Der Zügelfaulvogel (Nonnula rubecula, Syn.: Bucco rubecula, Microtrogon fulvescens) ist eine Vogelart aus der Familie der Faulvögel (Bucconidae), die in Kolumbien, Ecuador, Peru, Venezuela, Guyana, Suriname, Französisch-Guayana, Brasilien, Paraguay und Argentinien vorkommt. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale Der Zügelfaulvogel erreicht eine Körperlänge von 14,0 bis 16,0 cm bei einem Gewicht von 17,0 bis 20,0 g. Ein weißlicher Streifen der sich von den Nasenbüscheln zieht, geht über zu einem weißen Augenring. Er hat einen schwärzlichen Schnurrbartstrich und ein weißes Kinn. Die Oberseite und Kopfseiten sind einfarbig dunkel graubraun, der Oberkopf grauer. Die Oberschwanzdecken und Flügeldecken wirken etwas rötlicher, die Armschwingen gelblich rötlich gesäumt. Die gerade Schwanzspitze ist eher abgestuft dunkelbraun. Die Kehle bis zur unteren Brust und den Flanken sind braun mit rötlichem Schimmer, der Bauch geht ins Weißliche über. Die Unterflügeldecken sind gelblich. Der Schnabel ist überwiegend schwarz, die Iris braun und die Füße schwarzgrau oder braun. Jungvögel wirken matter, die Kehle bis zur Brust ist einfarbig hellbraun. Die Oberseite ist schwach rötlich gesäumt. Der Schnabel ist dunkel mit heller Spitze.Pamela Cecile Rasmussen, u. a. (2020)

Lautäußerungen Der Zügelfaulvogel kommuniziert hauptsächlich in der Dämmerung und im Morgengrauen, wobei er meist aus dem Bereich der Baumkronen zu hören ist. Sein Gesang besteht aus einer Serie miauender wieip, wieip, wieip-Tönen, die er bis zu 20 Mal abgibt. Diese steigen sowohl in der Tonhöhe als auch in der Lautstärke an. Auch ein wiederholtes scharfes Tick gehört zu seinem Repertoire. Auf Playback vom Grauwangen-Faulvogel (Nonnula frontalis (, 1854)) reagierte er mit aufgeregtem Quietschen.

Fortpflanzung Ein halbwüchsiger Zügelfaulvogel wurde am Unterlauf des Amazonas im November beobachtet. In Minas Gerais wurden im Dezember zwei flügge Jungtiere dabei beobachtet, wie sie von ausgewachsenen Vögeln gefüttert wurden. Sein Nest befindet sich in einer Höhle im Erdwall oder in einem Baum. Eines der Paare mit Jungtieren wurde beim Betreten eines baumbewohnenden Termitenhügels in ca. 1,5 Meter Höhe über dem Boden beobachtet. Es ist jedoch unklar, ob es sich dabei um den Nistplatz handelte. Es existieren keine weiteren Informationen über die Größe des Geleges, Brutzeit, Aussehen der Küken oder Brutpflege und das Flüggewerden.

Verhalten und Ernährung Zur Nahrung des Zügelfaulvogels gehören größere Gliederfüßer. Darunter befinden sich Käfer, Krebse, Stabheuschrecken, Laubheuschrecken und Insektenlarven, die bis zu bis zu 2,5 Zentimeter lang sein können. Gelegentlich folgt er kurzzeitig gemischten Vogelschwärmen.

Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Zügelfaulvogels (grün) Der Zügelfaulvogel kommt vor allem in den mittleren Straten, jedoch auch vom Boden bis zur Baumkrone, feuchter Terra Firme und von Lianen gesäumten Várzea-Wälder vor, sowie in Sekundärwäldern und an Waldrändern mit oder ohne Bambus. In Venezuela ist er vorwiegend in sandigen Waldgürteln präsent, jedoch nicht mit hellem Sand. Er besiedelt vereinzelte Auwälder in Paraná im Südosten Brasiliens. Örtlich kommt er von Tieflandgebieten bis Höhenlagen von bis zu 1000 Metern vor. Im oberen Amazonasgebiet wird er im Igapó-Wald vom Braunkopf-Faulvogel (Nonnula amaurocephala , 1921) verdrängt.

Unterarten Es sind folgende Unterarten bekannt:IOC World bird list Jacamars, puffbirds, barbets, toucans, honeyguides Nonnula rubecula tapanahoniensis , 1968Gerlof Fokko Mees (1968), S. 102 kommt im südlichen Gebiet der Guyanas und dem nördlichen Brasilien vor. Die Unterart hat einen markanten dunkelgrauen Oberkopf und einen zimtfarbenen Kloakenbereich. Nonnula rubecula duidae , 1914Frank Michler Chapman (1914), S. 195 ist im östlichen Venezuela nördliche des Orinoco verbreitet. Diese Subspezies hat rötliche Zügel und ein rötliches Kinn. Nonnula rubecula interfluvialis , 1970Kenneth Carroll Parkes (1970), S. 155 kommt im südlichen Venezuela südlich des Orinoco und nördlich des Rio Negro im nördlichen Brasilien vor. Die Subspezies ist grauer gefärbt. Nonnula rubecula simulatrix , 1970 ist im südöstlichen Kolumbien und dem nordwestlichen Brasilien zwischen Rio Negro und dem Amazonas verbreitet. Diese Unterart hat einen dunkleren Schwanz als N. r. duidae. Nonnula rubecula cineracea , 1881Philip Lutley Sclater (1881), S. 778 kommt im östlichen Ecuador, dem nordöstlichen Peru und dem westlichen Brasilien südlich des Amazonas vor. Die Subspezies ist blasser und hat eine wärmere braune Unterseite als N. r. simplex. Nonnula rubecula simplex , 1937Walter Edmond Clyde Todd (1937), S. 248 ist im nördlichen zentralen und nordöstlichen Brasilien südlich des Amazonas verbreitet. Die Unterart wirkt eintönig und dunkler. Nonnula rubecula rubecula (, 1824)Johann Baptist von Spix, S. 51–52, Tafel 39 Abbildung 1 kommt im östlichen und südöstlichen Brasilien, in Paraguay und dem nordöstlichen Argentinien vor.

Die Unterarten unterscheiden sich in Struktur und Färbung. Die nördlichen Unterarten haben einen längeren, schmaleren Schnabel mit gut gebogener Spitze und helleren Kehllappen, einen kürzeren Schwanz mit kontrastierenden silbernen Rändern, wohingegen die ostbrasilianischen Rassen einen kurzen, breiten, geraderen Schnabel mit dunkleren Kehllappen und einen längeren, einfarbigen Schwanz aufweisen. Die Rassen nördlich des Amazonas haben rötliche Zügel, die südlich des Amazonas sind blasser und matter.

Migration Vermutlich ist der Zügelfaulvogel ein Standvogel.

Etymologie und Forschungsgeschichte mini| Zügelfaulvogel & Braunkappen-Faulvogel illustriert von Johann Baptist von Spix Die Erstbeschreibung des Zügelfaulvogels erfolgte 1824 durch Johann Baptist von Spix unter dem wissenschaftlichen Namen Bucco rubecula. Als Verbreitungsgebiet gab er Malhada am Rio São Francisco an. 1854 führte Philip Lutley Sclater die für die Wissenschaft neue Gattung Nonnula für den Zügelfaulvogel ein.Philip Lutley Sclater (1854), S. 124. Der Begriff stammt von ab.Nonnula The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname rubecula stammt von ab.rubecula The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Tapanahoniensis bezieht sich auf den FlussTapanahony, duidae den Berg Duida. Cineracea hat seinen Ursprung in cineracea The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, simplex in simplex in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, simulatrix in simulatrix in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling und interfluvialis in und .interfluvialis in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay einen Balg, gesammelt in Zanja Moroti im Bergland des Río Apa durch Michael Mathias Kiefer (1902–1980), zur Verfügung. Laubmann sah in Nonnula rubecula rubecula die Unterart für Paraguay. In der Literatur betrachtete er im Synonym Microtrogon fulvescens in Puerto Bertoni durch Arnaldo de Winkelried BertoniArnaldo de Winkelried Bertoni (1901), S. 41–42., im Departamento Alto Paraná durch Enrique Lynch ArribálzagaEnrique Lynch Arribálzaga (1902), S. 341. und in SapucaiCharles Chubb (1910), S. 276 durch Charles Chubb weitere Nachweise für das Land.Alfred Laubmann (1939), S. 197–198. Fulvescens hat seinen Ursprung in .fulvescens The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Faulvögel