Aloisia Hoffmann (* 30. März 1898 in Linz; † 21. März 1949 in Amsterdam) war eine österreichische Gerechte unter den Völkern.
Leben Aloisa Hoffmann zog nach Amsterdam, wo sie ein Café namens „De Silveren Spiegel“ (Der Silberne Spiegel) eröffnete, das bei den deutschen Besatzungstruppen sehr beliebt war. Trotzdem versteckte Hoffmann eine jüdische Familie: Barend de Hond, seine Frau Duifje, ihren Sohn Abraham (Ab) und Barends Mutter Judith. Sie versteckten sich in ihrer Wohnung über dem Lokal. Um sich und seine Familie versorgen zu können, stahl Barend de Hond Lebensmittel aus den Lastwagen der Deutschen, die auf der Straße parkten, während sich die Fahrer im Café betranken. De Hond, der vor der Besatzung als Sprengmeister gearbeitet hatte, baute zudem im Dachgeschoss des Gebäudes falsche Wände ein und schuf so unauffindbare Verstecke. Schließlich gesellten sich weitere Juden zu den de Honds in ihr Versteck. Hoffmann kümmerte sich um alle. Einzig der Hausmeister des Gebäudes auf der gegenüberliegenden Straßenseite wusste von den versteckten Juden. Seine Tochter gab dem 9-jährigen Ab ab und zu Privatunterricht.
Eine versteckte Jüdin erkrankte und starb im Versteck, da keine medizinische Versorgung möglich war. Ein Begräbnis war keine Option, sodass nichts anderes übrig blieb, als ihren Leichnam heimlich wegzuschaffen und ihn auf der Straße liegen zu lassen. Die Sicherheitspolizei durchsuchte das Gebäude auf der Suche nach Juden insgesamt sechs Mal, allerdings erfolglos. Hoffmann betrank sich regelmäßig mit ihren Gästen, blieb aber stets entschlossen, die Juden weiterhin zu verstecken. Nach dem Krieg wurde die Geschichte der sechzehn im Café versteckten Juden bekannt. Zu Hoffmanns Ehren fand eine große Feier statt. Sie starb kurz nach dem Krieg. Das Café, das inzwischen unter neuer Leitung in ein luxuriöses Restaurant umgewandelt worden war, existiert bis heute. mini|Vorder- und Rückseite der Medaille Gerechter unter den Völkern.Die Inschrift ist ein Zitat aus dem Mischnatraktat Sanhedrin: „Wer immer ein Menschenleben rettet, hat damit gleichsam eine ganze Welt gerettet.“ Am 8. Februar 2016 ehrte die israelische Gedenkstätte Yad Vashem Aloisa Hoffmann posthum als „Gerechte unter den Völkern“.
Einzelnachweise
Kategorie:Gerechter unter den Völkern (Österreich) Kategorie:Österreichischer Emigrant in den Niederlanden Kategorie:Person (Amsterdam) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1898 Kategorie:Gestorben 1949 Kategorie:Frau