Das Widerstands-Kollektiv (kurz WiK) ist eine international aktive Gruppe der Klimagerechtigkeitsbewegung. Sie leistet nach eigenen Angaben Widerstand gegen Gewalt, Zerstörung, Unterdrückung und Ausbeutung. Dazu werden Methoden des zivilen Ungehorsams, allen voran sogenannte Direkte Aktionen, genutzt.

Ursprung Nachdem die Letzte Generation Ende 2024 ihre Umbenennung und strategische Neuausrichtung angekündigt hatte, ging sie im Februar 2025 in zwei neuen Projekten auf. Dies sind das Widerstands-Kollektiv und die Neue Generation.

Theorie der Veränderung Das Widerstands-Kollektiv versteht sich als revolutionäre Bewegung. Dabei wird Revolution als ein stetiger Prozess verstanden, bei dem durch die direkte Aktion Brüche im Machtsystem erreicht werden. So sollen die Vorhaben langfristig im größeren Maßstab umgesetzt werden.

Aktionsformen Das Widerstands-Kollektiv bedient sich der Aktionsform der gewaltfreien direkten Aktion. Die Aktionen zielen zumeist auf drei Ziele ab, die vom Widerstands-Kollektiv „Vorhaben“ genannt werden. Ziele sind:

Fossilindustrie Mobilität Superreiche

Aktionen Seit der Gründung im Februar 2025 machte das Widerstands-Kollektiv mit einer Reihe Aktionen Schlagzeilen.

Zementwerksblockaden gegen Baustoffkonzern Heidelberg Materials Im April 2025, Oktober 2025 und April 2026 wurden gemeinsam mit der Gruppe End Cement in Heidelberg und Mainz jeweils die Zufahrten zum dortigen Zementwerk des Baustoffherstellers Heidelberg Materials blockiert. Das Unternehmen war zudem Zielobjekt zahlreicher anderer Aktionen des Widerstands-Kollektivs. Der Baustoffhersteller steht in der Kritik, da er 2024 zum wiederholten Male das deutsche Unternehmen mit dem größten CO2-Ausstoß war und ihm Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden.

Verkehrswendeaktionen Seit der Gründung des Widerstands-Kollektivs macht dieses mit zahlreichen Verkehrswende-Aktionen in Innenstädten von sich reden. So werden in Deutschland und Österreich, Radwege und Zebrastreifen aufgemalt, Verkehrsschilder ergänzt oder abgehängt wodurch zulässige Höchstgeschwindigkeiten für den motorisierten Individualverkehr gesenkt werden. Medienberichten zufolge wurden die aufgemalten Zebrastreifen teilweise in der Folge der Aktionen des Widerstands-Kollektivs als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr mit besonderer Gefahr für Kinder und ortsunkundige Personen gewertet.

Aktionen gegen die IAA mini|Autobahnblockade zur IAA in München 2025 Gegen die zwei-jährlich stattfindende IAA in München trat das Widerstands-Kollektiv im Jahr 2025 mehrfach auf. Besondere Beachtung erhielt eine Blockade der Bundesautobahn 9 auf Höhe der Allianz-Arena, in deren Zuge sich mehrere Protestierende von einer Schilderbrücke abseilten und sich infolge der anschließenden Polizeisperrung der Autobahn mehrere andere Protestierende auf die nun freigewordene fünfstreifige Fahrbahn klebten. Die Kritik der Protestierenden richtete sich insbesondere gegen die gleichbleibend hohen Emissionen des Verkehrssektors.

Aktion gegen das Privatflugzeug von Friedrich Merz Am 22. Januar 2026 versuchten zwei Personen des Widerstands-Kollektivs, darunter die Klimaaktivistin Anja Windl, das Privatflugzeug von Friedrich Merz am Flugplatz Arnsberg-Menden mit pinker Farbe zu beschmieren. Sie wurden dabei durch eine Zufallskontrolle der Polizei entdeckt und konnten an der Tür zum Hangar, in dem das Flugzeug abgestellt ist, aufgehalten werden.

Aktionen für einen kostenfreien Nahverkehr Anfang März 2026 machte das Widerstands-Kollektiv bundesweite Schlagzeilen durch eine Adbusting-Aktion, bei der in über 15 Städten an Bahnhöfen und Haltestellen Plakate im DB-Design aufgehängt wurden, auf denen die Einführung eines „0-Euro-Tickets“ angekündigt wurde. Die Plakate verlinkten auf eine Fake-Website, auf der ebenfalls im DB-Design FAQs zur Nutzung dieses Tickets zusammengestellt waren. Über mehrere Tage hinweg zeigte der DB-Navigator sowie die Website der Deutschen Bahn einen entsprechenden Hinweis an. Die False-Flag-Aktion gipfelte in einer „Ungehorsamen Zugversammlung“, bei der mehrere Protestierende des Widerstands-Kollektivs am 21. März 2026 versuchten, mit dem Regionalverkehr ohne Ticket von Hamburg nach Sylt zu fahren. Der Zug wurde durch die Bundespolizei auf halber Strecke in Elmshorn geräumt.

Interne Struktur

Laut dem Manifest des Widerstands-Kollektivs organisiert es sich demokratisch. Im Wiki der Gruppierung werden ausführliche Informationen zur Rätedemokratie sowie den einzelnen Räten veröffentlicht. Zentrales Gremium ist der sogenannte „Große Rat“, in dem alle bewegungsübergreifenden Entscheidungen getroffen werden. Ratsmitglieder werden für eine Tätigkeitsperiode von sechs Monaten gewählt.

Motto des Widerstands-Kollektivs ist das „selber machen“. Entscheidungen sollen nicht über andere getroffen werden, jede Einzelperson kann eigenständig Aktionen planen und durchführen innerhalb der inhaltlichen in den Räten abgestimmten Leitlinien.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Organisation (Klimapolitik) Kategorie:Vereinsgründung 2025 Kategorie:Gründung einer politischen Organisation 2025