mini|hochkant=1.4|Lochsite, Aufschluss der Glarner Hauptüberschiebung mini|hochkant=1.4|Lochsite: 1 Flysch-Mergelschiefer, 2 Lochseitenkalk, 3 schwarzer Reibungston, 4 Malm-Lochseitenkalk, 5 Verrucano, 1920 mini|Gezeigt wird auf die Trennfuge der Überschiebung, 1948 Die Lochsite (auch Lochsiten bei Schwanden) im Kanton Glarus ist eines der bedeutendsten Naturdenkmäler der Schweiz. Als wissenschaftsgeschichtlich bedeutender Aufschluss der Glarner Hauptüberschiebung ist sie Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Tektonikarena Sardona sowie im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung verzeichnet (BLN-1611).BLN-1611 Lochsiten bei Schwanden Im: Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung BLN. PDF, abgerufen am 20. März 2026. Seit dem 19. Jahrhundert wurden an diesem Aufschluss grundlegende Erkenntnisse über die Entstehung der Gebirge gewonnen.
Lage Die Lochsite liegt im Sernftal östlich von Schwanden und südöstlich von Sool, die zur Gemeinde Glarus Süd gehören. Das Schutzgebiet umfasst 0,83 Hektar mit einem rund 20 Meter hohen Felsband, umgeben von Buchenwaldgesellschaften. In einer Felsnische verläuft horizontal ein schmales Kalkband mit einer messerscharfen Trennfuge. Das umgebende Gebiet des Weltnaturerbes in den Glarner Alpen ist mehr als 300 Quadratkilometer gross.
Entstehung Das Geotop der Glarner Hauptüberschiebung zeugt von einer Deckenüberschiebung der Zentralalpen. Dieser tektonischen Vorgang ereignete sich vor 20 bis 30 Millionen Jahren. Mehrere Kilometer mächtige Gesteinspakete schoben sich vom Raum des heutigen Vorderrheintals allmählich um mehr als 35 Kilometer nach Norden. Das Deckgebirge mit mehr als 250 Millionen Jahre alten Verrucanogesteinen des Perms an der Basis schob sich dabei über jüngere, rund 35 Millionen Jahre alten Flyschgesteine.
Zwischen Flysch und Verrucano liegt der weisslich-graue/gelbbeige Lochseitenkalk. Er diente als Gleitschicht für die überschobenen Gesteinspakete. Typisch für die Überschiebungszone sind das marmorartige Aussehen und die sogenannte Knetstruktur. Die scharfe, horizontal verlaufende Trennfläche im Lochseitenkalk rührt von der letzten Bewegung der Gesteine her. Die Lochsite gilt als «erstrangiges Objekt für das Verständnis der Geologie der Alpen». Die gute Sichtbarkeit der Schichten macht auch für Laien den Prozess der Gebirgsbildung nachvollziehbar.
Weblinks
Lochsite bei unesco-sardona.ch Lochsite Sool/Schwanden beim naturzentrumglarnerland.ch (PDF)
Belege
Tektonikarena Sardona Tektonikarena Sardona Kategorie:Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung Kategorie:Naturdenkmal in der Schweiz Kategorie:Geotop in der Schweiz Kategorie:Geographie (Kanton Glarus) Kategorie:Glarus Süd Kategorie:Schutzgebietsgründung 1983