Rufus (; bl. 52–55 n. Chr.) war ein stadtrömischer Christ, der im Neuen Testament erwähnt wird.
In der Grußliste des Römerbriefs hob Paulus von Tarsus den Rufus, „der vom Herrn auserwählt ist“ und seine namentlich nicht genannte Mutter, „die auch mir zur Mutter geworden ist“, hervor (). Persönliche Bekanntschaft mit Paulus impliziert, dass Mutter und Sohn sich zeitweilig im Osten des Reichs aufgehalten hatten.Peter Lampe: Die stadtrömischen Christen in den ersten beiden Jahrhunderten: Untersuchungen zur Sozialgeschichte, Tübingen 2019, S. 138. Eine unfreie Herkunft ist für beide Personen unwahrscheinlich, vielmehr lässt die Charakterisierung der Mutter Peter Lampe zufolge „am ehesten an eine einem Haus vorstehende Matrone denken, die in dieser Funktion in der Lage war, den Apostel zu bewirten“.Peter Lampe: Die stadtrömischen Christen in den ersten beiden Jahrhunderten: Untersuchungen zur Sozialgeschichte, Tübingen 2019, S. 153.
Durch Verschmelzung des von Paulus gegrüßten Rufus mit dem im Markusevangelium erwähnten gleichnamigen Sohn des Simon von Cyrene entstand die legendarische Gestalt des Rufus von Rom. Michael Wolter zufolge ist die Identifikation beider neutestamentlicher Namensträger nur eine „erbauliche Spekulation.“Michael Wolter: Der Brief an die Römer (= Evangelisch-Katholischer Kommentar zum Neuen Testament, Neubearbeitung, Band 6/2). Vandenhoeck & Ruprecht und Patmos, Göttingen und Ostfildern 2019, S. 480.
Literatur Peter Lampe: Die stadtrömischen Christen in den ersten beiden Jahrhunderten: Untersuchungen zur Sozialgeschichte (= Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament, 2. Reihe, Band 18). Mohr Siebeck, Tübingen 1987; 2. revidierte und erweiterte Ausgabe 2019. ISBN 978-3-16-157449-8.
Anmerkungen
Kategorie:Person im Neuen Testament Kategorie:Römerbrief Kategorie:Geboren im 1. Jahrhundert v. Chr. oder 1. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 1. Jahrhundert Kategorie:Mann