Der Fahlbauch-Faulvogel (Notharchus swainsoni, Syn.: Bucco swainsoni, Notharchus macrorhynchos swainsoni, Megacephalus bitorquatus) ist eine Vogelart aus der Familie der Faulvögel (Bucconidae), die im südöstlichen Brasilien (südliches Bahia über Espírito Santo bis Santa Catarina), dem östlichen Paraguay und dem nordöstlichen Argentinien (Provinz Misiones) vorkommt. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt. Die Art gilt als monotypisch.IOC World bird list Jacamars, puffbirds, barbets, toucans, honeyguides
Merkmale Die Fahlbauch-Faulvogel erreicht eine Körperlänge von ca. 23,5 cm bei einem Gewicht von 72,0 bis 75,6 g. Die Oberseite ist schwarz glänzend grün mit gelblich gesäumt Federn. Der vordere Oberkopf ist schmal weiße gefärbt. Die Kehle und die obere Brust ist weiß, die Gesichtsseiten und ein dünner Nackenkragen grauweiß. Er hat ein schwarzes Brustband, einen hell rotbraunen Bauch und graue Flecken an den Seiten. Der Schnabel ist schwarz, die Iris rot, braun oder strohfarben und die Füße schwarz. Nicht ausgewachsene Jungtiere wirken matter. Das Brustband kann unvollständig sein. Die Iris ist braun. Er unterscheidet sich vom sehr ähnlichen Guyanasfaulvogel (Notharchus macrorhynchos) hauptsächlich durch den grünen Glanz auf der Oberseite, den hell rotbraunen Bauch mit deutlich weniger ausgeprägten, graueren Flankenzeichnungen, das grauere Gesicht und den graueren Hinterkragen, das schmalere schwarze Brustband und einen kleineren Schnabel.Pamela Cecile Rasmussen, u. a. (2020)
Lautäußerungen Der Gesang des Fahlbauch-Faulvogels besteht aus einer absteigende Folge von Pfiffen, deren Rhythmus variiert. Diese klingen wie ui-ui---dibul-dibul...
Fortpflanzung Der Fahlbauch-Faulvogel brütet von September bis Oktober in seinem südlichen Verbreitungsgebiet. Er gräbt hierzu Löcher in Termitenhügeln. Eine in Paraguay entdeckte Höhle befand sich zwölf Meter über dem Boden. Es existieren keine Informationen über die Größe des Geleges, Brutzeit, Aussehen der Küken oder Brutpflege und das flügge werden.
Verhalten und Ernährung Der Fahlbauch-Faulvogel ernährt sich von Insekten inklusive Heuschrecken, Hautflügler, Schnabelkerfen, Käfer und Schmetterlingen sowie deren Larven. Auch kleinere Wirbeltiere und vegetarische Nahrung nimmt er zu sich. Bei der Suche nach Nahrung erforscht er auch Ameisenschwärme. Für seine Beute pirscht er sich von den Wipfeln hoher kahler Bäume aus heran.
Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Fahlbauch-Faulvogels (grün) Zu seinem bevorzugten Habitat gehört Tiefland-Feuchtwald sowie abgeholzter und hoher Sekundärwald. In Bahia kann er in Höhenlagen bis zu 900 Meter vorkommen.
Migration Das Zugverhalten des Fahlbauch-Faulvogels ist wenig erforscht. Es scheint, als sei er ein Sommerzugvogel. So ist er an den atlantischen Wäldern im brasilianischen Bundesstaat São Paulo von September bis März präsent. Am Rio Iguaçu im extremen Nordosten von Argentinien scheint er ein Standvogel zu sein.
Etymologie und Forschungsgeschichte mini|Fahlbauch-Faulvogel illustriert von William Swainson Die Erstbeschreibung des Fahlbauch-Faulvogels erfolgte 1846 durch George Robert Gray unter dem wissenschaftlichen Namen Bucco swainsoni. Er bezog sich auf Notharchus macrorhynchos , 1822 (nec. Guyanasfaulvogel (Notharchus macrorhynchos , 1788))William Swainson (1822), Tafel 99 & Text.Zu Publikationsdaten des Werkes siehe Zimmer S. 612–614. von William Swainson.George Robert Gray (1846), S. 42. 1863 führten Jean Louis Cabanis und Ferdinand Heine junior die für die Wissenschaft neue Gattung Notharchus ein.Jean Louis Cabanis u. a. (1863), S. 149–153. Der Begriff stammt von und ab.Notharchus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname swainsoni ist William Swainson gewidmet. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay einen Balg, gesammelt in Nueva Germania durch Michael Mathias Kiefer (1902–1980), zur Verfügung. Laubmann sah in Notharchus macrorhynchos swainsoni die Unterart für Paraguay. In der Literatur betrachtete er im Synonym Megacephalus bitorquatus im Departamento Alto Paraná durch Arnaldo de Winkelried BertoniArnaldo de Winkelried Bertoni (1901), S. 39–41. und am Rio Iguaçu durch Enrique Lynch ArribálzagaEnrique Lynch Arribálzaga (1902), S. 341. weitere Nachweise für das Land.Alfred Laubmann (1939), S. 197–198. Bitorquatus hat seinen Ursprung in und .bitorquatus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Faulvögel