mini|Die Kirche in Helsen mini|hochkant|Die Kirche in Helsen
Die Evangelische Kirche Helsen ist ein Kirchengebäude in Helsen, einem Stadtteil von Bad Arolsen im Landkreis Waldeck-Frankenberg (Hessen). Sie gehört zur evangelischen Martin-Luther-Gemeinde Bad Arolsen im Kirchenkreis Twiste-Eisenberg der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Die Aufnahme der Kirche in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen als Kulturdenkmal aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen nach § 2 Absatz 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz ist vorgesehen.Kulturdenkmäler in Hessen: Evangelische Kirche Helsen, Landkreis Waldeck-Frankenberg
Vorgeschichte Bereits im Jahre 1353 wurde ein Pleban in Helsen erwähnt. Der Ort fiel jedoch im 14. oder 15. Jahrhundert wüst und wurde erst ab 1504 auf Betreiben der Antoniter aus Grünberg, die 1492/93 das Kloster Aroldessen und damit auch die Gemarkung von Helsen übernommen hatten, neu besiedelt. 1526, im Zuge der Reformation, säkularisierten die Grafen von Waldeck das Kloster Aroldessen und dessen Besitz,Das Kloster selbst wurde zum Residenzschloss der Grafen umgestaltet. und der Ort, dessen Bewohner zur Pfarrkirche des Klosters gegangen waren, wurde nach Mengeringhausen eingepfarrt. Einhergehend mit dem Bau einer Kapelle im Jahre 1568, vermutlich an gleicher Stelle wie die heutige Kirche, wurde in Helsen eine eigenständige Pfarrei eingerichtet, zu der bis 1752 auch Arolsen gehörte. Helsen blieb in der Folge selbständige Pfarrei ohne Filialgemeinde mit Zusatzaufgaben. Die Inhaber der Pfarrstelle erhielten gleichzeitig den Titel eines Hofpredigers der Waldecker Grafen, und die Helser Pfarrer blieben bis 1908 Waldecker Hofprediger.
Heutige Kirche Erst nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs konnten die Waldecker Grafen den Bau einer von ihnen initiierten und gesponserten Kirche in Betracht ziehen. Die Grundsteinlegung erfolgte am 10. Mai 1653. Erst 1688 wurde sie fertiggestellt – eine dreischiffige Hallenkirche mit Turm auf quadratischem Grundriss und mit Glockenhaube und Wetterhahn im Westen. Der gotisierende Barockbau wurde dann vom Grafenhaus, ab 1712 Fürstenhaus, als Hofkirche genutzt, da es noch keine Arolser Neustadt und somit auch keine Stadtkirche gab.Erst 1719 wurden die „Privilegien und Freyheiten zur Gründung der Neustadt Arolsen“ verkündet.Erst 1752 übernahm die damals allerdings noch unfertige Stadtkirche Arolsen die Funktion der Hofkirche.
Der Bau ist aus Bruchstein aufgeführt und wird, ausgenommen auf der Turmseite im Westen, allseitig von hohen Spitzbogenfenstern, mit Maßwerk im gedrückten Spitzbogen, erhellt. Die künstlerische Verglasung der Ostfenster wurde nach 1895 von der Marburger Glasmalerei-Werkstatt K.J. Schultz-Söhne geschaffen. Das Langhaus ist von einem steilen Satteldach gedeckt, im Osten über dem Chorraum von einem Zeltdach. Der Innenraum unter dem auf schlanken Säulen ruhenden Deckengewölbe ist prunkvoll ausgestattet. Dreiseitig umlaufende Emporen tragen im Westen die Orgel. Neben dem Waldecker Wappen über dem Schalldeckel der Kanzel erinnert insbesondere der große, originelle Palmenaltar an die ehemalige Funktion der Kirche. Er besteht aus vier stilisierten Palmen, die einen Baldachin in Pyramidenform tragen, und versinnbildlicht den Wahlspruch des Fürstenhauses: „Palma sub pondere crescit“ – „Die Palme wächst unter der Last“.
Fußnoten
Weblinks
Pfarrkirche Helsen (mit Fotos) Die Kirche zu Helsen, bei: Bezirk Helsen und Kirchengemeinde Massenhausen auf der Webseite des Kirchenkreises Twiste-Eisenberg Bad Arolser Kirchen und Kirchengemeinden im Überblick: Evangelische Kirche Helsen
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