. Juli 1844 im Hafen von New York City ein und reiste zuerst nach Columbus in Ohio. Von Johann Friedrich Winkler, der Professor am dortigen Seminar war, wurde er sogleich weiter nach Monroe in Michigan geschickt, wo er am 8. Oktober desselben Jahres von Friedrich Schmid und George Cronenwett ordiniert wurde und sich deren Michigan-Synode anschloss. Hattstädt übernahm die deutsche lutherische Gemeinde der Dreieinigkeitskirche in Monroe und organisierte noch 1844 zwei weitere im Umland. Später weitete er seinen Wirkungskreis aus und gründete noch weitere Gemeinden in Michigan, besonders im Tal des Saginaw River. Eine dieser Gemeinden war 1847 die Johanniskirche in Adrian, eine andere 1849 die Dreieinigkeitskirche in Hillsdale. Bereits im Juni 1846 trat Hattstädt, wie auch viele andere Pastoren in Michigan, aus der dortigen Synode aus, da sie in diesen ein zu lockeres Bekenntnis zum Luthertum ausmachten. Zuvor war ein Pastor der Basler Mission aufgenommen worden, der sich nicht auf die lutherischen Bekenntnisschriften verpflichten lassen wollte.

Indes waren die Gespräche mit den Sachsen in Missouri erfolgreich verlaufen und nach einigen weiteren theologischen Gesprächen, an denen auch Hattstädt Teil hatte, war er 1847 unter den Gründungsmitgliedern der Missouri-Synode, auch wenn er in absentia aufgenommen werden musste. Er war einige Jahre lang Kassierer der Synode. Hattstädt verblieb sein Leben lang auf der Pfarrstelle der Kirche in Monroe, bis 1863 betreute er aber noch weitere Gemeinden im Umland.

Hattstädt heiratete 1845 Anna Maria Schmid, die Schwester von Friedrich Schmid. Mit ihr hatte er sieben Kinder, darunter den Pfarrer Friedrich Wilhelm Hermann Hattstädt, der bereits 1874 am Gelbfieber verstarb. Nach dem Tod seiner ersten Frau 1861 heiratete Hattstädt im selben Jahr die Witwe Louise Bähr, die zwei Kinder in die Ehe einbrachte und ihm noch einen Sohn, den späteren Theologieprofessor Otto Hattstädt, gebar. Hattstädt selbst starb 1884 nach längerem Herzleiden in Monroe und wurde auf dem Friedhof seiner Gemeinde beigesetzt.

Weblinks Georg Wilhelm Hattstädt in der Christian Cyclopedia

Einzelnachweise

Kategorie:Person (Monroe, Michigan) Kategorie:Evangelischer Missionar Kategorie:Geistlicher der Lutheran Church – Missouri Synod Kategorie:Geistlicher der Michigan-Synode (1840) Kategorie:Lutherischer Geistlicher (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Bayer Kategorie:Geboren 1811 Kategorie:Gestorben 1884 Kategorie:Mann