mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet des Salomonen-Flughundes Der Salomonen-Flughund (Pteropus rayneri) ist ein auf den Salomon-Inseln endemisches Fledertier in der Familie der Flughunde. Das Typusexemplar stammt von der Insel Guadalcanal.

Unterarten und Verbreitung Es werden fünf Unterarten unterschieden: P. r. rayneri, lebt auf Guadalcanal und Malaita. P. r. grandis, ist auf Bougainville, Choiseul, Santa Isabel, Alu, Buka und kleineren zugehörigen Inseln verbreitet. P. r. lavellanus, bewohnt Vella Lavella, Ghizo und Ranongga. P. r. monoensis, ist auf Mono endemisch. P. r. rubianus, kann auf dem mittleren und südlichen New-Georgia-Archipel angetroffen werden.

Merkmale Dieser schwanzlose und mittelgroße Vertreter der Gattung Pteropus erreicht eine Körperlänge von 230 bis 275 mm und ein Gewicht von 550 bis 870 g. Es sind 135 bis 187 mm lange Unterarme, Hinterfüße von 44 bis 65 mm Länge und 27 bis 37 mm lange Ohren vorhanden. Der Kopf ist durch eine breite und fast nackte Schnauze gekennzeichnet, deren Haut schwarz ist. Die Art hat kurze rohrförmige Nasenöffnungen und eine Kerbe an jeder Seite des Philtrum. Weitere Kopfmerkmale sind rotbraune Regenbogenhäute in den Augen und schwarze Ohren mit stumpfen Spitzen. Das dicke dunkelbraune Fell auf dem Haupt kann je nach Population silbrige Haare oder rötliche Töne aufweisen, die zum Nacken hin deutlicher werden. Um die Schultern ist ein Mantel aus borstigen Haaren vorhanden, die zimtfarben sind. Zusätzlich ist eine Drüse an jeder Schulter der Männchen von orangen Haaren umgeben. Andere Bereiche des Rückens tragen sehr dunkles graubraunes Fell mit violetten Schattierungen. Auch unterseits kommen borstige Haare vor. Dabei geht die dunkelbraune Färbung der Kehle in ein oranges bis rötliche Fell auf Brust und Bauch über. Das Bauchzentrum trägt einen dunklen Fleck.

Der Salomonen-Flughund hat einen langen Daumen und eine Putzkralle am zweiten Finger. Die Schwanzflughaut ist an der Stelle des fehlenden Schwanzes sehr schmal und die Fersensporne (Calcar) sind klein. Dieses Tier hat schmutzigbraune Flughäute mit leicht rosa Tönen. Am Fuß sind die Krallen an der Basis dunkle rotbraun und an den Spitzen dunkel sandfarben. Der Flughund besitzt 13 Querwülste auf dem Gaumen. Er hat kurze Schneide- und Eckzähne im Oberkiefer, wobei die Eckzähne robust sind. Der erste obere Prämolar kann bei erwachsenen Exemplaren fehlen und der letzte Molar ähnelt einer Stecknadel.

Lebensweise Der Flughund hält sich im Flach- und Hügelland bis 700 Meter Höhe auf. Er bewohnt tropische Regenwälder, Mangrove sowie Sumpfgebiete und besucht Plantagen. Die nachtaktiven Tiere bilden am Tage Gruppen mit 5 bis 12 Mitgliedern, die in Höhlen, unter überhängenden Kalksteinfelsen oder in Baumhöhlen, z. B. von Feigen ruhen. Manchmal dienen abgestorbene Blätter von Schraubenbäumen als Versteck. Auf Choiseul wurden Kolonien registriert, die 5000 bis 7000 Mitglieder hatten.

Im Kot untersuchter Individuen wurden Fruchtreste und Pollen von Myrtengewächsen und Palmengewächsen gefunden. Weitere sehr häufig besuchte Nahrungspflanzen sind Dreilappige Papau, Kokospalme, Mango und Vertreter der Gattungen Bananen sowie Syzygium. Von letztgenannter Gattung zählen auch die Blüten zur Nahrung. Etwa im April bilden Männchen einem Harem, den sie gegen andere Männchen verteidigen. Aus dem Juli sind trächtige Weibchen und Weibchen mit aktiven Zitzen bekannt. Viele Jungtiere wurden im Oktober beobachtet. Andere Studien stellten fest, dass die Nachkommen 6 oder 7 Monate gepflegt werden.

Gefährdung Der Jagd zur Fleischgewinnung fallen auf Bougainville etwa 10.000 Exemplare pro Jahr zum Opfer. Auf anderen Inseln ist die Anzahl der erbeuteten Flughunde moderat oder gering. Unabhängig dazu kann es periodisch zum Massensterben in größeren Kolonien kommen. Eines von diesen in den 1980er Jahren könnte auf einer Krankheit oder einem Temperaturanstieg im Versteck beruhen. Auf dem New-Georgia-Archipel schreitet die Waldrodung rasch voran. Ein Orkan auf Malaita hat die dortige Population in den 1990er Jahren stark dezimiert. Ähnliche Stürme können auch auf den anderen Inseln auftreten. Die IUCN schätzt die Abnahme des Gesamtbestandes in den 24 Jahren (drei Generationen) vor 2016 auf maximal 30 Prozent und listet den Salomonen-Flughund in der Vorwarnliste (near threatened).

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Einzelnachweise

Kategorie:Flughunde Kategorie:Endemisches Tier der Salomon-Inseln