Barbara Vetter (* 1982) ist eine deutsche Philosophin und Professorin für Theoretische Philosophie an der Freien Universität Berlin. Bekannt wurde sie insbesondere für Arbeiten zur Theorie der Modalität; 2026 war sie eine von zehn mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ausgezeichneten Forschenden.

Leben Vetter studierte als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes Philosophie in Erlangen und Oxford; 2006 schloss sie an der University of Oxford ein Studium mit einer Arbeit über abstrakte Objekte ab, 2010 folgte dort die Promotion mit der Dissertation Potentiality and Possibility. Nach einer kurzen Tätigkeit an der Universität Duisburg-Essen war sie von 2010 bis 2016 Juniorprofessorin für theoretische Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach einer Professur an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wechselte sie 2017 an die Freie Universität Berlin. Ihre Hinwendung zur Philosophie beschrieb sie rückblickend als „Liebe auf den ersten Blick“; nach der Lektüre von Sofies Welt arbeitete sie sich bereits als Jugendliche autodidaktisch durch die Philosophiegeschichte, zudem war sie die Erste in ihrer Familie mit Universitätsabschluss.

Wirken Vetters Arbeit bewegt sich vor allem im Bereich der analytischen Philosophie, insbesondere in Metaphysik, Erkenntnistheorie und Sprachphilosophie, wobei der Begriff des Könnens für ihre Forschung zentral ist. In ihren Beiträgen kritisiert sie das in der zeitgenössischen analytischen Philosophie verbreitete Modell einer Pluralität möglicher Welten und entwickelt mit der Potenzialität ein Alternativkonzept, das Möglichkeiten in der aktuellen Welt verankert. Diesen Ansatz entwickelt sie handlungs- und erkenntnistheoretisch weiter und fragt nach dem Verhältnis kognitiver und praktischer Fähigkeiten sowie nach dem Wissen von Handelnden über ihre eigenen Möglichkeiten. Für ihre wissenschaftlichen Leistungen erhielt sie 2015 den Stegmüller-Preis der Gesellschaft für Analytische Philosophie; 2026 folgte der mit 2,5 Millionen Euro dotierte Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis. Neben ihrer Forschung ist sie Vizepräsidentin der Gesellschaft für Analytische Philosophie, Co-Sprecherin der Kollegforschungsgruppe Human Abilities und engagiert sich gegen die Unterrepräsentation von Frauen sowie für Erstakademiker im Fach Philosophie.

Einzelnachweise

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