mini|Vereinigte Staaten (orange) und Iran (grün) Die US-iranische Verhandlungen 2026 beziehen sich auf diplomatische Kontakte zwischen den Vereinigten Staaten und der Islamischen Republik Iran im Zuge des Irankriegs 2026. Ziel der Verhandlungen ist eine mögliche Beendigung der Kampfhandlungen und die Öffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus.
Verlauf der Verhandlungen Am 6. Februar 2026 trafen Vertreter der Vereinigten Staaten und des Iran in Maskat (Oman) zu indirekten Gesprächen zusammen, die durch den omanischen Außenminister Badr bin Hamad Al Busaidi vermittelt wurden. Aus dem Umfeld der US-Regierung wurde anschließend Skepsis hinsichtlich der Erfolgsaussichten geäußert. Außenminister Marco Rubio betonte, es sei fraglich, ob mit der iranischen Seite überhaupt eine tragfähige Übereinkunft erzielt werden könne. Irans Außenminister Abbas Araghtschi bezeichnete den Austausch als „guten Anfang“ und betonte, die Gespräche seien ausschließlich auf das iranische Atomprogramm bezogen. Die Freitagspredigten im Iran wiesen zugleich eine diplomatische Annäherung zurück; die Botschaft dürfte aus dem Umfeld von Ajatollah Chamenei gekommen sein.
Am 17. Februar 2026 wies Ajatollah Chamenei die von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Bedingungen für ein mögliches neues Atomabkommen zurück. Er äußerte, die Vereinigten Staaten seien nicht in der Lage, die Islamische Republik zu stürzen, und verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass auch die United States Navy verwundbar sei. Zugleich appellierte er an die Bevölkerung, Vertrauen und Ruhe im Land wiederherzustellen.
Vermittlung durch Pakistan und Waffenruheentwürfe Am 6. März 2026 forderte Trump in sozialen Medien die „bedingungslose Kapitulation“ des Iran. Die Äußerung erfolgte vor dem Hintergrund einer deutlichen Eskalation des seit dem 28. Februar 2026 andauernden Irankrieges und wurde als Verschärfung der US-Position gewertet, nachdem parallel erste internationale Vermittlungsbemühungen zur Beendigung der Kampfhandlungen bekannt geworden waren. Ende März 2026 drohte Trump dem Iran im Kontext des Krieges mit Angriffen auf Energieinfrastruktur, sollte Teheran die Straße von Hormus – eine zentrale Schifffahrtsroute für Öl- und Gasexporte aus den Golfstaaten – nicht innerhalb von 48 Stunden wieder freigeben. Wenig später verlängerte Trump das Ultimatum um fünf Tage. Zur Begründung verwies er auf „produktive“ Kontakte zwischen US-Vertretern und der iranischen Seite und erklärte, man habe in 15 Punkten Übereinstimmung erzielt, ohne nähere Angaben zu deren Inhalt zu machen.
Die Verhandlungen wurden von Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff und seinem Schwiegersohn Jared Kushner geführt, die bereits vor Beginn des Krieges Gespräche mit iranischen Vertretern geführt hatten. Laut Berichten der New York Times soll Witkoff im März 2026 mit Irans Außenminister Abbas Araghtschi gesprochen haben. Die Vereinigten Staaten sollen dem Iran zudem eine Liste von 15 Forderungen für ein Ende der Kampfhandlungen übermittelt haben, die an frühere Verhandlungen in Genf anknüpfen.
Offizielle iranische Stellen dementierten Ende März 2026 die Existenz laufender Verhandlungen. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf bezeichnete entsprechende Meldungen als „Fake News“. Vertreter der iranischen Revolutionsgarde erklärten, die Vereinigten Staaten verhandelten „mit sich selbst“.
Nach Berichten von Axios vermittelten Ägypten, Pakistan und die Türkei, um ein Telefonat zwischen Ghalibaf und US-Vertretern zu ermöglichen. Es sei auch ein Treffen in Pakistan geplant gewesen, an dem Ghalibaf und weitere Vertreter Teherans sowie auf US-Seite Witkoff, Kushner und möglicherweise Vizepräsident JD Vance teilnehmen sollten.
Iran betonte Ende März 2026, dass es kein Interesse an einem vorübergehenden Waffenstillstand habe, sondern einen dauerhaften Frieden anstrebe, einschließlich Garantien, dass die Vereinigten Staaten und Israel den Iran nicht erneut angreifen würden. Zudem pochte der Iran auf die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen. Die Vereinigten Staaten machten klar, dass dies nur im Austausch gegen weitreichende Zugeständnisse beim Atomprogramm möglich sei. Nach Angaben des Wall Street Journal, das sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen beruft, verknüpft der Iran ein mögliches Kriegsende mit umfangreichen Bedingungen. Demnach fordert Teheran Reparationen für Angriffe auf iranisches Territorium, die Aufhebung sämtlicher Sanktionen sowie die Schließung aller US-Militärstützpunkte im Persischen Golf. Zudem verlange der Iran Garantien zur Verhinderung einer erneuten Eskalation und ein Ende der israelischen Angriffe auf die mit ihm verbündete Hisbollah im Libanon. Als weitere Forderung wird eine neue Regelung für den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus genannt, die es der Islamischen Republik ermöglichen würde, Abgaben von durchfahrenden Schiffen zu erheben. Ergänzend berichtete Reuters am 7. April 2026, dass der Iran Vorbedingungen für Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden mit den Vereinigten Staaten gestellt habe. Dazu gehörten ein sofortiger Stopp der Angriffe, Garantie gegen erneute Angriffe sowie Kompensation für entstandene Schäden. Das Land lehne demnach vorübergehende Waffenstillstände ab und betone die Notwendigkeit eines dauerhaften Abkommens. Zudem solle eine Regelung geschaffen werden, die dem Iran die Erhebung von Gebühren für die Passage von Schiffen durch die Straße von Hormus ermögliche.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi wies erneut Berichte über mögliche Friedensgespräche zurück. Er erklärte im Staatsfernsehen, es gebe keine Absicht zu verhandeln und bisher hätten keine entsprechenden Gespräche stattgefunden. Über Vermittler übermittelte US-Vorschläge würden geprüft, stellten jedoch keine Verhandlungen dar. Auch Präsidialamtssprecher Elias Hasrati bekräftigte, es werde kein Abkommen mit den Vereinigten Staaten geben; anderslautende Meldungen seien falsch. Die US-Regierung hielt dagegen an ihrer Darstellung fest, der Iran strebe ein Abkommen an, äußere dies jedoch aus innenpolitischen Gründen nicht öffentlich.
Nach Angaben aus Islamabad hatte Israel nach einer Intervention Pakistans am 26. März 2026 den iranischen Außenminister Abbas Araghtschi und Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf von einer Liste potenzieller Ziele gestrichen. Ein pakistanischer Regierungsvertreter erklärte gegenüber Reuters, man habe die Vereinigten Staaten darauf hingewiesen, dass sonst keine Ansprechpartner mehr für Gespräche zur Verfügung stünden; die Vereinigten Staaten hätten Israel daraufhin zum Absehen von dem Vorhaben bewegt.
Pakistans Außenminister Ishaq Dar bestätigte am 26. März 2026, dass sein Land zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran vermittelte und über einen indirekten diplomatischen Kanal Botschaften zwischen beiden Seiten übermittelte. Ishaq Dar erklärte am 29. März 2026, dass Gespräche zwischen Iran und den Vereinigten Staaten über den Konflikt im Nahen Osten vorbereitet werden. Pakistan soll dabei als Gastgeberstaat fungieren.
Am 4. April 2026 signalisierte Araghtschi Bereitschaft zu Vermittlungsgesprächen in Islamabad und betonte, Iran habe eine Reise dorthin nicht abgelehnt. Entscheidend seien Bedingungen für ein dauerhaftes Ende des „illegalen Krieges“. Trump drohte Iran mit militärischen Maßnahmen, sollte das Land nicht auf sein Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus reagieren. Das ursprünglich bis zum 26. März laufende Ultimatum wurde auf den 6. April verschoben. Laut dem Wall Street Journal lehnte Katar ein Angebot zur Übernahme der Verhandlungsführung ab.
mini|Strategisch wichtige Schifffahrtsrouten durch die Straße von Hormus Am 6. April 2026 wurde unter pakistanischer Vermittlung ein Entwurf für eine mögliche Waffenruhe zwischen Iran und den Vereinigten Staaten vorgelegt. Der Plan sieht zunächst eine 45-tägige Waffenruhe vor, während der unter anderem die Straße von Hormus geöffnet werden sollte, gefolgt von Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen. Dieses soll den Iran unter anderem verpflichten, auf die Entwicklung von Atomwaffen zu verzichten, während im Gegenzug Lockerungen von Sanktionen und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte vorgesehen wären. Der Iran bestätigte den Erhalt des Entwurfs, lehnte jedoch Kompromisse ab und betonte, dass Verhandlungen nur über ein definitives Kriegsende möglich seien. Die Vereinigten Staaten hatten zuvor mit massiven Angriffen gedroht, sollte der Transit durch die Straße von Hormus nicht freigegeben werden. Pakistanische Behörden sehen den Vermittlungsversuch als letzte Chance, eine weitere Eskalation zu verhindern. Der pakistanische Armeechef, Feldmarschall Syed Asim Munir, gilt als wichtiger Mittler und überbrachte Nachrichten zwischen den Konfliktparteien.
mini|Trump behauptet in einer Kurznachricht auf Truth Social, „eine ganze Zivilisation werde heute Nacht sterben“, und sprach von einem angeblichen Regimewechsel im Iran Trump drohte dem Iran, ihn im Falle einer ausbleibenden Einigung bis zur gesetzten Frist „in die Steinzeit zurückzuwerfen“. Trump schrieb auf sozialen Medien, dass „eine ganze Zivilisation heute Nacht sterben wird, um nie wieder zurückgebracht zu werden“. Experten wiesen darauf hin, dass gezielte Angriffe auf zivile Infrastruktur als Kriegsverbrechen gelten.
Motive Pakistans Nach Einschätzung des Südasien-Experten Christian Wagner von der Stiftung Wissenschaft und Politik verfolgt Pakistan auch eigene Interessen. Das Land wolle eine direkte Verstrickung in den Konflikt vermeiden, da es im Falle einer Eskalation automatisch aufseiten der Vereinigten Staaten und Saudi-Arabiens stünde. Zudem müsse Islamabad befürchten, dass Iran in einem solchen Szenario schiitische Gruppen im Land zu mobilisieren versuche, was die ohnehin fragile innenpolitische Lage weiter belasten könnte. Neben diesen sicherheitspolitischen Erwägungen sieht Wagner auch potenzielle Vorteile für Pakistans internationales Ansehen. Gelingten die Verhandlungen, könnte sich das Land als vermittelnde Kraft und Brückenbauer profilieren.
Waffenstillstand im Irankrieg 2026
mini|Shehbaz Sharif