Der Steyr 8070 ist ein Traktormodell des österreichischen Herstellers Steyr, das von 1979 bis 1992 innerhalb der Baureihe 80 produziert wurde. Neben der Standardversion mit Hinterradantrieb war er unter der Bezeichnung 8070 a auch mit Allradantrieb erhältlich. Innerhalb der Modellpalette war er zwischen dem kleineren Steyr 8060 und dem größeren Steyr 8080 positioniert. Zur Markteinführung 1979 belief sich der Listenpreis für die Hinterradausführung auf 309.278 Schilling (ca. Euro), während die Allradversion für 364.620 Schilling (ca. Euro) angeboten wurde.
Modellgeschichte Die Einführung des Steyr 8070 erfolgte 1979 im Zuge einer umfassenden Modernisierung des Steyr-Programms. Das Modell zeichnete sich durch eine hohe Variabilität und eine für die damalige Zeit fortschrittliche Kabinengestaltung aus. Die sogenannte Plattformkabine war eine der Eigenschaften, die die neue Baureihe 80 besonders von den Vorgängermodellen unterschied. Die Kabine ist auf einer auf Gummi gelagerten Plattform aufgebaut. Ursprünglich mit einer Nennleistung von 58 PS ausgeliefert, wurde der Traktor 1983 überarbeitet und die Leistung auf 64 PS gesteigert. Während die Höchstgeschwindigkeit anfangs zwischen 25 und 30 km/h gewählt werden konnte, stand für die Allradvariante im Zuge der Modellpflege später auch eine 40-km/h-Ausführung zur Verfügung.
Technik Angetrieben wird der Traktor von einem wassergekühlten Vierzylinder-Viertakt-Dieselmotor aus Eigenfertigung mit Direkteinspritzung und einem Hubraum von 3456 cm³. In der ersten Serie wurden Motoren der Typen WD-411.41 bzw. WD-411.42 verbaut, ab 1983 verwendete Steyr den verbesserten Motor vom Typ WD-411.44.
Die Kraftübertragung erfolgt über ein Steyr-Synchron-Wendegetriebe vom Typ TW-337 mit 16 Vorwärts- und acht Rückwärtsgängen. Als Kupplung wurden trockene Doppelkupplungen von Fichtel & Sachs oder LuK verwendet. Die Achsen wurden überwiegend von Steyr selbst gebaut, teilweise kamen jedoch auch Komponenten von ZF zum Einsatz, von denen auch das hydrostatische Lenksystem stammte. Die Bremsanlage basiert auf pedalbetätigten Trommelbremsen an der Hinterachse, wobei spätere Allradversionen optional mit einer Vorderradbremse ausgestattet werden konnten.
Für den Geräteeinsatz verfügt der Traktor über eine unter Last schaltbare Motorzapfwelle sowie ein hydraulisches Steyr-Regelhubwerk mit mechanischer Oberlenkerregelung. Die Fahrerplattform basiert auf einem Sicherheitsrahmen. Wahlweise war die schallisolierte Steyr-Komfortkabine mit getönter Verglasung, Heizung, Dachluke und einem Grammer-Komfortsitz erhältlich.
Die elektrische Ausrüstung umfasst ein 12-Volt-System mit Bosch-Komponenten für Anlasser, Lichtmaschine und Kaltstarthilfe.
Die Bereifung bestand serienmäßig aus 7.50-16 AS (Hinterradantrieb) bzw. 10.5/80-20 (Allradantrieb) vorne und 12.4-36 AS hinten. Optional waren zahlreiche weitere Größen wie etwa 13.6.36 für die Hinterachse verfügbar.
Je nach Baujahr und Antriebsart variieren die Abmessungen: Die Länge liegt je nach Variante zwischen 3670 mm und 3905 mm, die Höhe über der Kabine erreicht bis zu 2460 mm, bei späteren Modellen 2689 mm. Das Leergewicht beträgt bei der Hinterradversion rund 2690 kg bis 2800 kg, während die Allradmodelle zwischen 3000 kg und 3020 kg wiegen.
Das Angebot an Sonderausstattungen umfasste unter anderem eine Druckluftbremsanlage, Fronthydraulik, Frontzapfwelle sowie verschiedene Zusatzgewichte und ein Selbstsperrdifferential.
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Einzelnachweise
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