Der Europäische Paulskirchenpreis für Demokratie ist eine seit 2026 vergebene europäische Auszeichnung, die Persönlichkeiten, Institutionen oder Initiativen ehrt, die sich in herausragender Weise für Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und den europäischen Wertekanon einsetzen. Die Preisverleihung findet in der Frankfurter Paulskirche statt, einem zentralen Erinnerungsort der deutschen und europäischen Demokratiegeschichte.
Geschichte Die Initiative zur Stiftung des Preises entstand Mitte der 2020er‑Jahre im Umfeld europäischer zivilgesellschaftlicher Organisationen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie kulturpolitischer Akteure. Ziel war es, angesichts zunehmender Bedrohungen demokratischer Institutionen ein sichtbares Zeichen für die Verteidigung freiheitlicher Grundwerte zu setzen.
Die erste Verleihung fand am 31. März 2026 in der Frankfurter Paulskirche statt.Pia Stenner: Europäischer Paulskirchenpreis. Ehrung für iranische Frauenrechtlerin Alinejad. Tagesschau.de. 31. März 2026, abgerufen am 1. April 2026.Ralf Euler: Paulskirchenpreis. Alinejad rechtfertigt Krieg gegen Mullah-Regime. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 31. März 2026, abgerufen am 1. April 2026.
Zielsetzung Der Preis verfolgt mehrere zentrale Anliegen: Würdigung herausragender Beiträge zur Stärkung demokratischer Kultur Förderung des europäischen Dialogs über Freiheit, Pluralismus und Menschenrechte Unterstützung zivilgesellschaftlicher Initiativen gegen autoritäre Tendenzen Stärkung der Paulskirche als europäischen Erinnerungs- und Debattenort
Der Europäische Paulskirchenpreis für Demokratie ist mit 50.000 Euro dotiert. Er wird alle zwei Jahre verliehen. Über die Preisträgerinnen oder Preisträger entscheidet ein Kuratorium auf der Basis der eingegangenen Vorschläge.
Das Kuratorium setzt sich derzeit aus folgenden Persönlichkeiten zusammen: Mike Josef Hilime Arslaner (Stadtverordnetenvorsteherin der Stadt Frankfurt am Main) Nargess Eskandari-Grünberg Ina Hartwig Julia Klöckner Astrid Wallmann Ulrike Ackermann Nicole Deitelhoff Sebastian Krumbiegel Düzen Tekkal Michael Wolffsohn Andreas Voßkuhle
Zudem waren Wilhelm Bender und Rüdiger von Rosen beratend tätig.
Vergabekriterien Die Auszeichnung wird an Personen oder Organisationen vergeben, die: sich nachhaltig für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte einsetzen, eine europäische oder internationale Wirkung entfalten, durch ihr Handeln Vorbildcharakter besitzen, unabhängig und integer agieren.
Die Jury setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern aus Kultur, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammen.
Preisverleihung Der Preis wird im zweijährigen Turnus in Frankfurt am Main verliehen, vorzugsweise in der Paulskirche. Die Zeremonie umfasst eine Laudatio, die Übergabe der Auszeichnung und eine Rede der jeweiligen Preisträgerin oder des Preisträgers.
Bei der ersten Verleihung am 31. März 2026 hielt die Präsidentin des Deutschen Bundestages, Julia Klöckner, die Laudatio.
Preisträgerinnen und Preisträger 2026: Masih Alinejad – für ihren langjährigen Einsatz für Frauenrechte, Menschenrechte und demokratische Reformen im Iran.
Bedeutung Der Europäische Paulskirchenpreis gilt als eine der wenigen dezidiert europäischen Auszeichnungen, die Demokratie nicht nur politisch, sondern auch kulturell und historisch verorten. Er soll die Paulskirche als Ort europäischer Demokratiegeschichte stärken und zugleich aktuelle Debatten über Freiheit, Menschenrechte und gesellschaftliche Verantwortung fördern.
Einzelnachweise
Kategorie:Auszeichnung (Frankfurt am Main) Kategorie:Demokratiepreis Kategorie:Menschenrechtspreis Kategorie:Frankfurt am Main Kategorie:Erstverleihung 2026