Das Sonnengewehr (auch Weltraumspiegel) war eine theoretisches Konzept für eine Weltraumwaffe, das während des Zweiten Weltkriegs von deutschen Wissenschaftlern entwickelt wurde. Die Konstruktion sah einen gigantischen, im Weltraum stationierten Hohlspiegel vor, der Sonnenlicht bündeln sollte, um gezielte Zerstörungen auf der Erdoberfläche durch Hitzeeinwirkung zu verursachen. Aufgrund der enormen technischen Herausforderungen ging die Entwicklung dieser Wunderwaffe nicht über das Planungsstadium hinaus.

Geschichte Im Jahr 1929 entwickelte der deutsche Physiker Hermann Oberth Pläne für einen Weltraumspiegel mit einem 100 Meter breiten Hohlspiegel, der Sonnenlicht auf einen konzentrierten Punkt der Erde reflektieren sollte.

Während des Zweiten Weltkriegs begann eine Gruppe deutscher Wissenschaftler 1943 auf dem Artillerie-Testgelände der Wehrmacht in Hillersleben, Oberths Idee einer Waffe auf Basis von Sonnenenergie weiterzuentwickeln. Dieses sogenannte „Sonnengewehr“ sollte Teil einer Raumstation 8200 Kilometer über der Erde sein. Die Wissenschaftler berechneten, dass ein riesiger Reflektor aus metallischem Natrium mit einer Fläche von 9 Quadratkilometer genügend konzentrierte Hitze erzeugen könnte, um einen Ozean zum Sieden zu bringen oder eine Stadt niederzubrennen. Auf Befragen amerikanischer Offiziere behaupteten die Deutschen, das Sonnengewehr könne innerhalb von 50 bis 100 Jahren fertiggestellt werden. Amerikanische Streitkräfte entdeckten Beweise dafür, dass auch Japan versuchte, eine ähnliche Waffe zu entwickeln.

Mit dem Aufbau und der Validierung von Satelliten-Megakonstellationen wurde auch deren Einsatz als Sonnenkanone vorgeschlagen. Anstelle eines riesigen Einzelspiegels könnten theoretisch Hunderte von kostengünstigen Reflektoren synchronisiert werden, um die Sonneneinstrahlung zu konzentrieren und auf ein Ziel zu richten.

Obwohl das Projekt während des Zweiten Weltkriegs konkretisiert wurde, kam es aufgrund der technischen Unmöglichkeit zur damaligen Zeit nie über das Planungsstadium hinaus und wurde mit dem Kriegsende 1945 eingestellt.

Popkultur In den James-Bond Filmen Diamantenfieber und Stirb an einem anderen Tag kommen Weltraumwaffen vor, die Sonnenlicht bündeln und dadurch eine zerstörerische Wirkung auf die Erde haben.

Ein ähnliches Konzept kommt im Videospiel Resident Evil: Revelations zum Einsatz, in dem ein spezieller Satellit mit dem Codenamen Regia Solis dazu dient, eine Stadt mit sauberer Energie zu versorgen, aber bei voller Kapazität stark genug ist, um die Stadt oder andere Ziele zu zerstören.

In der Scorpion-Folge Sun of a Gun werden Walter O’Brien und sein Team zusammen mit dem entfremdeten Vater seines Freundes Sylvester Dodd in das Land eines afrikanischen Diktators geschickt, um dessen Entdeckung eines Nazi-Solarkanonenprojekts aus dem Zweiten Weltkrieg zu untersuchen.

Im Star Wars Legends-Buch Wedge's Gamble nutzt das Rogue Squadron einen orbitalen Solarreflektor (der normalerweise zur Stromerzeugung verwendet wird), um Meerwasser zum Kochen zu bringen, einen riesigen Sturm zu erzeugen und den Planeten Coruscant ohne Strom zurückzulassen.

In René Barjavels Science-Fiction-Roman Das Eisvolk (französisch: La Nuit des temps) scheint die von den Gonda gebaute Vorrichtung in erster Linie vom Konzept des Sonnengewehrs inspiriert zu sein.

In der Futurama-Folge Crimes of the Hot wird ein großer Solarreflektor, der zur Reduzierung der globalen Erwärmung gedacht ist, versehentlich auf die Erde gerichtet.

In Mobile Suit Gundam werden ähnliche Waffen namens „Solar System“ und „Solar Beam“ in Weltraumschlachten eingesetzt.

Einzelnachweise

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