Radikale Töchter ist ein 2019 gegründetes Projekt politischer Aktionskunst, das Menschen durch Arbeitskreise zu demokratischer Teilhabe und eigenem politischen Handeln ermutigen will. Öffentlich stärker wahrgenommen wurde die Gruppe 2025 und 2026 durch die Petition „Wir sind die Töchter“ gegen die „Stadtbild“-Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz und durch den anschließenden Streit um die Einstellung der staatlichen Förderung des Projekts durch die Regierung Merz.
Geschichte Gegründet wurde Radikale Töchter von Cesy Leonard gemeinsam mit Katharina Haverich. Leonard hatte zuvor beim Zentrum für Politische Schönheit gearbeitet; der Anstoß zur Gründung lag darin, die mobilisierende Wirkung von Aktionskunst an weit mehr Menschen weiterzugeben. Der Name soll nach Leonard nicht ein Geschlecht bezeichnen, sondern den Anbruch einer neuen, nicht patriarchalen Zeit markieren. Thematische Schwerpunkte der Gruppe sind Antirassismus, Feminismus, Klimaschutz und demokratische Teilhabe in ländlichen Räumen.
Arbeitsweise In Arbeitskreisen an Schulen, Jugendzentren, Ausbildungsbetrieben und kulturellen Einrichtungen werden Beispiele internationaler Aktionskunst mit der Frage verbunden, was die Teilnehmenden konkret ändern wollen, woraus anschließend eigene politische Aktionen entwickelt werden. Die Methode setzt bewusst auf Niedrigschwelligkeit, Humor und das Erleben politischer Selbstwirksamkeit statt auf bloßen Wissenstransfer.
Öffentliche Debatten Am 21. Oktober 2025 demonstrierten in Berlin Tausende Menschen unter dem Motto „Wir sind die Töchter“ gegen Friedrich Merz’ „Stadtbild“-Äußerungen. Kurz darauf erreichte die Petition „Wir sind die Töchter“ nach Medienberichten innerhalb eines Tages rund 100.000 Unterschriften. Die Petition kritisierte Rassismus und forderte, Gewalt gegen Frauen und Femizide politisch ernster zu nehmen. Im März 2026 lehnte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt eine bereits positiv bewertete und vorläufig zugesagte Förderung für das Projekt „Mut-Muskel-Training“ ab und begründete dies mit eigenen Schwerpunkten seines Ministeriums in der laufenden Förderperiode. Gleichzeitig wurde öffentlich ein Zusammenhang mit Leonards Merz-Kritik diskutiert. Die Bundeszentrale für politische Bildung bewertete die Rücknahme der Förderung in einem internen Vermerk als rechtswidrig.
Weblinks radikaletoechter.de
Einzelnachweise
Kategorie:Gegründet 2019 Kategorie:Aktionskunst Kategorie:Friedrich Merz