mini|Haus Pfarrgasse 3 Das ehemalige Kanonikatshaus Pfarrgasse 3 ist ein denkmalgeschütztes Wohnhaus in Eichstätt. Die historische Hausnummer des Gebäudes war A 60. Das Gebäude gilt als Jurahaus und wird unter der Nummer D-1-76-123-204 als Baudenkmal geführt.
Lage Das Gebäude liegt in einer Gasse in der Eichstätter Altstadt. Der Name der Gasse war früher auch Pfarrhöflein oder Dompfarrgässchen. Nach Berichten über ungebührliches nächtliches Verhalten der Eichstätter Bürger wurde 1593 verordnet, dass die Tore zum Pfarrhöflein nachts verschlossen werden. Diese Regelung bestand bis 1808. Eines dieser Tore, dass das Pfarrhöflein zur heutigen Widmanngasse abschloss befand sich an der Pfarrgasse 3. Das Gebäude weist im Erdgeschoss an der Ecke ein Guckloch auf, um zu sehen, wer vor dem Tor stand.Walburga Biller in Das Jurahaus Nr. 16, ISSN 0948-5066: Online abrufbar auf: Das Jurahaus - Nummer 16
Architektur und Geschichte mini|Marienfigur am Hauseck Laut Beschreibung der Bayerischen Denkmalliste handelt es sich um einen Eckbau, mit vorkragendem Obergeschoss aus dem 16. Jahrhundert. Das Gebäude wurde wohl nach einem Umbau mit dem Jahr 1765 bezeichnet. An der Ecke zur Widmanngasse befindet sich eine barocke Figurennische.
Wie die umliegenden Gebäude gehörte das Gebäude Pfarrgasse 3 als Pfarrstift zur Kollegiatspfarrkirche. Das Haus Pfarrgasse 3 diente als Kollegiatshaus. Eine erste urkundliche Erwähnung eines Kanonikatshauses stammt aus dem Jahr 1417. Erbaut wurde das heutige Gebäude nach dendrochronologischen Bestimmungen wohl um 1542/1543. Dabei wurde ein steinernes Vorgängerhaus aus der Zeit um 1250 einbezogen. Da das Haus als Kanonikatshaus des Kollegiatsstifts bis zur Säkularisierung nie den Besitzer wechselte, sind nur wenige Aufzeichnungen aus dieser Zeit bekannt. Bekannt ist hingegen, dass das Haus zwischen 1754 und 1765 im barocken Stil umgestaltet wurde. Zu den Umbauarbeiten gehörte der Einbau einer barocken Treppe im Haupthaus und ein Anbau mit Seiteneingang. Durch den fürstbischöflichen Hofmaler Johann Michael Franz wurden aufwendige Wandmalereien an den Innenwänden angebracht. Der Umbau wurde durch den Licentiat und Kanonikus Johann Anton Walther in Auftrag gegeben. Mit der Säkularisation wechselte das Gebäude in bürgerlichen Besitz. Von 1869 bis 1920 betrieb die Familie Edelmann in dem Gebäude eine Bäckerei. Ab 1921 wurde die Bäckerei von Otto Wahler betrieben. Der Backbetrieb endete 1948.
Von 2007 bis 2009 wurde das Gebäude aufwendig denkmalgerecht saniert.
Siehe auch
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Eichstätt Kategorie:Baudenkmal in Eichstätt Kategorie:Erbaut in den 1540er Jahren Kategorie:Jurahaus