Die 36. Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften wurden am 3. und 4. Februar 1989 in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle ausgetragen. Zum sechsten Mal trat die Stadt Stuttgart als Ausrichter auf.
Wettbewerbe Gelaufen wurde wie immer seit 1980 auf einer zweihundert Meter langen Rundbahn. Die Sprint- und Hürdensprintstrecke für Frauen und Männer war nach immer wieder unterschiedlichen Distanzen zwischen fünfzig und sechzig Metern – 1959 waren es sogar siebzig Meter – von 1980 an standardisiert auf die Länge von sechzig Metern.
Der Wettbewerbskatalog wies gegenüber dem Vorjahr keine Änderungen auf. Ausgemustert blieben weiterhin drei Disziplinen, die zuvor bereits mindestens einmal Teil des Hallenmeisterschaftsprogramms gewesen waren, die mit einer langjährigen Unterbrechung zukünftig allerdings wieder mitaufgenommen werden sollten. Dabei handelte es sich um das 10.000-Meter-Gehen der Männer, den Siebenkampf der Männer und den Fünfkampf der Frauen.
Das Angebot für Frauen und Männer war über die verschiedenen Bereiche weiterhin unausgeglichen. In der Kategorie Lauf fehlten bei den Frauen die beiden Staffeln über 4-mal 400 und 3-mal 1000 Meter. Bei den Sprüngen wurden wie bei Freiluftveranstaltungen die Wettbewerbe Stabhoch- und Dreisprung erst in den 1990er-Jahren in das allgemeine Wettbewerbsprogramm für Frauen aufgenommen und waren somit vor dieser Zeit auch bei Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften nur für Männer im Angebot. Außer dem Kugelstoßen, das für Frauen und Männer seit Beginn der Deutschen Hallenmeisterschaften ausnahmslos Teil der Veranstaltung war, kamen weitere Wurfdisziplinen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern bei Hallenwettbewerben nicht zur Austragung, weil die üblichen Hallen bei den in diesen Wettbewerben erzielten Weiten nicht die erforderliche Größe besaßen.
Am ersten Meisterschaftstag wurden wie im Vorjahr sieben Finals ausgetragen. Abgesehen von Vorläufen und Qualifikationen gab es bei den Männern den Stabhochsprung, Dreisprung und das Kugelstoßen zu sehen, bei den Frauen den 3000-Meter-Lauf, den Hochsprung sowie für beide Geschlechter den 60-Meter-Hürdenlauf. Alle weiteren Konkurrenzen waren wie sonst am zweiten Tag im Programm.
Medaillengewinner Die folgenden Übersichten fassen die Medaillengewinner und -gewinnerinnen zusammen.
Männer Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung60 m Matthias Schlicht (OSC Berlin) 6,67 s Fritz Heer (TV Wattenscheid 01) 6,78 s Raymond Schüler (LC Paderborn) 6,80 s200 m Erwin Skamrahl (VfL Wolfsburg) 21,05 s Volker Westhagemann (TV Wattenscheid 01) 21,06 s Gerhard Sewald (SV Gendorf Burgkirchen) 21,45 s400 m Carsten Köhrbrück (LAC Halensee Berlin) 46,50 s Klaus Just (SV Salamander Kornwestheim) 46,67 s Anselm Schuster (ASV Köln) 47,15 s800 m Axel Harries (LC Olympiapark München) 1:48,17 min Joachim Heydgen (TB Emmendingen) 1:48,27 min Matthias Assmann (LG Schönbuch) 1:48,65 min1500 m Eckhardt Rüter (VfL Wolfsburg) 3:40,92 min Klaus-Peter Nabein (LAC Quelle Fürth) 3:42,59 min Ralf Stewing (LG Bonn/Meckenheim) 3:42,77 min3000 m Frank Bialluch (LG Baunatal/ACT Kassel) 7:59,56 min Markus Neukirch (SV Saar 05 Saarbrücken) 8:00,39 min Kurt Stenzel (ASC Darmstadt) 8:00,91 min60 m Hürden Florian Schwarthoff (TV Heppenheim) 7,77 s Stefan Mattern (LG Kreis Verden) 7,78 s Dietmar Koszewski (LAC Halensee Berlin) 7,88 s4 × 200 m 1:24,48 min 1:24,57 min 1:26,60 min4 × 400 m 3:08,93 min 3:09,24 min 3:09,96 min3 × 1000 m 7:18,53 min 7:18,73 min 7:19,07 minHochsprung Dietmar Mögenburg (TV Wattenscheid 01) 2,31 m Carlo Thränhardt (LG Bayer Leverkusen) 2,27 m Hans Buchard (TSG Weinheim) 2,25 mStabhochsprung Bernhard Zintl (LC Olympiapark München) 5,40 m Leszek Holownia (LG Bayer Leverkusen) 5,20 m Kai Atzbacher (LG Frankfurt) Martin Amann (LG Alb-Donau) 5,05 mWeitsprung Christian Thomas (TV Heppenheim) 7,95 m Dietmar Haaf (SV Salamander Kornwestheim) 7,92 m Wolfgang Schneider (LAG Hüttental) 7,49 mDreisprung Wolfgang Zinser (TV Wattenscheid 01) 16,76 m Kersten Wolters (LG Hammer Park Hamburg) 16,44 m Wolfgang Mai (FC Schalke 04) 15,95 mKugelstoßen Michael Mertens (LG Göttingen) 20,34 m Detlef Bock (SCC Berlin) 18,52 m Steffen Beck (SV Salamander Kornwestheim) 18,24 m
Frauen Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung60 m Sabine Richter (Eintracht Frankfurt) 7,31 s Gabriele Lippe (MTG Mannheim) 7,35 s Ulrike Sarvari (VfL Sindelfingen) 7,41 s200 m Silke-Beate Knoll (SC Eintracht Hamm) 23,22 s Ulrike Sarvari (VfL Sindelfingen) 23,67 s Karin Janke (VfL Wolfsburg) 23,97 s400 m Helga Arendt (SC Eintracht Hamm) 52,47 s Sandra Seuser (SCC Berlin) 53,45 s Linda Kisabaka (LG Bayer Leverkusen) 53,61 s800 m Gabriela Lesch (Eintracht Frankfurt) 2:03,25 min Sabine Nolte (LG Göttingen) 2:05,44 min Sonja Kaufmann (ASV Köln) 2:05,47 min1500 m Vera Michallek (LG Frankfurt) 4:15,79 min Claudia Borgschulze (SC Eintracht Hamm) 4:19,23 min Rita Marquard (LC Olympiapark München) 4:19,23 min3000 m Vera Michallek (LG Frankfurt) 9:03,02 min Sabine Kunkel (VfL Wolfsburg) 9:06,08 min Kerstin Preßler (LAC Halensee Berlin) 9:11,68 min60 m Hürden Gabriele Lippe (MTG Mannheim) 8,00 s Claudia Zaczkiewicz (TSG Weinheim) 8,00 s Edith Oker (LG Bayer Leverkusen) 8,15 s4 × 200 m 1:34,84 min 1:35,50 min 1:37,36 minHochsprung Heike Redetzky (LG Bayer Leverkusen) 1,89 m Beate Holzapfel (LG Bayer Leverkusen) 1,86 m Birgit Kähler (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) 1,86 mWeitsprung Edith Oker (LG Bayer Leverkusen) 6,38 m Sabine Braun (TV Wattenscheid 01) 6,29 m Michaela Hübel (LG Bayer Leverkusen) 6,16 mKugelstoßen Claudia Losch (LAC Quelle Fürth) 19,79 m Stephanie Storp (VfL Wolfsburg) 19,76 Iris Plotzitzka (LC Olympiapark München) 19,25
Literatur Deutsche Hallenmeisterschaften. In: Leichtathletik Fördergesellschaft mbH (Hrsg.), DLV-Jahrbuch 1989/90, S. 309–312, Darmstadt 1989
Weblinks Deutsche Hallen-Meisterschaften in der Leichtathletik sport-record.de (PDF; 1825 KB) Leichtathletik, zahlreiche Artikel mit dem Thema Deutsche Hallenmeisterschaften, sport-komplett.de
#1989 Kategorie:Leichtathletikveranstaltung 1989 Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Stuttgart Kategorie:Hanns-Martin-Schleyer-Halle