Johann Rudolph von Ludwigstorff († 1718) war ein landesfürstlich-österreichischer Staatsbeamter.
Leben
Johann Rudolph Katzy (Katzi, Kazy) von Ludwigstorff (Ludwigsdorf), ein Sohn des 1697 von Kaiser Leopold I. mit dem Prädikat „Edler von Ludwigstorff“ in den Reichsritterstand erhobenen und 1699 unter die neuen Geschlechter des niederösterreichischen Ritterstandes aufgenommenen Karl Rudolf Katzy, wurde 1686 Sekretär im Niederösterreichischen Regiment, der späteren Niederösterreichischen Statthalterei.
1700 wurde er zum Regimentsrat (Regierungsrat) befördert und erhielt mit Datum 16. Jänner 1703 das ungarische Freiherrendiplom. Mit Datum 28. Juni 1710 erlangte er für sich und seine Nachkommen das erblich-österreichische Freiherrendiplom mit dem Prädikat Freiherren von Goldlamp, Herren zu Deutsch-Altenburg, Wankheim, Steinabrunn und Prellenkirchen.Ernst Heinrich Kneschke: Neue allgemeines Deutsches Adels-Lexikon. Band 6, Leipzig 1859, S. 33f. 1712 wurde er in die alten Geschlechter des niederösterreichischen Ritterstandes übernommen.
Er war kaiserlicher Rat und Regent „des Regiments deren niederösterreichischen Landen“. Von 1701 bis 1707 war er Mitglied der Kommission zur Gründung des Wiener Versatzamtes, des heutigen Dorotheums. 1716 gehörte er zu jenen Ständemitgliedern, die das Landsfürstliche Traid= und Vieh=Aufschlags Gefäll, eine Vieh- und Getreidesteuer, gepachtet hatten, in der Weise, dass sie dem Landesfürsten die zu erwartenden Einnahmen vorstreckten und dann die Steuer einhoben. Auf diese Weise zu einigem Vermögen gekommen, erwarb er bedeutende Herrschaften, darunter 1706 Deutsch-Altenburg mit den Gütern Prellenkirchen und Wangheim vom Grafen Collalto und 1717 Guntersdorf vom Grafen Serenyi, die mit Testament vom 29. September 1717 in eine Sekundogenitur- (Deutsch-Altenberg) bzw. (Primogenitur-)Fideikommissherrschaft (Guntersdorf) umgewandelt wurden und bis 1848 im Besitz der Familie blieben.
Verheiratet war Rudolf von Ludwigsdorf mit Barbara von Ludwig. Aus der Ehe gingen mehrere Kinder hervor. Gemäß den Fideikommissbestimmungen erhielt der ältere Sohn, der 1693 geborene Reichart Franz, die Herrschaft Guntersdorf und der jüngere 1700 geborene Johann Josef Anton die Güter Deutsch-Altenburg und Prellenkirchen. Eine Tochter, Maria Anna, heiratete 1722 den Sohn des Hofkriegsrats Anton Ernst Burkhard von Birckenstein, Franz Ferdinand.
Johann Rudolf von Ludwigstorff starb 1718. Er wurde in der Kirche von Deutsch-Altenburg bestattet, in der Gruft beim Fenster. Es heißt, 1809 haben ihm die Franzosen einen Ring vom Finger gezogen.Hanns Maria Truxa: Der österreichische Geschichtsforscher, Schriftsteller und Dichter Pfarrer Josef Maurer. Wien, 1897, S. 51
Literatur Albert Starzer: Beiträge zur Geschichte der niederösterreichischen Statthalterei, 1897, S. 449 Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, Band 57, 1907, S. 480
Einzelnachweise
Kategorie:Nobilitierter (HRR) Kategorie:Baron (Ungarn) Kategorie:Person (Habsburgermonarchie vor 1804) Kategorie:Geboren im 17. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1718 Kategorie:Mann