Der heutige Leuchtturm Utö, originalsprachlich Utö fyr () und Utön majakka () wurde 1814 in Betrieb genommen und weist seither den sicheren Weg im Schärenmeer. Er ist der älteste aktive Leuchtturm in Finnland und steht seit 2019 unter Denkmalschutz und wird durch die Finnische Museumsdirektion (, ),© Finnische Nationale Antikenbehörde 2009 (finnisch) seit 2009 geführt.

Lage der Insel Der Leuchtturm Utö befindet sich auf der gleichnamigen Insel am Rand des Schärengebiets vor der Küste Finnlands und ist gleichzeitig eine Lotsenstation. Heute wird die Insel ganzjährig von rund 40 Menschen bewohnt. Sie ist die südlichste Siedlung Finnlands.

Geschichte Utö ist seit 1540 besiedelt, war durch Fischerei und Handel geprägt und als wichtiger Orientierungspunkt bekannt. Bereits im 16. Jahrhundert wurden dort erste Signalfeuer entzündet.

Ein erster Leuchtturm wurde 1753 auf Utö errichtet und war der erste in Finnland. Aber die Erbauer setzten die aufwendigen Pläne jedoch teilweise mit einfachem Steingut und in einer deutlich schlichteren Weise um. Der fertige Turm war 31 Meter hoch und wurde mit sechs Fettlampen beleuchtet.

Der runde Leuchtturm wurde im Finnischen Krieg von 1808/09 durch Kriegshandlungen zerstört. Der heutige Leuchtturm wurde 1814 an derselben Stelle unter der Leitung von Gustav Brodd (1877–1950)Johan Gustav Brodd's Gedenkseite im Stenberga Kyrkogård in Jönköping., dem Leiter der Lotsenabteilung, erbaut und ist der älteste in Betrieb befindliche Leuchtturm Finnlands.

Im dritten Stock des Leuchtturms befindet sich eine Besonderheit: eine Kirche, deren ursprüngliche Innenausstattung aus der Zeit vor 1841 stammt.

Während der schwedischen Herrschaft waren zwei Männer für den Betrieb des Leuchtturms erforderlich, unter russischer Herrschaft wurde das Leuchtturmpersonal jedoch deutlich aufgestockt. Damals war der Leuchtturmwärter der ranghöchste Beamte der Insel und die Bevölkerung der gesamten Insel wuchs auf fast hundert an.

Leuchtturm Die Leuchte und der Laternenständer von 1869 wurden seither mehrmals renoviert, die heutige Linse stammt aus dem Jahr 1906. Vor der Ära der Eisbrecher wurde der Leuchtturm bei zugefrorener Ostsee abgeschaltet. 1935 wurde er elektrifiziert und diente fortan auch als Funkfeuer. Teile der Anlage sind im Leuchtturm erhalten geblieben. Während des Fortsetzungskrieges 1943 begann der Generator des Leuchtturms, Strom für das gesamte Dorf zu erzeugen. 1983 übernahmen die finnischen Streitkräfte die Stromerzeugung. 1996 wurde ein Stromkabel vom Festland zur Insel verlegt und Utö an das finnische Festlandnetz angeschlossen.

Im Eingangsbereich des Leuchtturms befinden sich zwei Gedenktafeln, die an die Kriegsereignisse in Utö erinnern. Die eine erinnert an das Schlachtschiff Ilmarinen,Schiffsdaten Ilmarinen. wrecksite.eu copyright © 2001-2025 in der Wrack-Datenbank (englisch) das am 13. September 1941 durch Minentreffer zerstört wurde und gesunken ist. Die andere zeigt den Angriff der sowjetischen Marine auf die Festung Utö zu Beginn des Winterkrieges am 14. Dezember 1939.

Besichtigung Man kann den Leuchtturm von innen im Rahmen von Führungen erkunden und über die Treppe bis zum Kirchenraum hinaufsteigen. Der Leuchtturm ist noch in Betrieb, daher ist der oberste Teil (die Laterne) für die Öffentlichkeit gesperrt.

Unweit des Leuchtturms befindet sich das 1753 erbaute Leuchtturmwärterhaus, das verputzte, weiße Backsteingebäude dient heute als Heimatmuseum.

Die Leuchttürme in Finnland werden von der Abteilung Wasserstraßen der finnischen Verkehrsbehörde (Väylävirasto/Trafikledsverket) unterhalten.

Literatur

Siehe auch Liste von Leuchttürmen in Finnland

Weblinks

Finnische Leuchtturmgesellschaft Leuchtturm Utö (finnisch) Website von Utö Heimatverein (schwed./finn./engl.) Leuchtfeuer Utö Schwedische Leuchtturm Gesellschaft (schwedisch)

(finnisch)

Einzelnachweise Registrierungen: UKHO: United Kingdom Hydrographic Office Publikation Admiralty List of Lights and Fog Signals NGA: ARLHS:

(englisch)

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