Der Mühlenturm ist ein historisches Bauwerk in der Stadt Geldern, Nordrhein-Westfalen, und das letzte sichtbar erhaltene Überbleibsel der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Er steht am inneren Festungsgraben und diente ursprünglich als Geschützturm, später als Windmühle. Entsprechend handelt es sich um eine Wehrmühle. mini|Ansicht des Mühlenturms vom Süd- und Ostwall aus

Lage Der Turm steht am Rand der Altstadt, direkt auf der noch erkennbaren, wallartigen Struktur der historischen Festungsanlage aus dem 13. Jahrhundert. In der Nähe liegen Altstadtviertel, der Südwall als historische Achse und Kasematten unter dem Turm. Der Standort ist fußläufig vom Zentrum erreichbar und integriert in Touristenrouten mit Blick auf die Niersniederung.

Geschichte Die Festungsanlage Gelderns geht auf das 13. Jahrhundert zurück, als die Stadt durch eine ringförmige Mauer mit Türmen geschützt wurde. Der untere zylindrische Teil des Mühlenturms wurde um 1546 errichtet. Mit einem Durchmesser von 8,60 m und einer Mauerstärke von bis zu 2,65 m war er als Wacht- und Geschützturm konzipiert, um die Stadt gegen Artillerieangriffe zu verteidigen. Sein massiver Aufbau spiegelt die militärischen Anforderungen der Renaissance-Festungsbaukunst wider. mini|Die Burg Geldern Mit dem Ausbau der Festung durch Bastionen im 17. Jahrhundert verlor der Turm seine primäre Verteidigungsfunktion. Im Jahr 1643 wurde er um zwei konische Obergeschosse aufgestockt und zur Windmühle umfunktioniert. Sie betrieb bis etwa 1850 den Mahlbetrieb für Korn und Lohmaterial und markierte den Übergang von einer militärischen zu einer wirtschaftlichen Nutzung.

1764 sprengte die preußische Armee die meisten Festungsanlagen Gelderns im Rahmen der Rheinbundkriege; der Mühlenturm blieb jedoch erhalten. Im Zweiten Weltkrieg diente er zeitweise als Luftbeobachtungsposten. Ab 1920 wurde er als Jugendheim genutzt. Seit 1988 ist der Turm restauriert und als Aussichtsturm mit Infostelle zur Festungsgeschichte, Ausstellungsraum und einer 23 m hohen Plattform zugänglich. Der Turm beherbergt heute Ausstellungen zu Kasematten und Festungsgeschichte. Er ist Teil des lokalen Festungswegs und zieht Touristen an.

Bauwerk Im Ursprung entstand der Mühlenturm um 1546 als zylindrischer Geschützturm der Gelderner Stadtbefestigung. Der untere Teil, der etwa zwei Drittel der Gesamthöhe ausmacht, besteht aus massiven Ziegelmauern mit einem Durchmesser von 8,60 m und einer Stärke von bis zu 2,65 m, was ihn ideal für die Aufnahme von Artillerie machte. Er stand am inneren Festungsgraben, mit einem ursprünglichen Zugang etwa 12 m über dem heutigen Niveau, und war Teil der Renaissance-Festungsarchitektur zur Abwehr moderner Waffen. mini|Der Gelderner Mühlenturm von der altstadtabgewendeten Seite Heute präsentiert sich der Mühlenturm als dreiteilige Struktur: Der zylindrische Sockel trägt zwei konische Obergeschosse, die 1643 zur Windmühlenumnutzung aufgesetzt wurden, mit einer Gesamthöhe von rund 23 m. Flügel, Haube und originale Mühlanlage fehlen; stattdessen gibt es eine Galerie zur Wartung und eine Aussichtsplattform oben. Unter dem Turm liegen zugängliche Kasematten mit Schießscharten aus Backstein, die als Soldatenunterkünfte und Munitionslager dienten.

Das Innere ist weitgehend historisch erhalten, mit engen Aufgängen über vier Etagen, ergänzt durch eine schmale Wendeltreppe und Stahlbetondecken aus den 1950er Jahren. Die 23-m-Plattform bietet Panoramablicke auf Geldern, das Ruhrgebiet oder die Sonsbecker Schweiz. Als Baudenkmal (Nr. GE100018) dient er heute als Infostelle, Ausstellungsraum für Kunst und Geschichte sowie Aussichtsturm, wenngleich Sanierungspläne seit 2020 aufgrund von Budgetkürzungen stocken.

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Einzelnachweise

Kategorie:Bauwerk in Geldern