Almuth Grésillon (* 1941 in Lahr/Schwarzwald) ist eine Literaturwissenschaftlerin, die entscheidend zum Forschungsbereich der critique génétique beigetragen hat. Von 1986 bis 1994 war sie Direktorin des Institut des textes et manuscrits modernes (ITEM).
Leben
Almuth Grésillon studierte Romanistik und Germanistik an den Universitäten Freiburg im Breisgau und München. Ihr Studium der Sprachwissenschaft an der Universität Paris VIII schloss sie mit einer Dissertationen über die linguistische Analyse einer Heine-Handschrift (1976) ab und habilitierte sich 1983 mit einer Arbeit über Kofferwörter.
Von 1966 bis 1969 lehrte sie als Dozentin für Germanistik an der Universität Lille III, von 1969 bis 1972 als Oberdozentin. 1972 wurde sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Centre national de la recherche scientifique (CNRS), wo sie in der Arbeitsgruppe zu Heinrich Heine zugeteilt war. Aus dieser Arbeitsgruppe ging 1982 das Institut des textes et manuscrits modernes (ITEM) hervor. Dieses leitete zunächst Louis Hay, von dem sie 1986 die Leitung übernahm.
Im Jahr 1992 gründete sie zusammen mit Jean-Louis Lebrave und Daniel Ferrer die Zeitschrift Genesis, die zweimal im Jahr erscheint und seit 2010 von der Sorbonne Université Presses (SuP) verlegt wird.
Der Schwerpunkt von Grésillons Arbeit liegt in der Entwicklung von Methoden der textgenetischen Kritik. Ihr Buch Éléments de critique génétique. Lire les manuscrits modernes (PUF, 1994) ist ein weit rezipiertes Grundlagenwerk im Bereich der Textgenese moderner Handschriftenforschung. Es wurde 2007 ins brasilianische Portugiesisch und unter dem Titel Literarische Handschriften: Einführung in die „critique génétique“ (1998) ins Deutsche übersetzt. Im Jahr 2016 erschien eine französischsprachige Neuauflage. Eine Erweiterung des Forschungsgegenstands denkt sie in ihrem 2008 erschienenen Buch La mise en œuvre. Itinéraires génétiques an.
Grésillon ist sie Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition. Im März 2017 verlieh ihr die Universität Antwerpen für ihr wissenschaftliches Gesamtwerk die Ehrendoktorwürde.
Werke/Schriften
Für eine ausführliche Werkliste siehe die Publikationsliste auf der Personalseite bei ITEM:Almuth Grésillon, Bibliographie. In: item.ens.fr
Neuauflage:
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Literaturwissenschaftler Kategorie:Geboren 1941 Kategorie:Frau