Pteronotus rubiginosus ist eine im nördlichen Südamerika verbreitete Fledermaus in der Gattung der Nacktrückenfledermäuse. Die Population wurde noch bis in die frühen 2000er Jahre als Unterart in die Schnurrbärtige Fledermaus (Pteronotus parnellii) eingeordnet. Das Typusexemplar stammt aus dem Bundesstaat Mato Grosso in Brasilien. Im Handbook of the Mammals of the World erhielt diese Art den deutschen Trivialnamen „Wagner-Schnurrbartfledermaus“ und die Wagner-Schnurrbartfledermaus (Pteronotus personatus) den Namen „Kleine Wagner-Schnurrbartfledermaus“.
Merkmale Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 63 bis 79 mm, einer Schwanzlänge von 24 bis 31 mm und einem Gewicht von 20 bis 27 g ist die Art der größte Vertreter der Familie Kinnblattfledermäuse. Es sind 61 bis 67 mm lange Unterarme, Hinterfüße von 13 bis 16 mm Länge und 18 bis 21,5 mm lange Ohren vorhanden. Das oberseitige Fell der jungen Erwachsenen hat eine hell- bis sehr dunkelbraune Farbe und wird bei älteren Tieren deutlich rotbraun. Unterseits sind die Haare hauptsächlich dunkelbraun mit einer hellbraunen Spitze. Der Kopf ist durch eine robuste Schnauze und durch Nasenöffnungen die parallel liegen gekennzeichnet. Verschiedene abweichende Details des Schädels unterscheiden das Tier von anderen Gattungsmitgliedern. In weiteren Körpermerkmalen entspricht die Art der Schnurrbärtigen Fledermaus.
Verbreitung Die in der Einleitung genannte Sachbuchreihe zählt nur die Populationen vom zentralen Brasilien bis in die Region Guyanas, ins südliche Venezuela, im östlichen Peru und im nordöstlichen Bolivien zu dieser Art. Von der IUCN wird auch eine Population vom Osten Honduras bis nach Panama zu Pteronotus rubiginosus gerechnet. Das Verbreitungsgebiet liegt auf 65 bis 2200 Meter Höhe. Als Habitat dienen meist tropische Regenwälder und gebietsweise die Feuchtsavanne Cerrado.
Lebensweise Diese Fledermaus geht in der gesamten Nacht auf Nahrungssuche. Am Tage bilden sich in Sandsteinhöhlen große Kolonien mit hunderten bis tausend Mitgliedern oder in Kalksteinhöhlen mittelgroße Kolonien mit etwa 100 Exemplaren. Manchmal werden von Menschen geschaffene Verstecke genutzt. Vermutlich liegen zwischen dem Ruheplatz und der Region, in der gejagt wird, längere Distanzen. Die Höhle kann mit der Großen Nacktrückenfledermaus (Pteronotus gymnonotus) oder mit Blattnasen geteilt werden. Laut wenigen Beobachtungen haben Männchen und Weibchen zeitweilig getrennte Verstecke. Die Jagd findet oft über Waldschneisen statt. In Savannen wurden eher Baumgruppen besucht, die nicht an einem Wasserlauf lagen. In klaren Mondnächten ist die Aktivität größer als bei anderen Wetterbedingungen.
Der Ruf zur Echoortung besteht aus einem Teil mit konstanter Frequenz und einem Teil mit Frequenzmodulation. Er ist 20 Millisekunden lang oder etwas länger. Der zweite Teil ist bei 53 bis 55 kHz am intensivsten. Die Beute besteht überwiegend aus Nachtfaltern, die mit Termiten, Gleichflüglern, Käfern und anderen Insekten komplettiert werden.
Soweit bekannt gibt es je nach Region nur eine Fortpflanzungszeit pro Jahr. Im Amazonasbecken wurden Paarungen zwischen November und Januar festgestellt. In Gebieten der Savanne Cerrado erfolgte die Paarung zwischen Juli und August und die Geburt der Nachkommen zwischen Dezember und Januar. In Französisch-Guayana waren Weibchen im Juni und Juli trächtig. Weibchen mit aktiven Zitzen sind verstreut über das ganze Jahr bekannt.
Gefährdung Für den Bestand liegen keine Bedrohungen vor. Das Tier hat eine weite Verbreitung, eine große Gesamtpopulation und es kommt in mehreren Schutzgebieten vor. Die IUCN listet Pteronotus rubiginosus als nicht gefährdet (least concern).
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Einzelnachweise
Kategorie:Hasenmaulartige Kategorie:Noctilionoidea