Die Baureihe 234 sind Diesellokomotiven der italienischen Staatseisenbahnen Ferrovie dello Stato. Sie entstand ähnlich wie die FS E.321 und E.321/E.322 unter Verwendung des Fahrgestelles der FS 835, um diese Maschine im Rangierdienst abzulösen. Es wurden insgesamt 37 Lokomotiven von 1957 bis 1962 von der Hauptwerkstatt Verona (OM) und Breda gebaut. Die Lokomotiven waren bis in die 1980er Jahre eingesetzt. Die letzte Lokomotive wurde 1993 ausgemustert. Die Lokomotive 234.3012 ist erhalten geblieben.Thomas Estler, Loks der italienischen Staatsbahnen FS, Transpress Verlag Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-613-71598-1, Seite 80
Geschichte
Die Baureihe entstand ähnlich wie die Elektrolokomotiven FS E.321 und E.321/E.322 zu einer Zeit, als die FS Überlegungen anstellte, die überalterten Dampflokomotiven der Reihe FS 835 im Rangierdienst abzulösen. Es wurde 1957 von OM ein Fahrgestell dieser Lokomotive aufgearbeitet, um es mit einem Strömungsgetriebe und einem Dieselmotor als Lokomotive zu komplettieren und nach der zuerst inoffiziellen Bezeichnung DI 240.001 bezeichnet. Nach der Übernahme der Lokomotive durch die FS wurde sie als FS 234.3099 bezeichnet.
Die Serienlokomotiven wurden mit jeweils 18 Stück bei OM und Breda gebaut, wobei OM jeweils die aufgearbeiteten Fahrgestelle von ausgemusterten FS 835 dazu lieferte. Die von OM gebauten Maschinen gingen 1961 in Betrieb und wurden als 234.3001-3018 bezeichnet, die von Breda folgten ein Jahr später und wurden als 234.2001-2018 nummeriert.
Die von OM hergestellten Lokomotiven wurden vorrangig im Depot Turin Smistamento zugeteilt.Angelo Nascimbene und Luca Vanni, FS Trenitalia. Diesellokomotiven, in Duegi Editrice, Albignasego 2002, ISSN 1124-4232 Die von Breda gebauten Lokomotiven wurden bei Depots in Mailand, dem Piemont, Lombardei und Venetien beheimatet.
Die Lokomotiven wurden im Rangierdienst verwendet. Es hat Wirtschaftsuntersuchungen mit den FS E.321 und E.321/E.322 gegeben, bei denen die Elektrolokomotiven wirtschaftlich effektiver eingeschätzt wurden, die Diesellokomotiven hatten dafür den Vorteil des freizügigeren Einsatzes unabhängig der Elektrifizierung.Arrivi e partenze, in I Treni, n. 330, 2010, ISSN 0392-4602, S. 34
In den 1970er und 1980er Jahren entstand vermehrt Konkurrenz durch modernere und stärkere Lokomotiven, die die FS 234 zunehmend ersetzten. 1985 waren im Raum Turin noch neun Lokomotiven im Einsatz, weitere Loks existierten in Novara (zwei Stück) und Verona (zwei Stück). Bis 1993 waren alle Lokomotiven ausgemustert. Sie wurden größtenteils an private Dienstleister verkauft, die 234.3012 von OM ist erhalten geblieben.
Konstruktive Details
Die Lokomotiven basieren auf dem Fahrgestell von ausgemusterten FS 835, wobei besonders die Kuppelstangen und Radgegengewichte in einigen Details vereinfacht wurden. Die Maschinen haben ein Strömungsgetriebe mit nachgeschaltetem Wende- sowie ein Stufengetriebe für Rangier- und Streckengang vom Typ SRM (Svenska Rotormaskiner). Hinsichtlich der Motorisierung gibt es einige Unterschiede; die Lokomotiven von Breda haben einen 6-Zylinder-Viertakt-Dieselmotor in Reihenbauart von Brif mit 264 kW Leistung, die Lokomotiven von OM sind mit 279 kW Leistung etwas stärker und haben einen 6-Zylinder-Viertakt-Dieselmotor in V-Form von Saurer.
Die Lokomotiven waren mit einer indirekten- und direkten Bremse von Westinghouse ausgerüstet. Die Druckluftanlage wurde auch für den Sandstreuer zur Erhöhung der Brems- und Anfahrwirkung verwendet.
Siehe auch
Liste der italienischen Lokomotiven und Triebwagen
Literatur
Thomas Estler, Loks der italienischen Staatsbahnen FS, Transpress Verlag Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-613-71598-1 Wolfgang Messerschmidt, Geschichte der italienischen Elektro- und Diesellokomotiven, Orell Füssli Verlag Zürich, 1969
Siehe auch
Liste der italienischen Lokomotiven und Triebwagen
Weblinks
Bild von einem Modell der FS-Baureihe 234 Internetseite von Rivarossi über das Modell der FS 234
Einzelnachweise
234 Kategorie:Dieselhydraulische Lokomotive Kategorie:Schienenfahrzeug (Breda)