mini|hochkant|Wasserturm (2024) Der Wasserturm Altenmarkt ist ein stillgelegter Wasserturm im Stadtteil Altenmarkt und ein geschütztes Baudenkmal in der Stadt Osterhofen in Niederbayern. Der 1908 erbaute Turm ist eine weitum sichtbare Landmarke und gilt als ein Wahrzeichen der Stadt.
Lage und Beschreibung
Der Wasserturm Altenmarkt liegt westlich vom Ortskern von Altenmarkt auf der Anhöhe Oberfeld am Mühlweg 2.
Der Turm ist ein circa 40 m hoher Rundbau aus Eisenbeton mit auskragender, achteckiger Wasserstube und Zeltdach.
Im zweiten Stock wurde der Wasserspiegel reguliert. Dicke Rohre genau in der Gebäudemitte führten das Wasser aus der Zubringerleitung hinauf in zwei Kammern. Bis zum Fuß der Speichertanks führt eine Treppe mit 93 Stufen, von da an bis in den Dachstuhl eine Leiter mit 22 Sprossen. Der Wasserbehälter in einer Höhe von circa 20 m hatte ein Fassungsvermögen von 250 m³.
Der Wasserbehälter diente als Gegenbehälter zur Druckerhaltung und übernahm gleichzeitig eine Pufferfunktion.
Der Turm hat einen Anbau.
Zum Wasserturm gehört das Pumpenhaus, ein eingeschossiger und zweiteiliger Putzbau mit hohem Satteldach und Treppengiebel, auf der anderen Seite des Stadtwaldes mit der Adresse Am Stadtwald 5 ().
Geschichte
mini|Wasserturm bei der Erbauung 1908, noch ohne große Bäume des Stadtwalds
Während der Amtszeit von Ernest Piechler als Bürgermeister der Stadt Osterhofen mit wesentlichem Beitrag von dem Magistrat Wilhelm Scharrer wurde in den Jahren 1907/1908 eine moderne Wasserversorgung für Osterhofen und Altenmarkt realisiert. Neben der Versorgung mit Trink- und Nutzwasser wurden auch 50 Hydranten an die Wasserleitung angeschlossen und damit der Brandschutz erheblich verbessert.
Der Auftrag zum Bau wurde am 30. März 1908 unter der Bedingung, sämtliche Schlosser-, Schreiner-, Spengler-, Blitzableitersetzer-, Glaser- und Malerarbeiten an ortsansässige Geschäftsleute zu vergeben, für 29.789,55 Mark (entspricht inflationsbereinigt Euro) an die Firma A. Thormann & J. Stiefel aus Augsburg vergeben.
Am und im Gebäude wurde immer wieder bauliche und technische Erneuerungen vorgenommen, um den stetig steigenden Anforderungen an eine funktionierende und hygienisch einwandfreie Trinkwasserversorgung gerecht zu werden. Die einstige Aussicht Richtung Bayerischer Wald wurde durch das Wachstum der Bäume des unmittelbar angrenzenden Stadtwalds blockiert.
Da durch die hohen Ansprüche an Trinkwasser ein zu großes Wasserschutzgebiet notwendig gewesen war, das im Konflikt mit intensiver Landwirtschaft und Wohnbebauung stand, wurde 1994 die eigene Wassergewinnung der Stadt aufgegeben und auf die Fernwasserversorgung durch den Zweckverband Wasserversorgung Bayerischer Wald umgestiegen und von da an das Trinkwasser vom Übergabeschacht Altenmarkt bezogen, von wo aus es in den Wasserturm gefördert wurde.
2008 wurde der Turm saniert. Der Anbau, in dem sich früher eine Wohnung befand, wurde 2009 innen komplett renoviert und das Wasser-Museum eingerichtet, 2009 ein kleines „Wasser-Museum“ über die Wasserversorgung der Stadt mit vielen Exponaten eingerichtet und Führungen durch das Gebäude für Schulklassen, interessierte Vereine und Bürger angeboten.
Das Bauwerk wurde als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste aufgenommen.
Gemäß einer Bestandsanalyse von 2018 wäre für einen Weiterbetrieb eine Sanierung mit Anpassung an die baulichen und technischen Vorschriften mit geschätzten Kosten von 900.000 Euro nötig gewesen. Der Wasserbehälter konnte nur 250 Kubikmeter Wasser speichern, während der tägliche Wasserverbrauch des versorgten Gebiets zuletz bei täglich rund 1000 m³ war. Der Versorgungsdruck von 2,5 Bar war gering und wurde zu den Hauptnutzungszeiten frühmorgens und abends in Teilen von Altenmarkt, in oberen Stockwerken oder in der Gastronomie als problematisch empfunden.
Vom Wasserturm wurden über das südliche Teilnetz der Stadtwerke Osterhofen die Ortsteile Osterhofen, Altenmarkt und Ruckasing versorgt. 2022 verbanden die Stadtwerke das südliche mit dem ihrem nördlichen, über den Schacht Aicha versorgten, Teilnetz, indem sie die Verbundleitungen Niedermünchsdorf–Osterhofen und Mühlham–Ruckasing bauten, und erhöhten damit die Versorgungssicherheit und optimierten die Druckverhältnisse, indem sie einen Wasserdruck von 3 Bar gewährleisteten.
Im Zusammenhang damit wurde der Wassertum am 5. Juli 2023 stillgelegt, indem das Wasser von der Wasserversorgung Waldwasser direkt ins südliche Leitungsnetz eingespeist wird und das Rohr zum Wasserturm abgedreht wurde.
Der Wasserturm verlor damit seine Funktionen zur Wasserversorgung, blieb aber als herausragendes Gebäude Teil der Stadtsilhouette.
Ein Verkauf war zunächst nicht geplant. Da der Unterhaltung den öffentlichen Haushalt belastete,Christian Riedl: Altenmarkt: Die besondere Immobilie mit 93 Stufen. In: Abendschau – Der Süden. In: BR Fernsehen. Bayerischer Rundfunk, 26. März 2026, 17:30 Uhr (ardmediathek.de [abgerufen am 31. März 2026]). beschloss die Stadt Osterhofen 2025 den Verkauf des Wasserturms. Daraufhin wurde die Immobilie zum Kauf angeboten. Dabei wurden die Anzahl der Zimmer mit zehn und die Wohnfläche mit rund 500 Quadratmetern angegeben. Zusammen mit bis zu 1500 Quadratmeter Grund wurde dafür abhängig von der Grundstücksgröße als Startpreis ein Kaufpreis von 900.000 bis 1,2 Millionen Euro verlangt. Im April 2026 wurde der Preis trotz mehrerer Interessenten auf 500.000 Euro reduziert.
Weblinks
Einzelnachweise
Altenmarkt Osterhofen Kategorie:Baudenkmal in Osterhofen Kategorie:Bauwerk in Osterhofen Kategorie:Erbaut 1908 Kategorie:Rundturm