Der Beerenbach – mundartlich sowie auf der neueren Version der Landeskarte der Schweiz auch Beerebach; im Oberlauf Kaabach – ist ein fast 6 Kilometer langer Bach und ein indirekter Zufluss der Thur im Bezirk Frauenfeld im Schweizer Kanton Thurgau. Er gehört zum Einzugsgebiet des Rheins.
Geographie Verlauf Das Fliessgewässer verläuft an der Südflanke des Höhenzuges Seerücken im Norden des Kantons Thurgau und ist ein Zufluss des Dorfbachs von Müllheim. Es entspringt als Kaabach in einem Tälchen bei der Ortschaft Homburg westlich der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul auf Bis zu einer Flurbereinigung in den 1970er Jahren nahm der Bach seinen Anfang oberhalb der Ortschaft im Gebiet Lören und war rund 600 Meter länger als heute. Der Untergrund der Berglandschaft im Quellgebiet besteht aus Molassesandstein.Einzugsgebiet des Beerenbachs im Geologischen Atlas der Schweiz (swisstopo).
Früher wurde dem Kaabach, wohl im Interesse der Mühlen am Unterlauf, durch künstliche Ableitungen aus dem nördlich von Homburg verlaufenden Krebsbach und aus dem Rappentobelbach bei Hinter Homburg, einem kleinen Nebenbach des Müllheimer Dorfbachs, zusätzliches Wasser zugeleitet.Quelle: Kaabach im Topographischen Atlas der Schweiz.
Der Kaabach durchquert das kleine Dorf in einem Durchlass, tritt für eine kurze Strecke wieder an das Tageslicht und fliesst danach gegen Süden, mehrheitlich erneut eingedolt, durch das Kulturland im Gebiet Geere. Neben der Chirchwis nimmt er von links den kleinen Nebenbach auf, der von der ehemaligen Ableitung aus dem Rappentobelbach stammt. Im allmählich tieferen, teilweise bewaldeten Tälchen passiert der Kaabach die Weiler Oberkappel und Unterkappel, wo er wegen einer eiszeitlichen Moräne ein Stück weit gegen Osten abgelenkt wird,Einzugsgebiet des Beerenbachs im Geologischen Atlas der Schweiz (swisstopo). und erreicht die Domäne von Schloss Klingenberg. Diese Anlage geht auf eine mittelalterliche Burg der im Thurgau einflussreichen Herren von Klingenberg zurück. Zu den Wirtschaftsgebäuden der Burg gehörte auch eine Mühle am Bach, die im Alten Zürichkrieg 1444 verbrannt wurde. Vom Mühlenstau dieses Wasserwerks stammt möglicherweise der noch heute vorhandene Sägiweiher im Bachtobel neben dem Schloss.
Unterhalb von Schloss Klingenberg wird das Gewässer nun Beerenbach genannt. Der Bach unterquert die Klingenbergstrasse in einem Durchlass und fliesst neben der Gebäudegruppe Sägi in südwestlicher Richtung weiter. Im Bachgraben befinden sich Quellfassungen für die Wasserversorgung der Ortschaften im Tal.Dazu auch: Am sanften Berghang hat der Bach mit der Zeit einen tiefen Einschnitt in den Molassefelsen gegraben, dessen oberer Teil Tägeharter Tobel genannt wird. Durch das schmale, bewaldete Tal fliesst der Beerenbach gegen Süden und erreicht das Gemeindegebiete von Müllheim. Dort trägt das Tal den Namen Höörstettertobel. Auf seiner linken Seite liegt das weite Waldgebiet Egg, das ein grosses kantonales Naturwaldreservat ist, und rechts der Wald Schlatt. Die Wälder liegen auf Seitenmoränen des eiszeitlichen Rheingletschers, von denen auch die Findlinge im Bachtobel zeugen.Einzugsgebiet des Beerenbachs im Geologischen Atlas der Schweiz (swisstopo). Aus einem Feuchtgebiet bei Ober-Hungerbühl fliesst ein Nebenbach von rechts in den Beerenbach, der wenig später auf das offene Kulturland bei Müllheim erreicht. Links liegt der Weiler Weingarten. Nach dem Durchqueren einer im Jahr 2014 erneuerten und verbreiterten Dole unter der Strasse nach Steckborn fliesst der Bach durch das Gebiet Himmelbrunnen, wo früher ein Kanal zur Mühle von Maltbach abzweigte, die zu den historischen Kulturgütern des Kantons Thurgau zählt. Das staatliche Wasserkraftnutzungsrecht der Maltbachmühle am Beerenbach wurde 1963 im kantonalen Wasserrechtskataster gelöscht.
Danach fliesst der Beerenbach neben der Moräne Lindehügel, der früher Unterer Berg hiess und auf seiner Südseite einen Weinberg hatte, in die Ortschaft Müllheim. Er führt unter den Brücken eines Feldwegs, dann der Rebbergstrasse und des Beerenbachwegs hindurch, passiert noch die Hauptstrasse 1 in einem weiteren, langen Durchlass und mündet kurz danach neben der Bahnhofstrasse auf in den Müllheimer Dorfbach, der früher oberhalb des Dorfes Tobelbach genannt wurde.
Mit dem Dorfbach wird auch das Wasser aus dem Beerenbach in der Auenlandschaft dem Grüneckkanal und dem Brunewasser zugeführt, die zum künstlichen Gewässersystem gehören, das bei der Thurkorrektion entstand.Heinrich Jung: Wie die Thur gezähmt wurde. In: Thurgauer Jahrbuch. Bd. 49, 1974, S. 7–24 (e-periodica.ch). Über den Binnenkanal erreichen die rechts vom Fluss gesammelten Gewässer südwestlich von Pfyn die Thur.
Einzugsgebiet Das 4,33 km² grosse Einzugsgebiet des Beerenbachs liegt im Seerücken und wird über den Dorfbach, das Brunewasser, den Binnenkanal, die Thur und den Rhein zur Nordsee entwässert.
Es besteht zu 17,6 Prozent aus bestockter Fläche, zu 69,0 Prozent aus Landwirtschaftsfläche, zu 12,8 Prozent aus Siedlungsfläche und zu 0,6 Prozent aus unproduktiven Flächen.
Flächenverteilung
Die mittlere Höhe des Einzugsgebietes beträgt
Weblinks
Verlauf des Beerenbachs im Geoportal des Kantons Thurgau Einzugsgebiet des Beerenbachs auf dem Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung Beerenbach auf schweizerfluss.ch
Einzelnachweise