Otto von Hake (auch von Hacke), auch Otto VII. von Hake, (geb. 14. September 1615; gest. 7. Januar 1682 in Kleinmachnow) war ein kurbrandenburgischer Commissarius (Landrat). mini|hochkant|Burg Machnow („Alte Hakeburg“), zerstört 1943. Herkunft und Leben Otto von Hake war Angehöriger des alten märkischen Adelsgeschlechts von Hake. Er war der einzige Sohn von Hans Georg von Hake († 18. September 1637), und dessen Ehefrau Hedwig Marie von Schlabrendorf. Nach dem Tod seines Vaters empfing er am 15. Februar 1638 die auf ihn vererbten Lehen, um damit seiner Lehnspflicht nachzukommen. Im Anschluss widmete er sich um die Erhaltung des umfangreichen Besitzes. Mit seiner Mutter, die ihn dabei unterstützte, verglich er sich insoweit, als sie ihr eingebrachtes Vermögen in Höhe von 2.000 Taler, als auch die 2.000 Taler Gegenvermächtnis auf dem Gut Machnow, gegen eine Verzinsung von sechs Prozent bestehen ließ.
Nachdem er eine Erbhuldigung gegenüber Kurfürst Friedrich Wilhelm abgeleistet hatte, wurde der entsprechende Lehensbrief ausgestellt. Nach dem Tod seines Onkels Daniel von Hake konnte er bei einer Ersteigerung die seit dem Jahr 1600 getrennten Teile des Guts Machnow wiedervereinigen. Den Zuschlag auf sein Gebot von 5.500 Taler erhielt er am 9. Juni 1664 durch das Kammergericht.
Nachdem sich Otto von Hake besonderes Vertrauen erworben hatte, wurde er 1655 durch seine Standesgenossen zum Verordneten der Landschaft berufen und von Kurfürst Friedrich Wilhelm mit dem Amt eines Kriegskommissars des Landkreises Teltow betraut. Damit vereinigte er in einer Person die beiden Tätigkeiten, aus denen später das Amt des Landrats hervorging, auch wenn der Begriff zu Hakes Amtszeit noch nicht geläufig war, sondern sich erst bei seinem Nachfolger etablierte. In der am 22. Januar 1655 ausgefertigten Bestallungsurkunde heißt es:
Von Hake war Erbherr auf Kleinmachnow, Stahnsdorf und Heinersdorf. Am 25. August 1680 veräußerte er das Gut Sputendorf, das er nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs wieder aufgebaut hatte, an den Kurfürsten. Die Leitung des Teltower Landkreises behielt von Hake bis zu seinem Tod im Jahr 1682. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Dorfkirche Kleinmachnow. Ihm im Amt folgte Cuno Hans von Wilmersdorff (1638–1721).
Sein Epitaph ist erhalten und erinnert im Wortlaut an seine Funktion als Landrat sowie an einige Kinder.Epitaph Otto von Hake: Allhier ruhet in Gott …. Otto von Hake ….Commisari des Teltowschen Kreyses… geboren 14.7.1615 …gestorben 7. Jan 1682 ……gezeuget Fünffzehn Kinder, als Zehen Söhne und Fynff Töchter. Namentlich: Ao. 1641 den 16. July ist geboren Bürge Bertram von Hake. Röm. Kayserl. Majestät LEOPOLDI I. gewesener Lieutenant unter dem hochlöbl. Spanischen Regiment zu Fuß, und hat am 20. Juny ao. 64 da die Vestung Neuen Serin war in Ungarn an den Türcken mit Sturm übergegangen, sein Leben wie ein tapferer Soldat geendigt. Ao. 1643 den 25. Marty ist gebohren Otto Sigismund, Röm. Kayserl. Maj. Leopoldi I. gewesener Capit. Lieut. unter den löbl. Voßschen Regim. Drag, hat den 17. Julii ao. 64 sein Leben am Passe Kienantin? in Ungarn durch einen Schuß beschließt (andere Namen). Ao. 1656 den 4. Sept. ist geb. Christoff Ehrentreich, Sr. Churf. Durchl. zu Brand. Leib Regiment Dragonn gewesen Capit. welcher den 2. Fbr.? 86 bey besturm u. eroberung der Vestung Ofen in Ungarn sein Leben als tapferer Soldat durch einen Schußgelaßen.
Familie Otto von Hake war seit dem 14. Juni 1640 mit Anna Maria (1618–1695), geb. von Pfuel aus dem Hause Jahnsfelde, verheiratet.Vgl. August Wilhelm Bernhardt von Uechtritz (Hrsg.): Diplomatische Nachrichten adelicher Familien. Band (Zweyter Theil) 2, Intelligenz-Comtoir & Beygangische Buchhandlung, Leipzig 1791, S. 109. Aus der Ehe gingen 15 Kinder, zehn Söhne und fünf Töchter hervor: Jürgen Bertram, kurbrandenburgischer Leutnant im Regiment des Grafen von Sparr (* 16. Juli 1641 auf Machnow; † 20. Juni 1664 beim Ansturm der Türken auf die Festung Neu-Serin in Ungarn). Otto Sigismund, Kapitänleutnant in kaiserlichen-Diensten, stand im Görtzschen Dragoner-Regiment (* 25. März 1643 auf Machnow; † 17. Juli 1664 in Ungarn). Heino Friedrich, Leutnant im Regiment des Grafen von Sparr (* 13. Juli 1644 in Klein Machnow; † 26. Mai 1667) Hedwig Margarete (* 12. Juli 1645 auf Klein Machnow; † 12. Mai 1695 ebenda), verlobt mit Oberstwachtmeister Ernst von Schlabrenndorf, starb noch vor der Hochzeit in der Schlacht bei Fehrbellin. Joachim Ludwig (* 8. September 1646 in Klein Machnow; † 23. September 1646 ebenda) Anna Maria (* 13. Februar 1648 in Klein Machnow; † 13. Oktober 1676 ebenda) Katharina Sophie (* 10. März 1649 in Klein Machnow; † 30. Juli 1704 ebenda) Gottliebe Tugendreich (* 6. September 1650 in Klein Machnow), vermählt am 20. September 1688 mit Franz Siegfried von Wulffen auf Grabow bei Magdeburg. Ernst Ludwig von Hacke (1651–1713), preußischer Generalleutnant.Wikisource (Hrsg.): Ernst Ludwig von Hacke Adolf Heinrich (* 27. November 1652 auf Machnow), stand als Leutnant in holländischen Diensten im Terbriggeschen Regiment zu Fuß. Hans Caspar (* 9. Januar 1655 in Klein Machnow; bald darauf verstorben) Christoph Ehrenreich (* 4. September 1656 in Klein Machnow; † 2. September 1686), kurbrandenburgischer Leutnant Caspar Joachim (* 10. Dezember 1657 in Klein Machnow; während eines Studiums in Leipzig an Fieber verstorben). Johann Dietloff (* 18. Mai 1659 in Klein Machnow; † 28. April 1705) studierte in Leipzig und Frankfurt; verheiratet seit dem 23. Januar 1696 in Kiekebusch mit Hedwig Margarete († 30. Januar 1725), geb. von Beeren aus dem Hause Kiekebusch. Maria Elisabeth (* 20. Mai 1660 in Klein Machnow; † 4. Mai 1716 in Friesack), seit dem 29. März 1688 vermählt mit dem kurfürstlich kurbrandenburgischen Quartals- und Gerichtsrat und Kommissar der Altmark Caspar Jacob von Jagow († 26. Januar 1696).
Genealogie Dietloff von Hake-Kleinmachnow: Geschichte der brandenburgischen Familie von Hake. Band 1: Die Häuser Machnow, Geltow II, Flatow und Draulitten. Das Haus Machnow, C. A. Starke Verlag, Görlitz 1928, S. 129 ff. No. 39. Zzgl.: Otto von Hake, 1615–1682, Erbherr auf Klein Machnow Kreiskommissar des Kreises Teltow. Portrait Tafel II Das ältere Haus Machnow von Otto IV. Tafel III Das ältere Haus Machnow von Otto IV. bis zu seinem Erlöschen.
Literatur v. Hake-Kleinmachnow. In: Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Band 4: Spreeland. Beeskow-Storkow und Barnim-Teltow. Art. Klein-Machnow oder Machnow auf dem Sande, Wohlfeile Ausgabe Vierte Auflage, Verlag Wilhelm Hertz (Bessersche Buchhandlung), Berlin 1899, S. 288. v. Hake-Kleinmachnow-Epitaphien. In: Ad. M. Hildebrandt: Der Deutsche Herold. Zeitschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie. Jahrgang XII–No. 2/3, Mit Art. Epitaphien: Kreis Teltow, Hrsg. Herold (Verein), Julius Sittenfeld-Carl Heymanns Verlag, Berlin 1881, S. 32.
Weblinks Epitaph Dorfkirche Kleinmachnow.
Einzelnachweise
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