mini|Agnes M Cowan Agnes Marshall Cowan (* 19. April 1880 in Edinburgh, Schottland; † 22. Mai 1940 in Cambridge, Vereinigtes Königreich) war eine schottische Medizinerin, Missionarin und Hochschullehrerin. Sie war eine der ersten vollqualifizierten Ärztinnen in Großbritannien und 1934 war sie die erste schottische Frau, der eine Professur verliehen wurde. Während der Pestepidemie in der Mandschurei war sie dort als medizinische Missionarin tätig.
Leben und Werk mini|Die weiblichen Absolventinnen der Medizin an der Universität Edinburgh im Juli 1906. Cowan steht als erste von links in der hinteren Reihe mini|Fotografie von Studenten und Mitarbeitern des Mukden Medical College anlässlich des Abschieds von Dr. Dugald Christie im Jahr 1922. Cowan war das sechste von zehn Kindern des Geschäftsmanns und Philanthropen Sir John und Lady Marion Dickson Cowan. Marshall war der Mädchenname ihrer Großmutter väterlicherseits. Ihr Großvater war Reverend John Cowan, ein langjähriger Missionar der United Presbyterian Church in Jamaika. Nach dem Schulbesuch studierte sie ab 1901 Medizin an der Universität Edinburgh, wo die ersten Studentinnen 1892 zum Medizinstudium zugelassen wurden. Im Juli 1906 schloss sie ihr Studium mit dem MB Ch.B ab und wurde Assistenzärztin am Leith Hospital, dem ersten Krankenhaus, das Ärztinnen aufnahm. Später wurde sie zur Assistenzärztin in der Augenklinik des Royal Infirmary in Edinburgh ernannt.
1913 arbeitet sie als medizinische Missionarin in der Mandschurei und im März 1914 war sie im Krankenhaus in Ashiho bei Harbin in Nordchina stationiert. Später arbeitet sie im Krankenhaus in Mukden, dem heutigen Shenyang. Die Krankenhäuser wurden von der Universität Edinburgh und der Church of Scotland unterstützt und von Wohltätigkeitsorganisationen in Schottland gefördert.
Während des Ersten Weltkriegs kehrte sie nach Großbritannien zurück und arbeitete von April 1917 bis April 1918 als Assistenzärztin in der Sprengstofffabrik Devil’s Porridge in Gretna, die den Bedarf an Sprengstoffen während des Ersten Weltkriegs deckte. Im Mai 1918 diente sie beim Royal Army Medical Corps und war als Ärztin dem Queen Mary’s Army Auxiliary Corps zugeteilt. Nach Kriegsende kehrte sie 1919 an ihre frühere Position am Mukden Medical College in der Mandschurei zurück, das weiterhin unter der Leitung von Dugald Christie stand. Aufgrund seiner engen Verbindungen zur Universität Edinburgh war das College 1934 das erste außerhalb Großbritanniens, dessen medizinischer Abschluss in Schottland anerkannt wurde. 1934 wurde sie zum Mitglied des Royal College of Obstetricians and Gynaecologists (MRCOG) ernannt, und das College verlieh ihr im selben Jahr eine Professur für Geburtshilfe und Gynäkologie. Ihre Tätigkeit in der Mandschurei umfasste die Arbeit im Frauenkrankenhaus von Mukden sowie Vorlesungen als Professorin für Geburtshilfe und Gynäkologie am Mukden Medical College. mini|Das Familiengrab von Sir John Cowan auf dem Grange Cemetery 1939 kehrte sie Berichten zufolge in schlechtem Gesundheitszustand nach Großbritannien zurück. Am 22. August 1940 starb sie im Alter von 60 Jahren in Cambridge und wurde am 28. August 1940 in der Familiengruft auf dem Grange Cemetery in Edinburgh beigesetzt.
Literatur A. L. Scully: Medical women of the West. West J Med. 149(6), 1988, S. 761–763. PMCID: PMC1026634. Roger Jeffery: Women who qualified as medical doctors in the United Kingdom, 1877–1914. University of Edinburgh. School of Social and Political Science, 2025. doi:10.7488/ds/7909.
Weblinks
Youtube-Video: Worker of the Week: Agnes Marshall Cowan (englisch)
Einzelnachweise
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