Jānis Pēteris Kļaviņš (* in Charkiw; † 29. November 1941 in Astrachan) war ein lettischer Fußballtorhüter, Bandy-, Basketball- und Eishockeyspieler.

Karriere und Leben Jānis Kļaviņš wurde im Jahr 1912 in Charkiw (in der heutigen Ukraine), in die Familie des Versicherungsprüfers Pēteris Kļaviņš und dessen Ehefrau, der Hauslehrerin Adele (geb. Lāce), geboren. Während des Ersten Weltkriegs war sein Vater als Offizier in der Kaiserlichen Russischen Armee tätig und kämpfte danach im Russischen Bürgerkrieg gegen die Bolschewiki. Anfang der 1920er Jahre kehrte die Familie Kļaviņš nach der Unabhängigkeit in die Republik Lettland zurück. Kļaviņš hatte zwei Geschwister, seinen Bruder Juris Kļaviņš (1917–2002) der ebenfalls Fußballspieler war, und seine Schwester Aina (verh. Poilova, 1922–1998). Von 1926 bis 1930 studierte Kļaviņš in der Bauabteilung des Staatlichen Technikums in Riga im Bereich Hochbau; von 1930 bis 1940 studierte er mit Unterbrechungen an der Fakultät für Architektur der Universität Lettlands. Parallel zu seinem Studium arbeitete Kļaviņš in der ersten Hälfte der 1930er Jahre im Ministerium für Wohlfahrt. 1935 leistete Kļaviņš seinen Wehrdienst ab. Er war Mitglied der Studentenverbindung Beveronia. Im Jahr 1940 schloss Kļaviņš sein Architekturstudium ab und arbeitete als Architekt in der Bauabteilung der Stadtverwaltung von Riga. Nach der Besetzung Lettlands durch die Sowjetunion im selben Jahr wurde er zu einem der Gründer und aktivsten Mitglieder der antisowjetischen Organisation „Latvju Tautas Apvienība“ (Lettische Volksvereinigung). Im April 1941 wurde Kļaviņš von den sowjetischen Behörden verhaftet und deportiert. Kļaviņš wurde beschuldigt, einen bewaffneten Aufstand geplant sowie antisowjetische Aktivitäten und Propaganda betrieben zu haben. Im Oktober 1941 wurde er zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 29. November desselben Jahres in Astrachan vollstreckt.

Fußball Jānis Kļaviņš spielte in seiner Fußballkarriere auf der Position des Torwarts. Er begann seine Karriere in den 1920er Jahren in den Jugendmannschaften des JKS Riga, dem Kļaviņš während seiner gesamten Karriere treu blieb. Mit dem lettischen Ableger der Young Men’s Christian Association stieg Kļaviņš 1931 in die Virslīga, die höchste lettische Spielklasse, auf. Am Ende der Saison 1935 beendete Kļaviņš seine Fußballkarriere. Ein Jahr später stieg JKS Riga in die zweite Liga ab.

Kļaviņš entwickelte sich zu einem der besten lettischen Torhüter und gab am 19. August 1931 im Alter von 18 Jahren sein Debüt in der lettischen Nationalmannschaft bei einer 0:4-Niederlage gegen Finnland in Helsinki. In den Jahren von 1932 bis 1934 war Kļaviņš die feste Nummer eins der Nationalmannschaft. Zwei Jahre in Folge (1932 und 1933) gewann Kļaviņš mit der Nationalmannschaft den Baltic Cup. Für die lettische Nationalmannschaft spielte Kļaviņš von 1931 bis 1934 in insgesamt 16 Länderspielen. Sein letztes Spiel für die Nationalmannschaft bestritt er am 9. September 1934 in Riga gegen Litauen.

Bandy Jānis Kļaviņš spielte Bandy hauptsächlich auf der Position des Stürmers. An den lettischen Bandy-Meisterschaften nahm er in der Mannschaft der Universität Lettlands teil. Sein größter Erfolg mit der Mannschaft war die Vizemeisterschaft bei der lettischen Bandy-Meisterschaft 1932. Anfang der 1930er Jahre war Kļaviņš auch Kapitän der Mannschaft. Als einer der besten Bandyspieler wurde er in die lettische Bandy-Nationalmannschaft berufen; für diese absolvierte er ein offizielles Länderspiel – am 22. Februar 1931 in Tallinn gegen die estnische Nationalmannschaft.

Basketball Jānis Kļaviņš wurde 1929 und 1932 lettischer Basketballmeister mit der Mannschaft des JKS Riga. In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre spielte Kļaviņš Basketball in der Mannschaft von LV Riga („Latvijas Vanagi“, deutsch: „Lettische Falken“) und war dort auch als Trainer tätig. In den Jahren 1931 und 1939 spielte er in der lettischen Nationalmannschaft; insgesamt bestritt er drei Länderspiele. 1939 trainierte Kļaviņš die finnische Nationalmannschaft, die sich auf die Olympischen Sommerspiele in Helsinki vorbereitete. Ende 1939 fiel die Sowjetunion in Finnland ein, bombardierte das Olympiastadion in Helsinki, und die olympischen Pläne für 1940 zerschlugen sich.

Eishockey Jānis Kļaviņš Position im Eishockey war die des Stürmers, zeitweise spielte er jedoch auch als Verteidiger. Er spielte Eishockey in der Mannschaft der Universität Lettlands (1930 bis 1934) sowie eine Saison in der Mannschaft von HK ASK Riga (Armeesportklub) während seines Wehrdienstes (1934/1935). Mit der Mannschaft von HK ASK Riga wurde Kļaviņš 1935 lettischer Meister. In der lettischen Studenten-Eishockeynationalmannschaft nahm er Anfang 1933 am Turnier der akademischen Meisterschaften in Bardonecchia (Italien) teil; dies war der erste Auftritt der lettischen Studenten-Eishockeyspieler bei Wettbewerben, die heute unter dem Namen „Universiade“ bekannt sind.

Volleyball Mit der Mannschaft von JKS Riga wurde Kļaviņš lettischer Volleyballmeister.

Weblinks Lebenslauf bei kazhe.lv (lettisch) Eintrag bei timenote.info (lettisch) Lebenslauf bei enciklopedija.lv (lettisch)

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