Die zunächst als Ne.120 und später als D.143 eingeordneten Diesellokomotiven der italienischen Staatseisenbahnen Ferrovie dello Stato (FS) wurden während des Zweiten Weltkrieges als Kriegslokomotiven für das United States Army Transportation Corps (USATC) gebaut und in mehreren europäischen Ländern eingesetzt. 49 Stück blieben nach Kriegsende in Italien und wurden von den FS übernommen. Die Lokomotiven waren nach Umbauten bis 2014 in Betrieb. Die Lokomotiven haben den Spitznamen Truman bzw. El Buda in Ableitung von dem Motorenhersteller, erhalten. Vier Lokomotiven, die D.143.3002, 3019, 3021 und 3045, sind erhalten geblieben.Ellis Barazzuol, Francesco Bloisi, Francesco Maria, Angelo Nascimbene und Paolo Visintini, 70 anni di manovre, in Tutto Treno, Nr. 287, 2014, Seiten 62–71, ISSN 1124-4232
Geschichte mini|links|Whitcomb 65-DE-14 als NS - Reihe 2000 Entstanden sind die Lokomotiven für Dienste des United States Army Transportation Corps (USATC) für Truppentransporte während des Zweiten Weltkriegs. Entwickelt wurden sie von Baldwin als 65-t-switchersThomas Estler, Loks der italienischen Staatsbahnen FS, Transpress Verlag Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-613-71598-1, Seite 56 Gebaut wurden sie von den Geo D. Whitcomb Company als Typ 65-DE-14 in größerer Stückzahl für die Dienste der US Army. Bekannt sind Einsätze in Großbritannien, den Niederlanden und Italien. Nach dem Krieg kamen die niederländischen Lokomotiven als Reihe 2000 zu den Nederlandse Spoorwegen (NS),Foto einer erhaltenen Truman bei den NS auf www.thedieselshop.us in Italien waren die 49 übernommenen Lokomotiven zunächst als Reihe FS Ne.120 eingesetzt.
Bei den Bahnverwaltungen zeigte sich bald, dass die ausgewählten Dieselmotoren vom Typ Buda-Lanova einen hohen Treibstoffverbrauch, eine geringe Zuverlässigkeit und einen hohen Lärmpegel aufwiesen. Schon 1947 wurden bei den Lokomotiven als Ersatz der Buda-Motoren zwei ähnliche von Fiat verwendet. Dadurch wurde die Zuverlässigkeit der Lokomotiven deutlich erhöht, außerdem kamen die Motoren nun aus lokaler Produktion.Foto der Ne.120 aus der Zeit von 1953 auf scalaenne.wordpress.com Die Farbgebung der Lokomotiven wurde mehrmals geändert. Sie wurden in militärgrauem Farbton ausgeliefert. Anschließend erhielten sie eine pflaumenfarbene Lackierung mit einem gelben Mittelstreifen. Ab 1955 wurden sie kastanienbraun umlackiert und erhielten schließlich ab 1963 ihre endgültige grüne Farbgebung.Aufzeichnung der Farbvarianten der Lokomotiven auf scalaenne.wordpress.com Eingesetzt wurden die Lokomotiven besonders im Rangierdienst in den Rangierbahnhöfen von Mailand, Turin oder Rom und für den Übergabedienst sowie dem Be- und Entladen von Fähren.
In den 1960er Jahren konnte auf die Lokomotiven noch nicht verzichtet werden, wobei die Lärmentwicklung der beiden Motoren von Nachteil war. Zwischen 1966 und 1974 wurden die Lokomotiven mit nur noch einem Zwölfzylinder-Viertakt-Dieselmotor mit einer Leistung von 420 kW umgerüstet, gleichzeitig wurde die elektrische Ausrüstung überarbeitet, statt der fehlenden zweiten Maschinenanlage erhielten die Loks im anderen Vorbau einen Ballast.Gegenüberstellung der Trumans in der Ursprungsausführung oben und der Rekonstruktionsausführung auf scalaenne.wordpress.comSchnittansicht der umgebauten Trumans auf scalaenne.wordpress.com Außerdem wurde von TIBB die Motorisolierung überarbeitet. In dieser Form erhielten die neuen Lokomotiven die Bezeichnungen FS D.143.3001 bis 3049. Eine Hochburg war das Lokomotivdepot in Mestre. In dieser Form blieben die Lokomotiven bis 2014 im Einsatz, z. B. auch im Personenzugdienst in Velletri, in der Provinz Latina und Terracina. Die letzten beiden Lokomotiven waren die D.143. 3007 und 3009, sie wurden von Mercitalia verwendet. Vier Lokomotiven sind erhalten geblieben. Die D.143.3002, 3019 und 3045 sind in verschiedenen Depots des Landes erhalten, die D.143.3021 ist in Palermo betriebsfähig vorhanden.
Konstruktive Details
Die Lokomotiven sind dieselelektrisch mit einem mittleren Führerstand und zwei Vorbauten, die die Dieselmotoren, Hilfsbetriebe und Ballast beinhalten. Als US-amerikanische Konstruktion wurden die Lokomotiven mit Zoll bemaßt.Maßeinheit der Whitcomb-Lokomotiven auf scalaenne.wordpress.com
Ursprünglich besaßen sie zwei dieselelektrische Ausrüstungen, bestehend aus je einem 6-Zylinder-Dieselmotor und einem elektrischen Gleichstromgenerator von Westinghouse, der Strom für die beiden im Drehgestell als Tatzlagermotoren ausgeführten Fahrmotoren lieferte. Beim Umbau ab 1966 wurde nur noch eine Maschinenanlage, bestehend aus dem 12-Zylinder-Viertakt-Dieselmotor OM SEV und einem modifizierten Gleichstromgenerator für die originalen Westinghouse-Fahrmotoren verwendet. Der Motor wurde in einer Lizenz von Saurer produziert. Durch den Umbau hat sich auch das Aussehen der Lokomotiven verändert; die vorher auf dem Fahrzeugdach sichtbaren Schalldämpfer sind verschwunden, der einzige vorhandene Schalldämpfer ist unter einer Verkleidung versteckt. Vorher waren die Scheinwerfer in der Pufferbohle integriert, nach dem Umbau waren sie als Einzelscheinwerfer darüber angeordnet, die Seitenfenster und einige seitliche Lüfterklappen wurden modifiziert. Auch wurde die Motorisolierung sowie die Steuer- und Elektrokreise und die Führerpulte der Lok überarbeitet, diese Arbeiten wurden von TIBB übernommen.
Siehe auch Liste der italienischen Lokomotiven und Triebwagen
Literatur Thomas Estler, Loks der italienischen Staatsbahnen FS, Transpress Verlag Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-613-71598-1
Weblinks
Internetseite der Whitcomb-Lokomotiven mit Erwähnung der USATC 65-DE-14 Internetseite über die USATC-Lokomotiven mit Erwähnung der USATC 65-DE-14 private Internetseite der USATC 65-DE-14 für die Niederlande Internetseite der USATC 65-DE-14 auf scalaenne.wordpress.com
Einzelnachweise
Ne.120 Kategorie:Dieselelektrische Lokomotive Kategorie:Schienenfahrzeug (Whitcomb Locomotive Works)