Max Gerhard Uhlig (* 18. Januar 1910 in Leipzig; † 4. September 1975 ebenda) war ein deutscher Grafiker und Maler.

Leben und Werk Max Gerhard Uhlig absolvierte eine Lehre als Heraldik-Maler. Er studierte von 1924 bis 1928 an der Kunstgewerbeschule Leipzig die Fachrichtung Dekorative Malerei unter anderem bei Otto Fischer-Trachau. Von 1930 bis 1932 studierte er an der Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe (heute Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig). Nach dem Studium arbeitet Max Gerhard Uhlig als angestellter Grafiker bei der Wertpapierdruckerei Giesecke+Devrient in Leipzig. Am 2. Mai 1936 heiratete er die Künstlerin und Modedesignerin Hildegard Uhlig geborene Thiele (Tochter des Bildhauers Alfred Thiele).

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde er als Soldat 1939 eingezogen, kam seelisch und psychisch verwundet Monate später ins Lazarett und wurde anschließend aus gesundheitlichen Gründen als kriegsuntauglich entlassen. Nach der Entlassung und seiner Genesung war er in Leipzig als Grafiker und Maler freischaffend tätig. Mit der Gründung der DDR war er ab 1952 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR in Leipzig. Ab 1948 war er Dozent und Zirkelleiter an der Volkshochschule Leipzig und dem Zeichenzirkel der Handelshochschule und dem des Kirow Werks. Einer seiner Schüler war Roland Frenzel.

Baugebundene Kunst: Ab den 1950er Jahren bis zu seinem Tod erhielt Uhlig im Zuge von Leipziger Neubauprojekten prominente Aufträge für künstlerische Entwürfe und Ausführungen von architekturbezogenen Arbeiten. So entstanden zwei große Fresken im Hörsaalgebäude der Leipziger Anatomie, die Wandgestaltung mittels Stein-Intarsien am Georgi Ring, ein großes Wandbild als Glasmosaik in der Liebig Apotheke, mehrere Klinkerreliefs für die Kindertageseinrichtung Krönerstr 43, Wandbilder für zwei Schulen (Kurt-Kresse-Oberschule und Arthur-Hoffmann-Oberschule), ein Klinkerrelief für die Schwimmhalle Arno-Nitsche-Str. und am Vereinshaus Sportplatz Turbine Leipzig. Teilweise wurden baubezogene Kunstwerke bereits zerstört, wie die „Kaffeeernte“ von 1959, eine Hinterglasmalerei im Café des Hotel Astoria.

Beispiele für Architekturbezogene Werke Tätigkeit des Anatomen in Lehre und Chirurgie (um 1956, zwei Fresken; Leipzig, Hörsaal des Anatomischen Instituts der Universität Leipzig)Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II, Deutscher Kunstverlag, Berlin, 1998, S. 555 Kaffee-Ernte (1959, Wandgestaltung, Hinterglasmalerei, 3,85 × 9,00 m; mit Arndt Schultheiß; Leipzig, heutiger Willi-Brandt-Platz, Café des Interhotels Astoria)Erika Neumann (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 2 Halle/Leipzig. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1969, S. 158/159 Sonne (1961, Wandgestaltung; Steinintarsie, Diabas-Steinschnitt, 3,80 × 8,00 m; technische Ausführung: VEB Ausbau Leipzig; Leipzig, Georgi-Ring, Fassade eines Wohnungsbaus)Erika Neumann (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 2 Halle/Leipzig. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1969, S. 178/179 Phönix (1961, Trennwand im Durchgang zwischen zwei Neubau-Wohnblöcken; Marmor, 4,50 × 1,50 m; technische Ausführung: VEB Ausbau Leipzig; Leipzig, Georgi-Ring) Wandgestaltung (ca. 1963, Intarsien; Leipzig, Georgi-Ring 6, Fassade des Weinrestaurants Falstaff) Alter Messehändler (1963, Wandgestaltung der Fassade eines Wohnungsbaus; Diabas, eingelegt in Travertin mit Steinschnitt, Höhe 3,50 m; technische Ausführung: VEB Ausbau Leipzig; Leipzig, Georgi-Ring) Verbindung von Wissenschaft und Praxis (1964, Wandbild, Lasurmalerei auf Holz, 1,80 × 4,40 m; Leipzig, Johannisallee, erste Etage des Landwirtschaftlichen Instituts der Universität Leipzig)Erika Neumann (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 2 Halle/Leipzig. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1969, S. 170 Schwimmen (1969; Außenwandgestaltung in Klinkerrelief, 6 m × 12 m; Ausführung mit einem Leipziger Bauarbeiterkollektiv; Leipzig, Arno-Nitzsche-Straße 27, Giebelseite der damaligen Schwimmhalle)Ruth Pape, Erika Neumann (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 6, Ergänzung; Deutsche Bauakademie, Berlin, 1974, S. 166/167 Peter und der Wolf (1970; Außenwandgestaltung, fünf Teile, Klinkerrelief, unterschiedliche Abmessungen, bis 7,00 × 12,00 m; Ausführung mit Bauarbeitern des Baukombinats Leipzig; Leipzig, Kindertageseinrichtung Krönerstraße 43; steht unter Denkmalschutz)Ruth Pape, Erika Neumann (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 6, Ergänzung; Deutsche Bauakademie, Berlin, 1974,S. 136/137Ersatzneubau für Kita Krönerstraße soll ab 2026 entstehen - Stadt Leipzig Tuchschererwappen, Wappenstein 1700 u. a. (um 1974, Wandmosaik; Leipzig, Eingangsbereich des Wohnhochhauses Wintergartenstraße 2)Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II, Deutscher Kunstverlag, Berlin, 1998, S. 537

Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR

1947: Leipzig, Museum der Bildenden Künste („Erste Leipziger Graphikschau“) 1954 bis 1965: Leipzig, sechs Bezirkskunstausstellungen 1965: Leipzig, Museum der Bildenden Künste („500 Jahre Kunst in Leipzig“) 1972/1973: Dresden, VII. Kunstausstellung der DDR 1982: Leipzig, Museum der Bildenden Künste („Selbstbildnisse Leipziger Künstler“) 1984: Leipzig, Museum der bildenden Künste („Kunst in Leipzig 1949 - 1984“)

Literatur Uhlig, Gerhard Max. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 970

Einzelnachweise

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