mini|Eine Madegassin mit Masonjoany und einem Wäschekorb auf dem Kopf mini|Ein madegasssisches Mädchen in Nosy Be mit Schmuck-Masonjoany Masonjoany () ist eine Kosmetikpaste und ein Sonnenschutzmittel aus zermahlenem Holz. Sie wird von Frauen und Mädchen in Madagaskar, den Komoren und Mayotte als schützende und dekorative Maske getragen.

Bezeichnungen In den Komoren und auf Mayotte wird die Paste als msindanu, msindzano, mosinjàno, oder msinjàno bezeichnet.N. J. Gueunier: Dictionnaire du dialecte malgache de Mayotte (Comores). KomEDIT, Moroni, Komoren 2016. ISBN 978-2-37097-023-7

Herstellung In Madagaskar gibt es die Paste in gelber und weißer Variante. Gelbes Masonjoany wird aus dem Holz des Tabàky- oder Madagaskar-Sandelholzes (Coptosperma madagascarensis) gewonnen, weißes Masonjoany aus dem Holz des Aviavy- oder Fihamy-Baumes (Ficus grevei).Miray Niaina Casimir: Valorisation du Ficus Grevei dans le domaine de la cosmétologie. Univ Européenne 2016: S. 19, 78. ISBN 978-3841618337 Burasaia madagascariensis wird von Gemeinschaften im Tampolo-Wald in Fenoarivo Atsinanana verwendet. In den Komoren wird für die Herstellung von Msindzano am häufigsten indisches Sandelholz (Santalum album) verwendet, aus dem eine kanariengelbe (“canary yellow”) Paste gewonnen wird.Gemma Pitcher: Madagascar & Comoros. Lonely Planet 2004. ISBN 978-1741041002 Das Holz wird auf einer Oberfläche aus Keramik, Stein oder Korallenkalk verrieben und anschließend mit Wasser und Öl zu einer Paste vermischt. In Madagaskar geht diese Praxis auf den kulturellen Austausch zwischen madagassischen Einheimischen und indischen (Karana) Händlern auf Nosy Be zurück, die im 11. Jahrhundert n. C. erstmals auf die Insel kamen.Daniel W. Gade: Deforestation and Its Effects in Highland Madagascar. In: Mountain Research and Development. vol. 16, is. 2. 1996: S. 101–116 jstor:3674005

Verwendung Masonjoany dient sowohl dem Schutz als auch der Dekoration: Frauen tragen es als Sonnenschutz und Insekten-Abwehr und bemalen es mitunter mit natürlichen und abstrakten Mustern aus kontrastierenden weißen und gelben Pasten. Häufige Motive in der dekorativen Masonjoany sind Blumen, Sterne und Blätter. Weitere Vorteile der Masonjoany in Madagaskar sind ihre Anti-Aging-Wirkung und die Beseitigung von Hautunreinheiten. Auf den Komoren werden ihr außerdem Hautaufhellung, sowie die Linderung von Erkrankungen wie Ekzemen, Akne und Allergien zugeschrieben. mini|Eine Frau in Mahajanga fertigt auf einem Markttisch Masonjoany für sich selbst an. Masonjoany wird in Madagaskar auch bei religiösen Ritualen und Schönheitswettbewerben getragen. Der Molekularbiologe Gianfranco Rasuelo berichtete, eine Madagassin, die er auf der Straße getroffen hatte, habe ihm erzählt, dass Witwen in ihrer Trauer gelbe Masonjoany auf ihr Gesicht gestrichen hätten. Er konnte diese Aussage jedoch nicht bestätigen.Camillo La Mesa, Oliarinony Ranalison, Lovasoa N. Randriantseheno, Gianfranco Risuleo: Natural Products from Madagascar, Socio-Cultural Usage, and Potential Applications in Advanced Biomedicine: A Concise Review. In: Molecules. vol. 26, is. 15. 2021-07-27: S. 4507. pmid:34361660 Die Paste ist typisch für die nordwestliche Küstenregion Madagaskars, insbesondere für Sakalava- und Vezo-Frauen in den Provinzen Nosy Be, Antsiranana und Toliara – hat sich aber mittlerweile über die ganze Insel verbreitet und schmückt nun sogar die Gesichter von Frauen im zentralen Hochland. Sakalava-Frauen tragen gelbe Masonjoany beim Kahoitry-Ritualtanz.Mireille Rakotomalala: Kap. The Traditional Dances of Madagascar In: Esther A. Dagan, Simon Ottenberg (hgg.): The spirit’s dance in Africa: evolution, transformation, and continuity in sub-Sahara. Galerie Amrad African Arts Publications, Westmount, QC, Kanada 1997. ISBN 978-1-896371-01-6 Die Maske ist auf Mayotte allgegenwärtig und auch auf den Komoren verbreitet, wenngleich ihre Beliebtheit abnimmt.

Einzelnachweise

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