Mellen war eine mittelalterliche Siedlung bzw. wüst gefallene Feldmark im nördlichen Umfeld von Dobbrikow im heutigen Landkreis Teltow-Fläming (Brandenburg). Der Ort erscheint seit dem frühen 13. Jahrhundert in schriftlichen Quellen und gehörte über Jahrhunderte zum Einflussbereich des Klosters Zinna. Die genaue Lage ist nicht eindeutig gesichert, wird jedoch im Raum zwischen Dobbrikow, Hennickendorf und dem nördlichen Rand des Staatsforstes Woltersdorf vermutet.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 358.

Geografische Lage Die Wüstung Mellen lag wahrscheinlich nordöstlich von Dobbrikow. Hinweise ergeben sich aus Flurnamen wie Möllenland (Urmesstischblatt 2109 Hennickendorf, 1841) sowie Möllen‑Wiesen (Messtischblatt 2109 Hennickendorf, 1902/1926/1933). Bohm vermutet die Lage am Nordende des Staatsforstes Woltersdorf beim verschwundenen Möllen‑See. Eine weitere Spur bietet die Flurstücksbezeichnung Mühlenstücken / Mellenstücken (Flur Nr. 24 von Hennickendorf), die 1936/1937 im Westen der Gemarkung verzeichnet ist.

Geschichte und Etymologie Das Dorf erschien erstmals im Jahr 1221 in den Schreibweisen Stagna Doberchowe, Wotersfige, Crineke, Melvuiz und 1225 in den Schreibweisen Doberchowe, Wostervitze, Crineke, Melvitz. Im Jahr 1307 wurde es als Melme sowie ville Melne bezeichnet, 1480 wurde nur von der heide zur melne berichtet. Aus der Neuzeit sind die Schreibweisen Mölln, Melne überliefert (1861). Der Name leitet sich von seiner Lage am Möllensee ab.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 115 ISBN 3-937233-17-2.

Die herrschaftliche Zugehörigkeit Mellens und seine Siedlungsgeschichte greifen eng ineinander und zeichnen den Weg einer frühen Dorfgründung nach, die bereits im Spätmittelalter zur Wüstung wurde. Ursprünglich lag Mellen im Einflussbereich des Erzstifts Magdeburg, dessen Erzbischof bis 1566 die landesherrlichen Rechte ausübte. Danach übernahm der Administrator des Erzstifts die Herrschaft, bis das Gebiet 1680 an den brandenburgischen Kurfürsten fiel und später in den preußischen Staatsverband eingegliedert wurde. Parallel dazu wechselte die grundherrliche Kontrolle: Bis 1307 lag sie bei der Familie von Trebbin zu Blankensee, ehe das Kloster Zinna das Dorf übernahm und es bis zur Reformation prägte. Nach 1553 ging die Grundherrschaft an das Amt Zinna über, das bis 1872 sämtliche Rechte über die Dorfstelle und die zugehörigen Flächen behielt.

Im Jahr 1307 wurde Mellen noch ausdrücklich als villa, also als Dorf, bezeichnet. Bereits 1480 jedoch ist die Siedlung aufgegeben; die Quellen nennen nur noch die Heide zu Mellen, was auf eine vollständige Entvölkerung hindeutet. Oskar Liebchen vermutet, dass die im Jahr 1480 von Dobbrikow und Hennickendorf an den Pfarrer von Trebbin zu entrichtenden Abgaben auf eine ursprüngliche kirchliche Zugehörigkeit Mellens zu Trebbin hinweisen könnten. Falls dies zutrifft, könnten ehemalige Pfarrhöfe Mellens in den späteren Pfarrhöfen von Hennickendorf oder Dobbrikow aufgegangen sein. Im 19. Jahrhundert erschien Mellen nur noch als Wüstung bei Dobbrikow, und schließlich ging die gesamte Flur in der Feldmark Dobbrikow auf. Eine Wiederbesiedlung fand nicht statt.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 359.

Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 358–359.

Einzelnachweise

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