Louma – Familie ist kein Kinderspiel ist eine deutsche Tragikomödie des Regisseurs Mark Monheim, die auf dem Roman Louma von Christian Schnalke basiert, der auch das Drehbuch schrieb.

Handlung Als Lou bei einem Autounfall stirbt, hinterlässt sie vier Kinder von zwei Vätern. Die beiden Männer sind grundverschieden – sie verbindet nur, dass sie mit derselben Frau verheiratet waren. Und nun stellt sich die Frage, wer sich künftig um den Nachwuchs kümmern wird. Die zehnjährige Fritte und der achtjährige Nano sind die Kinder von Louma (wie die Kinder sie nennen) und ihrem neuen Partner Mo, einem chaotischen Musiker; die 16-jährige Toni und der 14-jährige Fabi stammen aus Lous erster Ehe mit Tristan. Diese zerbrach, weil Tristan kompromisslos seinen Traum von einer eigenen Café-Kette verfolgte. Erst nach dem Tod seiner Ex-Frau scheint er zu begreifen, dass Verantwortung mehr bedeutet als finanzielle Absicherung. Er beschließt, die beiden zu sich nehmen, aber Toni weigert sich mitzukommen. Da hat Fritte die rettende Idee: Damit die Geschwister nicht auseinandergerissen werden, müssen die ungleichen Väter zusammen unter ein Dach ziehen. Im Laufe des Films, der die Themen Tod, Trauer, Familie und erste Liebe behandelt, überwinden die beiden gegensätzlichen Männer mithilfe der Kinder ihre Konflikte und erkennen, dass keiner der beiden ohne den anderen klarkommt.

Produktion Die Dreharbeiten fanden im Sommer 2025 in Köln und Hürth statt. Hauptmotive waren die „gelbe Villa“ in Hürth, der neue Friedhof Kendenich und das Café Klar in Ehrenfeld.

Rezeption Der Fernsehkritiker Rainer Tittelbach schrieb, bemerkenswert sei „der feinsinnige, lange Atem der Geschichte: Erst nach und nach schält sich etwas mehr von der Vorgeschichte heraus“. Der Film lebe „von vielen kleinen Momenten und Zwischentönen“. Wirkungsvoll eingesetzt seien die subjektiven Rückblenden aus der Sicht der um ihre Liebe trauernden Männer, die dem Zuschauer Aufschlüsse über die Phasen beider Beziehungen geben. Das sei klug – weil man so als Zuschauer den Verlust besser begreifen könne. „Wichtig dabei ist auch, dass Louma nicht nur eine schöngefärbte Projektion ist, sondern Marie Nasemann sie in wenigen Szenen so verkörpert, dass man die Einzigartigkeit dieser Frau spürt und versteht, welche Lücke sie hinterlässt.“

Der Stern meinte, „Regisseur Mark Monheim nimmt die kleinen und großen Gefühle ernst und auch Pütter und Isik verstehen es, ihren Figuren Tiefe zu verleihen, ohne kitschig zu werden. Auch die Kinder spielen großartig, etwa Lola Höller als 16-jährige Toni oder Michel Koch in der Rolle des kleinen Nano“.

Auf Quotenmeter schrieb Fabian Riedner der Film „erzähle mit viel Feingefühl von Trauer, Überforderung und neuen Familienmodellen. Regisseur Mark Monheim inszeniert den Stoff als intensives Ensemble-Drama, das weniger einfache Antworten liefert als ehrliche emotionale Reibungspunkte – und genau darin seine Stärke findet.“

Tilmann P. Gangloff schrieb in der Stuttgarter Zeitung Louma sei „schon allein wegen der preiswürdigen Arbeit Monheims mit den vier Kindern und Jugendlichen“ sehenswert. „Neben der immer wieder verblüffenden Mischung aus berührenden und witzigen Momenten punktet aber vor allem die Komposition.“ Obwohl Drehbuchautor Christian Schnalke eine Episode an die andere reihe, wirke der Film nie episodisch.

Die Hörzu fand, die Übergänge zwischen Gegenwart und Vergangenheit seien so fein inszeniert, „dass man zunächst kaum bemerkt, wann eine Szene in die Erinnerung wechselt. So entsteht ein geschickter Rückblick-Effekt, der die Gegenwart nicht unterbricht, sondern vertieft und ihr zusätzliche Bedeutung verleiht.“

Literatur Paula Oferath: Liebe und Struktur. in: Abendzeitung München vom 25. März 2026: S. 31 Weblinks

Einzelnachweise

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