Francisco Lázaro (* 13. März 1932 in Barcelona; † 25. Januar 2026 ebendaAfton Markay: Obituary: Francisco Lázaro Passes Away at 93. Nachruf bei OperaWire.com vom 15. Februar 2026. Abgerufen am 17. März 2026.Lourdes MORGADES: Muere a los 93 años el tenor barcelonés Francisco Lázaro. Nachruf bei ÓperaActual.com vom 8. Februar 2026. Abgerufen am 17. März 2026.) war ein spanischer Opernsänger (Tenor).
Leben Francisco Lázaro stammte aus einfachsten Verhältnissen und finanzierte sich seinen Gesangsunterricht als Arbeiter in einer Fabrik für Plastikspielzeug in Barcelona. Er studierte am Konservatorium des Gran Teatre del Liceu in Barcelona bei der russischen Mezzosopranistin und Gesangslehrerin Gali Markoff und schloss seine Ausbildung dort nach einem vierjährigen Studium ab.Francisco LÁZARO wird 90. In: Der Merker. Online-Ausgabe vom März 2022. Abgerufen am 17. März 2026. In der Saison 1960/61 debütierte er als Don Gasparo in La Favorita und, noch in derselben Saison, als Bote in Aida am Gran Teatre del Liceu, wo er anschließend für die folgenden zwei Spielzeiten fest engagiert wurde. 1964 wurde seine Stimme zufällig bei einem Vorsingen von Herbert von Karajan entdeckt, der ihn daraufhin für die Salzburger Festspiele verpflichtete, wo er 1964/65 den Malcolm in Macbeth sang.Macbeth. Besetzung August 1964. Vorstellungsarchiv der Salzburger Festspiele. Abgerufen am 17. März 2026.Macbeth. Besetzung August 1965. Vorstellungsarchiv der Salzburger Festspiele. Abgerufen am 17. März 2026.
Es folgten Gastverträge mit Opernhäusern in Deutschland, u. a. mit der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg (1964–1972 und 1977–1978), mit der Oper Frankfurt (1966–1971), mit der Deutschen Oper Berlin (1967–1970) und mit der Bayerischen Staatsoper (1969–1977). Ab 1967 war er als Gast auch an der Hamburger Staatsoper verpflichtet.
1965 gab er an der San Francisco Opera sein Nordamerika-Debüt. 1966 gastierte er als Radamès in Aida am Teatro Colón in Buenos Aires. In Kanada sang er an den Opernhäusern von Toronto und Vancouver. In der Saison 1966/67 sang er am Gran Teatre del Liceu in Barcelona mit großem Erfolg den Calaf in Turandot.TEMPORADA 1966/1967. Abgerufen am 17. März 2026. Im April 1967 debütierte er als Manrico in Il trovatore an der Wiener Staatsoper, wo er bis 1978 auftrat.Il trovatore. Besetzung vom 19. April 1967. Vorstellungsarchiv der Wiener Staatsoper. Abgerufen am 17. März 2026.
Lázaro gastierte außerdem an der Staatsoper Budapest (1964–1967), am Nationaltheater Prag (1966, als Canio), am Opernhaus Oslo (1966, als Canio), am Théâtre de la Monnaie in Brüssel (1967), an der Königlichen Oper Stockholm (1969, als Calaf) und am Opernhaus Leipzig.
1975 gastierte er am Teatro Municipal de São Paulo als Radamès in Aida.Hugo Santos: Ghena Dimitrova: La Forza del Destino, Estrasburgo 1972. Abgerufen am 17. März 2026. 1976 trat er wieder am Gran Teatre del Liceu in Barcelona auf, diesmal als Des Grieux in Manon Lescaut. 1979 war er am Opernhaus von Las Palmas als Titelheld in Ernani zu hören.ERNANI en los Amigos Canarios de la Ópera. Abgerufen am 17. März 2026. In der Spielzeit 1979/80 war er als Canio in I Pagliacci an der Griechischen Nationaloper verpflichtet. 1982 sang er bei den Festspielen von Ravenna den Radamès in Aida. 1984 gastierte er am Staatstheater Hannover als Titelheld in der Verdi-Oper Otello.
Er arbeitete während seiner Karriere u. a. mit den Dirigenten Herbert von Karajan, Karl Böhm, Wolfgang Sawallisch, Claudio Abbado, Nello Santi und Jesús López Cobos zusammen. Lázaros Stimme ist auf einigen Tondokumenten erhalten. Bei dem Label Orfeo wurde ein Live-Mitschnitt von den Salzburger Festspielen (1964) veröffentlicht. Bei Bertelsmann erschien eine LP mit italienischen Arien und neapolitanischen Liedern mit Wilhelm Schüchter und Werner Eisbrenner als Dirigenten.Francisco Lazaro.Wunder einer Stimme. Abgerufen am 17. März 2026. Auch eine Live-Aufnahme der Turandot-Premiere vom März 1975 im Opernhaus Düsseldorf unter der musikalischen Leitung von Alberto Erede wurde auf CD herausgebracht.Lohnenswerte Archivausbeute. CD-Rezensionen (2001). Online Musik Magazin. Abgerufen am 17. März 2026.
1992 gab er seine Bühnenlaufbahn auf und unterrichtete ab 1994 junge Sänger in Barcelona. Er war mit einer aus Berlin stammenden Deutschen verheiratet. Francisco Lázaro starb im Januar 2026 im Alter von 93 Jahren in seiner Geburts- und Heimatstadt Barcelona.
Rollenrepertoire (Auswahl) Hinweis: Anfängerrollen sind mit * gekennzeichnet.
Literatur Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Band 4: Kainz–Menkes. Vierte, erweiterte und aktualisierte Auflage. München 2003, ISBN 3-598-11598-9, S. 2642/43. Karl Martyniak (Hrsg.): OPERAdat. Interpreten-Lexikon. Sängerlexikon. Laakmann–Lazzari. 2. Auflage, Düsseldorf 1998, S. 11 (mit Rollenverzeichnis).
Weblinks
Francisco Lázaro bei Discogs
Francisco Lázaro – Biografie (engl.) bei Historical Tenors Francisco Lázaro – Biografie (engl.) bei der Griechischen Nationaloper
Francisco Lázaro – Tondokumente
Einzelnachweise
Kategorie:Opernsänger Kategorie:Tenor Kategorie:Musiker (Barcelona) Kategorie:Spanier Kategorie:Geboren 1932 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann