Der Zigbach ist ein rund 3,5 Kilometer langer Bach und ein linker Zufluss der Reuss im Schweizer Kanton Aargau. Er durchquert in seinem Verlauf mehrere Naturschutzgebiete von nationaler Bedeutung.

Geographie Verlauf Der Zigbach nimmt seinen Anfang in zwei kurzen Quellbächen auf Geländeterrassen westlich des Reusstals in der hoch gelegenen Moränenlandschaft, die der eiszeitliche Reussgletscher vor Jahrtausenden schuf, etwa 5,5 Kilometer nordwestlich von Bremgarten und 3,5 Kilometer nördlich von Wohlen. Auch sein grösster Nebenbach, der Obere Zigbach, beginnt auf diesem Höhenzug.

Moosbach Der längere, linke Quellbach heisst Moosbach und entspringt auf im Waldgebiet Hoonerihau im Gebiet der Aargauer Gemeinde Niederwil in einem kleinen Tal zwischen der Moräne Hoonerirai und dem Höhenzug bei Ämet. Am Waldrand des Hoonerihau sind im Quellbereich des Moosbachs vor wenigen Jahren mehrere Amphibienlaichtümpel neu angelegt worden. Ausserhalb des Waldes ist der Bach seit der Trockenlegung des Moorgebiets Hoonerimoos als unterirdische Drainageleitung eingedolt. Dem Bachlauf folgt streckenweise die Gemeindegrenze zwischen Niederwil und Hägglingen. Der Moosbach fliesst gegen Süden durch einen Durchlass unter der Hägglingerstrasse und tritt im Wald Zighau im Tal östlich des Weilers Rüti wieder an die Oberfläche. Er durchquert 500 Meter weit in südöstlicher Richtung das weite Tal Paradis, ein weiteres teilweise trockengelegtes Moorgebiet, das als Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung verzeichnet ist.Objektblatt «Paradis» im Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung.

Chlymoos Der kürzere, rechte Quellbach des Zigbachs heisst gemäss dem Geoportal des Kantons Aargau Chlymoos und wird manchmal selbst auch Zigbach genannt. So auf dem Gemeindeplan von Niederwil. Sein Lauf beginnt als Ausfluss des überschüssigen Wassers aus dem grossen Sumpfgebiet Rütermoos südlich von Rüti auf In einer Mulde zwischen mehreren Moränenhügeln bildete sich während der letzten Eiszeit ein kleiner See, der mit der Zeit verlandete, so dass ein grosses Feuchtgebiet entstand. Daran erinnern mehrere Lokalnamen wie Rütermoos, Moosmatten, Grossmooshau, Mooshoger und Chlymooshau. Wegen der artenreichen Vegetation und Fauna ist diese in naturnahem Zustand erhaltene Moorlandschaft sowohl im Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung als auch im Bundesinventar der Flachmoore von nationaler Bedeutung registriert.Objektblatt «Rütermoos» im Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung.Objektblatt «Rütermoos» im Bundesinventar der Flachmoore von nationaler Bedeutung. Vom Hügel Hoobüel im Südwesten, im Gebiet der Gemeinde Wohlen, fliesst ein kleiner Waldbach in den Sumpf des Rütermoos hinunter; er kann als Oberlauf des Chlymoosbachs betrachtet werden. Unter dem Rütermoos fliesst der Bach in nordöstlicher Richtung, ebenfalls von der Grenze zwischen Niederwil und Hägglingen begleitet, etwa 400 Meter weit in das Feuchtgebiet Paradis hinunter, wo er auf der Höhe von auf den Moosbach trifft.

Oberer Zigbach Ein Nebenbach des Zigbachs, der Obere Zigbach, entspringt im feuchten Waldgebiet des Althau im Gebiet von Wohlen. Er ist seit einer Flurbereinigung im frühen 20. Jahrhundert fast auf seiner ganzen Länge eingedolt. Der mehr als einen Kilometer lange Bachdurchlass folgt teilweise der Wohlerstrasse und wird kurz vor dem westlichen Dorfrand von Niederwil unterirdisch mit dem Zigbach zusammengeführt.

Zigbach Vom Chlymoos an hat der Bach den Namen Zigbach. Dieser Gewässername kommt vom Flurnamen Zighau für das Waldgebiet auf der Moräne zwischen dem Tal Paradis und dem Flurgebiet Dreiangel. Die Herkunft und die ursprüngliche Bedeutung des Namens sind ungeklärt.

Siehe auch Liste der Nebenflüsse der Reuss

Weblinks

Verlauf des Zigbachs auf dem Geoportal des Kantons Aargau

Einzelnachweise

Kategorie:Niederwil AG