mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet der Verzweifelten Weißzahnspitzmaus Die Verzweifelte Weißzahnspitzmaus (Crocidura desperata) ist ein mit wenigen disjunkten Populationen im südlichen Tansania endemisches Säugetier in der Gattung der Weißzahnspitzmäuse. Das Typusexemplar wurde in einem Bergland auf etwa 2000 Meter Höhe im Umfeld der Stadt Rungwa gefunden. Der lateinische Artzusatz und damit der deutsche Name wurde gewählt, um auf die dramatische Reduzierung von Bergwäldern mit einem Unterwuchs aus Bambus hinzuweisen, die von dieser Spitzmaus bewohnt werden.
Merkmale Dieses Tier ist für seine Gattung groß und weist einige Merkmale auf, die für die Gattung Afrikanische Waldspitzmäuse (Myosorex) typisch sind. Bekannt sind eine Kopf-Rumpf-Länge von 80 bis 100 mm, eine Schwanzlänge von etwa 67 mm und ein Gewicht von 16 bis 27 g. Die Hinterfüße erreichen fast 19 mm Länge und die Länge der Ohren liegt bei 7 bis 8,5 mm. Mit ihrem langen und wolligen Fell ist die Art der Langfell-Weißzahnspitzmaus (Crocidura lanosa) ähnlich. Die bis zu 10 mm langen Haare der Oberseite sind graubraun mit wenigen eingestreuten weißen Haaren. Der Übergang zur hellgrauen Unterseite in einem recht schmalen Bereich der Flanken ist fließend. Kennzeichnend sind graue Vorder- und Hinterpfoten mit recht langen Krallen. Auffallend ist ein Schwanz mit einer dicken Basis, der auf dem größten Bereich mit Borsten bedeckt ist. Er ist oberseits braun und unterseits grau gefärbt. Die Langfell-Weißzahnspitzmaus ist größer und hat im Verhältnis zum Körper einen längeren Schwanz. Bei der Verzweifelten Weißzahnspitzmaus ist der Schädel dagegen im Verhältnis größer und der Schnauzenteil (Rostrum) mehr langgestreckt. Im Oberkiefer haben die langen zentralen Schneidezähne ein hakenförmiges Ende. Neben den oberen Schneidezähnen liegen auf jeder Seite drei einspitzige Zähne. Davon ist der erste etwa doppelt so groß, wie die anderen beiden. Der zweite ist nur leicht größer als der dritte. Die dritten Molaren in beiden Kiefern sind sehr klein.
Verbreitung und Lebensweise Neben dem in der Einleitung genannten Bergland ist die Art auch aus dem Gebirge Udzungwa bekannt. Die Funde stammen aus 1500 bis etwas über 2000 Meter Höhe. In den tropischen Bambuswäldern sind Pflanzen der Gattung Arundinaria häufig.
Aufgrund der langen Krallen, der kurzen Ohren und der fast nackten Oberseite der Hinterfüße wird angenommen, dass die Spitzmaus zumindest zeitweise in der Laubschicht und der obersten Erdschicht gräbt. Die lange Schneidezähne lassen vermuten, dass Regenwürmer zur Nahrung zählen. Je nach Region teilt das Tier sein Revier mit der Afrikanischen Riesenweißzahnspitzmaus, der Munissi-Weißzahnspitzmaus (Crocidura munissi), der Kihaule-Mausspitzmaus (Myosorex kihaulei) und der Kletter-Zwergspitzmaus.
Gefährdung Die Art ist durch den fortschreitenden Verlust an geeigneten Wäldern bedroht. Alle Reviere zusammen sind maximal 1800 km² groß. Die IUCN listet die Verzweifelte Weißzahnspitzmaus als gefährdet (vulnerable).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Weißzahnspitzmäuse Kategorie:Endemisches Tier Tansanias