Benjamin Paaßen (* 1990 in Berlin) ist ein deutscher Informatiker. Er hat seit 2023 eine Juniorprofessur mit Tenure Track für Wissensrepräsentation und Maschinelles Lernen an der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld. Der Schwerpunkt der Forschung der Arbeitsgruppe liegt auf der Wechselwirkung von Künstlicher Intelligenz und Bildung, mit einem Fokus auf gesellschaftlicher Relevanz der Informatik und Diversität. KI-Systeme sollen autonomie- und lernfördernd gestaltet und eingesetzt werden.
Paaßens Perspektive liegt auf der Wechselwirkung von menschlichem Vorwissen und Methoden des Maschinellen Lernens. Konkrete Forschungsbereiche sind Wissensrepräsentation und Maschinelles Lernen, Maschinelles Lernen auf Strukturdaten, interpretierbares und erklärbares Maschinelles Lernen sowie Maschinelles Lernen für Bildung.
Werdegang Benjamin Paaßen studierte den Bachelor of Science Kognitive Informatik und den Master of Science Intelligente Systeme an der Universität Bielefeld. Nach dem Studium folgte eine Tätigkeit in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt namens „Learning Dynamic Feedback for Intelligent Tutoring Systems“ in der Forschungsgruppe Maschinelles Lernen von Barbara Hammer. Im Jahr 2019 promovierte Benjamin Paaßen im Fach Intelligente Systeme an der Universität Bielefeld, ebenfalls bei Barbara Hammer zum Thema Metric Learning for Structured Data.
Im Jahr 2020 absolvierte Paaßen einen Gastaufenthalt an der Universität Sydney in Australien bei Kalina Yacef und Irena Koprinska; die Finanzierung erfolgte über die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Projekt „Lernsysteme für Programmierung mit Hilfe tiefer rekursiver neuronaler Netze“. Danach erfolgt ein Wechsel an die Humboldt-Universität zu Berlin zu Niels Pinkwart. Dort schloss sich eine Tätigkeit als Postdoktorand am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz im „Educational Technology Lab“ an. Der Schwerpunkt der Forschung lag auf KI-gestützter Personalisierung in der beruflichen Bildung. Benjamin Paaßen übernahm für zwei Jahre auch die stellvertretende Leitung des Bildungslabors.
Im April 2023 wurde Paaßen auf eine Juniorprofessur für Wissensrepräsentation und Maschinelles Lernen an der Universität Bielefeld berufen.
Forschung Benjamin Paaßen leitet an der Universität Bielefeld verschiedene Forschungsprojekte gemeinsam mit teils interdisziplinären Partnern.
Im Netzwerk SAIL (Sustainable Life-Cycle of Intelligent Socio-Technical Systems), einer Kooperation der Universität Bielefeld, der Universität Paderborn, der Hochschule Bielefeld (HSBI) und der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL), die vom Ministerium für Kultur und Wissenschaften des Langes NRW gefördert wird, leitet Benjamin Paaßen Stand 2026 die Teilprojekte „Solidarity with Migrants/Women in German Political Debates: An Analysis via Large Language Models“ und „Explainable AI for Cognitive Support in Intelligent Tutoring Systems“ Zudem ist er leitendes Mitglied im Projekt KI-Akademie OWL des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
Seit 2026 ist Benjamin Paaßen Mitglied des Sonderforschungsbereichs Transregio 318 „Constructing Explainability“, wo er gemeinsam mit Ingrid Scharlau und Barbara Hammer ein Projekt zur Förderung gesunden Misstrauens beim Schreiben mit Large-Language-Model-basierten Chatbots leitet.
Mitgliedschaften und Auszeichnungen (Auswahl)
Seit September 2025 Junior-Fellow der Deutschen Gesellschaft für Informatik 2024 bis 2027 Mitglied im Jungen Kolleg der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste 2020 bis 2025 Fellow im Jungen Kolleg des Zentrums für interdisziplinäre Forschung 2020 1. Platz in der Education Challenge (Task 3) der NeurIPS mit Jessica McBroom 2020 Dissertationspreis der Universitätsgesellschaft Bielefeld 2011 bis 2015 Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes
Veröffentlichungen (Auswahl)
F Ilievski, B Hammer, F van Harmelen, B Paassen, S Saralajew, U Schmid, ... (2025). Aligning generalization between humans and machines. Nature Machine Intelligence 7 (9), S. 1378-–1389. A Kostikova, Z Wang, D Bajri, O Pütz, B Paaßen, S Eger (2025). LLLMs: A data-driven survey of evolving research on limitations of large Language models. ACM Computing Surveys. A Kostikova, B Paassen, D Beese, O Pütz, G Wiedemann, S Eger (2024). Fine-grained detection of solidarity for women and migrants in 155 years of German parliamentary debates. Proceedings of the 2024 Conference on Empirical Methods in Natural Language Processing, S. 5884–5907. A Deriyeva, J Dannath, B Paaßen (2025). SCRIPT: Implementing an Intelligent Tutoring System for Programming in a German University Context. In: C Stracke, S Sankaranarayanan, P Chen, E Blanchard (Eds.) Proceedings of the 26th International Conference on Artificial Intelligence in Education (AIED 2025) Practitioner’s Track, Palermo, Italy. B Paaßen, I Koprinska & K B Yacef (2022). Recursive tree grammar autoencoders. Machine Learning 111, S. 3393–3424. B Paaßen (2019). Metric learning for structured data (Doktorarbeit, Bielefeld). B Paaßen, T Morgenroth, M Stratemeyer (2017). What is a true gamer? The male gamer stereotype and the marginalization of women in video game culture. Sex Roles 76 (7), S: 421–435.
Weblinks
Eintrag von Benjamin Paaßen im Personenverzeichnis der Universität Bielefeld Projekte von Benjamin Paaßen in der Forschungsdatenbank der Universität Bielefeld Forschungsprojekte von Benjamin Paaßen bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (GEPRIS) Profil von Benjamin Paaßen bei Google Scholar Benjamin Paaßens ORCID
Benjamin Paaßens Arbeiten auf GitLab Benjamin Paaßen zur Unterstützung des Erstellens von Open Educational Resources mit KI bei Orca.nrw Autonomie und Algorithmen, Podcast von Christiane Attig und Benjamin Paaßen
Einzelnachweise
Kategorie:Informatiker Kategorie:Hochschullehrer (Universität Bielefeld) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1990 Kategorie:Nichtbinäre Person