Szklary Górne (deutsch: Ober Gläsersdorf) ist ein Ort in der Landgemeinde Lubin im Powiat Lubiński der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.

Ortsteile von Szklary Górne sind Lubków, auch Lubiński Las genannt und Owczary.

Geografie Szklary Górne liegt sieben Kilometer km südöstlich von Polkowice und neun Kilometer nordwestlich von Lubin.

Geschichte mini|links|Teilansicht des Dorfes mit Kirche Peter und Paul mini|links|Zufahrt zum Schloss In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts befand sich im Bereich des heutigen Dorfes eine von einem Wassergraben umgebene Burg, die als Grenzschutz gegenüber Böhmen diente. 1331 wurden die Siedlung und die umliegenden Ländereien von Hans von Dohna erworben und vermutlich zugleich die Kirche erbaut. Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Rittergut von den Herren von Glaubitz erworben, denen Obergläsersdorf 100 Jahre als Teil des Guts gehörte. Im 17. Jahrhundert war der Grundbesitzer Andrzej Kłobuczyński, der zugleich Verwalter der Kirche war. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde anstelle der Burg ein Barockschloss errichtet und ein Landschafts- und Naturpark mit Elementen der Gartenarchitektur angelegt. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erwarb Graf d'Hantois de Bronne aus Lothringen den Ort. Da er keine direkten Nachkommen hatte, schenkte er den Besitz seinem Neffen, dem Grafen von Haussonville, bei dessen Familie es bis 1833 blieb.

Nach 1833 gehörte das Anwesen über 60 Jahre lang Fuhrmann-Karring. Im Jahr 1899 wurde das Anwesen von der germanisierten italienischen Familie Ballestrem di Castellengo erworben, der es bis zum Übergang an Polen 1945 behielt. Letzter Besitzer war Dr. Michael Wolfgang Friedrich Franz Ballestre. Während des TZweiten Weltkriegs befand sich in Ober Gläserdorf ein Kriegsgefangenenlager, in dem vor allem Polen, Franzosen und Italiener festgehalten wurden, die auf dem örtlichen Gut arbeiten mussten.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Ober Gläsersdorf mit dem größten Teil Schlesiens an Polen und wurde in Szklary Górne umbenannt. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht vorher geflohen war, weitgehend vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war.

Vermutlich ab 1949 gab es im Dorf ein Państwowe gospodarstwo rolne, in den 1960er und 1970er Jahren eine Besserungsanstalt des Justizministeriums. Bis in die 1980er Jahre verfügte das Dorf über den Bahnhof Szklary Górne, außerdem eine Bibliothek, ein Gesundheitszentrum, ein Gasthaus, und ein Forstamt. Den Bahnhof gibt es nicht mehr, an der Stelle der Eisenbahnlinie wurde ein Radweg gebaut.

Sehenswürdigkeiten Unter Denkmalschutz stehen: katholische Kirche mit dem Patrozinium Peter und Paul (Kościół pw. św. Piotra i Pawła), errichtet Anfang des 16. Jahrhunderts, restauriert 1820 und 1908-10. Im Inneren ein barocker Hauptaltar, eine gotische Muttergottes mit Kind, ein gotisches Taufbecken, eine manieristische Kanzel und an den Wände des Chors acht ganzfigurige Grabplatten aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Kirchfriedhof Das Schlossensemble bestehend aus dem Schloss, einem Barockbau von 1715-25, um 1900 wurden neobarocke Seitenflügel für Franz von Ballestrem angebaut. Im Westen gab es einen barocken Garten mit Zierbrunnen, der im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts im Süden um einen Landschaftspark mit Teich erweitert wurde. Der alte Baumbestand blieb erhalten.

Verkehr Stadtbusse der Linie 1 von Lubin erreichen Szklary Górne an der Haltestelle Szklary Górne cmentarz - pętla 02.

Töchter und Söhne Bernhard Clairon d’Haussonville (1795–1857), preußischer Generalmajor

Literatur Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 905.

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Einzelnachweise

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