Nebrowo Wielkie (deutsch Groß Nebrau) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Er gehört zur Gmina Sadlinki (Landgemeinde Sedlinen) im Powiat Kwidzyński (Kreis Marienwerder).
Geographische Lage Der Ort liegt im Südwesten der historischen Landschaft Preußen, unmittelbar an der Grenze zwischen Pommerellen und der altpreußischen Landschaft Pomesanien, die durch die Weichsel markiert wird. Nebrowo Wielkie liegt im Süden der Woiwodschaft Pommern und befindet sich ungefähr 15 Kilometer südwestlich von der Kreisstadt Kwidzyn (Marienwerder)Polska w liczbach: Wieś Nebrowo Wielkie w liczbach (polnisch), abgerufen am 21. März 2026..
Geschichte Die in älteren Urkunden aufgeführten Schreibvarianten des Ortsnamens sind Nebrow (1375), Nebraw (1396), Nebra (1406), Neberow (1505) und Neberaw (1547)Familienforschung in Westpreußen in: westpreussen.de, abgerufen am 21. März 2026.
Der Ort existierte bereits zur Zeiten des Deutschen Ordens und wurde im Jahr 1375 als Nebrow erstmals urkundlich erwähnt. Durch seine Lage am Weichselufer entwickelte sich das Dorf im Laufe seiner Geschichte zu einem der bedeutendsten Orte in der Weichselniederung bei Marienwerder. Auf dem Ortsgebiet existierte, schon bereits zur Zeit der Prußen, eine Fähre über die Weichsel die durch eine Burg auf dem gegenüberliegenden Ufer gesichert wurdeostpreussen.net: Groß Nebrau, abgerufen am 21. März 2026.
Mit dem Erlass der Deichkonstitution von 1713 war Nebrau Sitz des Oberältermanns für die gesamte Deichstrecke der oberen Niederung. Gewählt wurde er zunächst aus dem Kreis der ortsansässigen Bauern, ab 1755 erfolgte die Ernennung durch den König von Preußen. mini|(Groß) Nebrau, rechts der Weichsel, östlich von Neuenburg und nördlich von Graudenz, auf einer Landkarte von 1890 Nach der Ersten Polnischen Teilung von 1773 wurde Polnisch-Preußen Teil des Königreich Preußens und daraus größtenteils die Provinz Westpreußen gebildet. Das östlich der Weichsel gelegene Nebrau, und daher stets zum Herzogtum Preußen und später zum Königreich Preußen zugehörig, wurde dem neuen Westpreußen zugeordnet und kam zum Kreis Marienwerder. Diese Zuteilung blieb bis 1919 bestehen.
Durch den Versailler Vertrag, der am 10. Januar 1920 inkraft trat, wurde Westpreußen offiziell aufgelöst und zwischen dem Deutschen Reich und dem neuen polnischen Staat aufgeteilt. Als östlich der Weichsel gelegener Teil des Kreises Marienwerder, blieb Groß Nebrau bei Deutschland und wurde der Provinz Ostpreußen zugeteilt. Während der Zwischenkriegszeit war Groß Nebrau der westlichste Ort Ostpreußens und lag unmittelbar an der Grenze zum Polnischen Korridor.
Nach dem deutschen Überfall auf Polen im Jahr 1939 kam Groß Nebrau mit dem gesamten ostpreußischen Regierungsbezirk Westpreußen zum Reichsgau Danzig-Westpreußen und verblieb dort bis zum Kriegsende 1945.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die südliche Hälfte des ehemaligen Ostpreußens Polen zugesprochen. Groß Nebrau wurde nach dem Krieg Teil der Volksrepublik Polen und in Nebrowo Wielkie umbenannt. Von 1954 bis 1972 war der Ort eine eigenständige GromadaPodział administracyjny Polskiej Rzeczypospolitej Ludowej. Warszawa: Urząd Rady Ministrów – Biuro do spraw Prezydiów Rad Narodowych, 1956..
Einwohnerzahlen +JahrEinwohner18852791905403191039519333351939318
Kirche Eine Kirche in (Groß) Nebrau existierte bereits zur Ordenszeit. Mit der Säkularisation von 1525 durch Herzog Albrecht wurde der Ordensstaat in ein lutherisches Herzogtum umgewandelt, womit auch die Ortskirche von Nebrau evangelisch-lutherisch wurde.
Im Jahr 1590 wurde die Kirche geringfügig erneuert. Nach einem Brand erfolgte 1624 eine weitere Erneuerung. 1747 wurde ein massiver Neubau angeordnet. Es war verpflichtend die Deichhöhe zu markieren, weswegen ein Stein in die Kirchenwand eingelassen wurde. Das Pfarrhaus gegenüber der Kirche wurde ebenfalls 1747 erbaut.
Persönlichkeiten
Paul Schmidt (* 1931), deutscher Leichtathlet Erhard Engler (1938–2012), deutscher Romanist
Weblinks
Bildarchiv Ostpreußen: Diashow Groß Nebrau Landkreis Marienwerder Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern Kategorie:Gmina Sadlinki