Sellpy ist eine 2014 gegründete schwedische Plattform für den Kauf und Verkauf von Gebrauchtwaren mit Schwerpunkt auf Mode, die als Mehrheitsbeteiligung der H&M-Gruppe in zahlreichen europäischen Märkten tätig ist.

Geschichte Sellpy wurde 2014 von Michael Arnör, Oskar Nielsen und Philip Gunnstam in Stockholm gegründet. H&M investierte seit 2015 in das Unternehmen und hielt beim Deutschlandstart 2020 bereits rund 70 % der Anteile. Im Juni 2020 begann Sellpy den Betrieb in Deutschland. Im Mai 2021 weitete das Unternehmen sein Angebot auf 20 weitere europäische Länder aus und kam damit auf 24 Märkte.

Geschäftsmodell und Entwicklung Sellpy übernimmt für Verkäufer wesentliche Teile des Prozesses von der Einsendung bzw. Abholung über Fotografie und Inserierung bis zu Verkauf und Versand der Ware. 2021 begann zudem eine Zusammenarbeit mit H&M in Polen für Distribution, Qualitätskontrolle und Bestellabwicklung. Nach Unternehmensangaben stieg der Umsatz im bis November 2024 laufenden Geschäftsjahr auf knapp 1,6 Milliarden schwedische Kronen; zugleich blieb Sellpy defizitär und finanzierte Kapazitätsausbau und Automatisierung über Kapitalmaßnahmen und ein Darlehen des Großaktionärs H&M. Ende 2025 hatte H&M bereits einen Anteil von über 80 % an Sellpy. Im Jahr 2025 kam weiteres frisches Kapital aus einer neuen Aktienemission mit H&M als wichtigem Geldgeber hinzu.

Kritik Im November 2025 berichtete die Zeitung Svenska Dagbladet über Beschwerden von Verkäufern, wonach insbesondere höherwertige Kleidungsstücke verschwänden oder als nicht verkaufsfähig aussortiert würden. Im Dezember 2025 leitete die schwedische Verbraucherbehörde Konsumentverket ein Aufsichtsverfahren gegen Sellpy ein und verlangte Auskunft über Sortierungsroutinen sowie über Informationen zu Reklamation und Widerruf. Die im März 2026 veröffentlichte SWR-Recherche Inside Secondhand – wo deine Kleider wirklich landen stellte zudem die Transparenz von Sellpys Nachhaltigkeitsversprechen infrage, nachdem mit Trackern versehene Kleidungsstücke bei einem polnischen Zwischenhändler und auf einem Markt in Karatschi gelandet waren; Sellpy erklärte dazu, Verträge mit Partnern untersagten Verkäufe außerhalb Europas, und verwies bei Recyclingexporten auf die Einhaltung europäischer Vorgaben durch einen Partner.

Einzelnachweise

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