mini|Veilchenorganist, Weibchen mini|Verbreitungsgebiet des Veilchenorganisten
Der Veilchenorganist (Euphonia violacea) ist ein in Südamerika vorkommender Singvogel aus der Familie der Finken (Fringilidae).
Merkmale Veilchenorganisten erreichen eine Körperlänge von 10,0 bis 11,5 Zentimetern und ein Gewicht von 13,5 bis 16,5 Gramm. Zwischen den Geschlechtern besteht ein deutlicher Sexualdimorphismus. Bei den Männchen sind die Körperoberseite und das Gesicht sowie die Flügel und Schwanzfedern violett blau bis kobaltblau. Die Stirn sowie die gesamte Unterseite von der Kehle bis zum Steiß sind leuchtend gelb. Die zeichnungsarmen Weibchen sind auf der Körperoberseite olivgrün, auf der Körperunterseite gelbgrau. Der kräftige kegelförmige Schnabel ist bei beiden Geschlechtern schwarzgrau, die Iris schwarz, Beine und Füße sind grau.
Ähnliche Arten Die meisten anderen in Südamerika vorkommenden Organisten-Arten unterscheiden sich vom Veilchenorganist durch eine schwarze Kehle. Der Dickschnabelorganist (Euphonia laniirostris) zeigt hingegen ebenfalls eine gelbe Kehle. Er unterscheidet sich durch den gelben Stirnfleck, der sich breit und weit über den Oberkopf ausdehnt.
Verbreitung, Unterarten und Lebensraum Der Veilchenorganist ist ein weit verbreiteter Bewohner im Nordosten und Osten Südamerikas, von Venezuela und Trinidad und Tobago bis nach Paraguay, Nordostargentinien und Südostbrasilien. Er ist in feuchten Wäldern, Parks und Gärten sowie in Kakao- und Zitrusfruchtplantagen in Höhenlagen bis zu 1420 Metern zu finden. Folgende Unterarten werden geführt: Euphonia violacea rodwayi (, 1919)Thomas Edward Penard (1919), S. 30–31. – in Venezuela sowie in Trinidad und Tobago Euphonia violacea violacea (, 1758)Carl von Linné (1758), S. 198. – in den Guyanas und im Norden Brasiliens Euphonia violacea aurantiicollis 1901Arnaldo de Winkelried Bertoni (1901), S. 94–96. – im Osten Brasiliens, im Norden Paraguays und im Nordosten Argentiniens
Parus cyanochlorus , 1764Peter Simon Pallas (1764), S. 15. und Euphonia purpurea , 1867George Newbold Lawrence (1867), S. 466. werden heute als Synonyme zur Nominatform betrachtet.
Lebensweise Veilchenorganisten leben einzeln, paarweise oder in kleinen Schwärmen. Sie schließen sich gelegentlich auch gemischten Vogelschwärmen an. Die Vögel ernähren sich von einer Vielzahl kleiner Früchte, selten von Insekten. Bevorzugte Früchte stammen von Misteln (Viscum), epiphytischen Kakteengewächsen (Cactaceae) und Ameisenbäumen (Cecropia). Die Nestlinge werden neben Früchten auch mit Würmern gefüttert.
Die Brutzeiten variieren je nach Land: in Brasilien ist der Oktober der bevorzugte Brutmonat, in Suriname hingegen Februar, April und November. Das Nest, das ausschließlich vom Weibchen gebaut wird, besteht aus abgestorbenen Blättern, Wurzeln und Moos und ist mit Farnen und Gras ausgekleidet. Ein Gelege umfasst zwei bis fünf Eier. Nur das Weibchen brütet, beide Geschlechter versorgen die Nestlinge nach dem Schlüpfen dann gemeinsam.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Veilchenorganisten erfolgte 1758 durch Carl von Linné unter dem wissenschaftlichen Namen Fringilla violacea. Als Verbreitungsgebiet gab er pauschal in warmen Regionen an. 1805 führte Anselme Gaëtan Desmarest die neue Gattung Euphonia für den Weißbauchorganist (Euphonia minuta , 1849) (Synonym Euphonia olivacea) ein.Anselme Gaëtan Desmarest (1805), S. 975 Dieses Wort leitet sich und ab.Euphonia in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname violacea hat seinen Ursprung in .violacea in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Rodwayi ist James Rodway (1848–1926) gewidmet. Aurantiicollis leitet sich von und ab, purpurea von purpurea in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling und cyanochlorus aus und .cyanochlorus in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Warum für Parus cyanochlorus Peter Simon Pallas der Autor ist, wurde von Charles Wallace Richmond erläutert.Charles Wallace Richmond (1905), S. 342–347. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay keinen Balg zur Verfügung. Laubmann sah in Tanagra violacea aurantiicollis die Unterart für Paraguay. In der Literatur betrachtete er in SapucaiCharles Chubb (1910), S. 622Harry Church Oberholser (1902), S. 144 durch Charles Chubb und Harry Church Oberholser und in Puerto Bertoni, im Departamento Alto Paraná und am Rio IguaçuArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 62. durch Bertoni die Nachweise für das Land.Alfred Laubmann (1940), S. 156 Carl Eduard Hellmayr gab die Waldregionen im südöstlichen Brasilien von Paraíba, Pernambuco über Bahia und das südliche Minas Gerais bis Rio Grande do Sul sowie die angrenzenden Gebiete des nördlichen Argentinien in der Provinz Misiones und Paraguay als Verbreitungsgebiet für die Unterart an.Carl Eduard Hellmayr (1936), S. 55–56.
Gefährdung Die Bestände des Veilchenorganisten sind stabil, weshalb die Art von der Weltnaturschutzorganisation IUCN als „least concern = nicht gefährdet“ geführt wird.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise Euphonia violacea, The Online Guide to the Animals of Trinidad and Tobago
Kategorie:Finken