mini|Orthodoxes Kirchengebäude im rheinischen Brühl Die Orthodoxen Kirchen sind mit rund vier Millionen Gläubigen im Jahr 2023 die drittgrößte christliche Konfession in Deutschland. Die EKD-Statistik spricht von 3,8 Millionen Orthodoxen Christen im Jahr 2025. Im Jahr 2017 ging man von an die zwei Millionen orthodoxer Christen im Land aus,Gesellschaft Orthodoxe Medien e. V. im Auftrag der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland (Hrsg.): Orthodoxer Liturgischer Kalender 2017. 18. Jahrgang, 2016, S. III: In Deutschland können wir begründeten Hochrechnungen [zufolge] inzwischen von einer Zahl von fast zwei Millionen orthodoxer Christen ausgehen, die immer mehr in die hiesige Gesellschaft hineinwachsen und sich in ihr verwurzeln. im Jahr 2010 von rund 1,5 Millionen.

Geschichte mini|Gedenktafel in der Leipziger Katharinenstraße Der Bischof Athanasius fand nach der Verbannung in Trier eine neue Heimat, und der Slawenapostel Method von Saloniki wurde um 870 in Ellwangen gefangengehalten (die Stadt ist heute das Pilgerziel orthodoxer Christen). In Nienkerken bei Corvey gab es im 9. Jh. eine bedeutende Schule, in der Griechisch unterrichtet wurde. Der Basilianerabt Gregor von Burtscheid (* 930 in Kalabrien, damals Teil des Byzantinischen Reichs; † 999) gründete ein byzantinisches Kloster in Burtscheid. Nachdem Kaiser Otto II. die Prinzessin Theophanu geheiratet hatte, kamen in ihrer Gefolgschaft griechische Gelehrte ins Heilige Römische Reich.Johann Christoph Wilhelm Lindemann: Evangelisch-lutherisches Schulblatt. S. 138.

Strenggenommen kann man erst mit dem Morgenländischen Schisma im Jahr 1054 und der Trennung von Katholiken und Orthodoxen auch von einem Beginn der Orthodoxie in Deutschland sprechen. Da die Trennung streng geografisch erfolgte, gab es vorerst auch keine Orthodoxen in Deutschland.

Mit der Bildung von Auslandsgemeinden von Personen aus orthodoxen Ländern kann man ab dem späten 17. Jahrhundert von einer Präsenz der Orthodoxie in Deutschland sprechen.

Aus ekklesiologischen und geschichtlichen Gründen gibt es keine „deutsch-orthodoxe“ Landeskirche, obwohl in jüngster Zeit unter deutschen Konvertiten gewisse Versuche in diese Richtung zu beobachten sind. So wurde in den 1990er-Jahren mit dem Deutschen orthodoxen Dreifaltigkeitskloster in Buchhagen das erste und bisher einzige deutsche orthodoxe Kloster gegründet. Formal (juridisch) untersteht es zwar der bulgarisch-orthodoxen Diözese von West- und Mitteleuropa, ist aber statutengemäß der „deutschen Orthodoxie“ verpflichtet. Des Weiteren gibt es die Skite des heiligen Spyridon, die juridisch Teil der serbisch-orthodoxen Diözese von Mitteleuropa ist. Die DOM-Gesellschaft und weitere Organisationen bemühen sich für die Etablierung Deutschsprachiger Gemeinden und einer Deutschen Orthodoxie im Allgemeinen.

Insgesamt wächst der Anteil der Deutschen Konvertiten signifikant, wohingegen Evangelische sowie die Römisch-Katholische Kirche immer mehr Mitglieder verlieren. Dabei werden immer mehr Deutschsprachige Gemeinden gegründet oder bereits existierende Gemeinden zelebrieren auf Deutsch.

In Deutschland vertretene orthodoxe Kirchen Östlich-orthodoxe Kirchen

Die orthodoxen Diözesen in Deutschland bilden gemeinsam seit dem 27. Februar 2010 die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland. Es handelt sich um zehn Bistümer die, in der Regel – zumindest mehrheitlich – Angehörige einer Nation umfassen, und zu verschiedenen Patriarchaten gehören.

Die Bistümer sind jeweils der autokephalen Kirche des Heimatlands unterstellt. Zahlenangaben 2003, Quelle siehe Literatur:

Ökumenisches Patriarchat von Konstantinopel Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland (KdöR) (Bischofssitz: Bonn): 450.000 Angehörige, 70 Gemeinden und über 150 Gottesdienststätten, Metropolit: Augoustinos Lambardakis, 5 Bischöfe, 65 Priester Exarchat der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa (Bischofssitz: Paris): 100 Angehörige, 1 Priester Ukrainische Orthodoxe Eparchie von Westeuropa (Bischofssitz: London): Die Eparchie hat 3.600 Angehörige, 6 Priester Patriarchat von Antiochien Antiochenisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland und Mitteleuropa, (Bischofssitz: Köln): 80.000 Angehörige, 40 Gemeinden, 30 Priester, Metropolit Isaak Barakat, Metropolit von Deutschland und Mitteleuropa, Köln, Hanna Haikal, Bischof von Palmyra und Vikarbischof von Mitteleuropa, Berlin. Patriarchat von Moskau Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche (KdöR), (Bischofssitz: Berlin): 250.000 Angehörige, 42 Gemeinden, 2 Erzbischöfe, 33 Priester; Erzbischof: Tichon Russische Orthodoxe Kirche im Ausland bzw. die Russische Orthodoxe Diözese des orthodoxen Bischofs von Berlin und Deutschland (KdöR) (mit Sitz in München): Metropolit: Mark (Arndt), Vikarbischof: Hiob (Bandmann) Patriarchat von Belgrad: Serbisch-Orthodoxe Kirche Eparchie von Düsseldorf und ganz Deutschland (Bischofssitz: Düsseldorf): 337.000 Angehörige, 33 Gemeinden, 1 Bischof, 36 Priester; Bischof: Grigorije Durić Rumänisch-Orthodoxe Kirche: Rumänische Orthodoxe Metropolie für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa (KdöR Bischofssitz: Nürnberg): 400.000 Angehörige, 66 Gemeinden, 17 Filialgemeinden, 1 Metropolit, 1 Weihbischof, 72 Priester; Metropolit: Serafim Joantă Bulgarisch-Orthodoxe Kirche: Bulgarische Diözese von West- und Mitteleuropa (Bischofssitz: Berlin) der Bulgarischen Orthodoxen Kirche: 60.000 Angehörige, 4 Gemeinden, 1 Metropolit, 5 Priester; Metropolit: Antonij Georgische Orthodoxe Kirche: Westeuropäische Diözese der Georgischen Orthodoxen Kirche (Bischofssitz: Tiflis / Georgien): 30.000 Angehörige, 3 Gemeinden, 1 Priester, Lazar Samarbegisvili, Bischof von Deutschland († 2020). Mazedonisch-Orthodoxe Kirche: Europäische Diözese der Mazedonisch-Orthodoxen Kirche (Bischofssitz: Malmö): 30.000 Angehörige, 7 Gemeinden, 5 Priester, Metropolit: Pimen

Orientalisch-orthodoxe Kirchen

Äthiopische Orthodoxe Kirche: mehrere Gemeinden; die Gemeinden in Norddeutschland unterstehen dem Bischof in London, die in Süddeutschland dem Bischof mit Sitz in Rom. Armenisch-apostolische Orthodoxe Kirche: Diözese in Köln, 1 Erzbischof Serovpe Isakhanyan. Koptisch-orthodoxe Kirche: Damian, Bischof von Deutschland mit Sitz im Kloster Brenkhausen in Höxter, Michael Samy Salami El Baramoussy Bischof von Kröffelbach und Süddeutschland, Kröffelbach. Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien, Erzdiözese Deutschland, Bischof Philoxenos Matthias Nayis mit Sitz in Warburg, Nordrhein-Westfalen, Erzbischof Julius Hanna Aydin, Vikar für politische und kirchliche Angelegenheiten in Deutschland, Delmenhorst, Niedersachsen. Eritreisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche

Eparchien von nichtkanonischen orthodoxen Kirchen Ukrainisch-orthodoxe Kirche – Kiewer Patriarchat, deutsches Dekanat Kirche der wahren orthodoxen Christen Griechenlands (Synode des patristischen Kalenders, Erzeparchie Deutschland) Metropolie von Aquileia und Westeuropa, Erzeparchie München Russische Orthodoxe Kirche außer Landes, Köln-Porz Syrisch-Orthodoxe Kirche von Europa, Eigenständigkeit aufgegeben

Klöster In Deutschland gibt es folgende orthodoxe Klöstervgl. Orthodoxe Klöster in Deutschland (kanonisch) auf Website der Orthodoxen Gemeinschaft "Hl. Paulus" in Stuttgart

Antiochenisch-Orthodoxes Kloster

Kloster der Herrin von Antiochien in Blankenheim - NRW

Bulgarisch-orthodoxes Kloster Dreifaltigkeitskloster Buchhagen in Niedersachsen

Rumänisch-orthodoxes Kloster Kloster des heiligen Märtyrers Brâncoveanu in Nürnberg

Russisch-orthodoxe Klöster Kloster des Heiligen Hiob von Potschajew in Obermenzing, München Kloster in Götschendorf Kloster der heiligen Großfürstin Elisabeth in Buchendorf

Serbisch-orthodoxe Klöster Kloster der Entschlafung der Allheiligen Gottesgebärerin in Himmelsthür Skite des heiligen Spyridon in Geilnau in Rheinland-Pfalz Verkündigungs-St. Justin-Kloster in Unteruffhausen in Hessen

Koptisch-orthodoxe Klöster Kloster der Hl. Jungfrau Maria und des Hl. Mauritius in Höxter-Brenkhausen in NRW Kloster des Heiligen Antonius in Waldsolms-Kröffelbach in Hessen

Kirche der wahren Christen Griechenlands (Synode des patristischen Kalenders) Kloster St. Gabriel in Altenbergen in Thüringen

Lehreinrichtungen Seit 1979 besteht – inzwischen im Rahmen des Centrums für Religiöse Studien – an der Universität Münster der erste Lehrstuhl für Orthodoxe Theologie, den bis 1999 Anastasios Kallis innehatte.Herzlich willkommen bei der Professur für Orthodoxe Theologie! Abgerufen am 7. Februar 2026. Ein vorrangiges Ziel ist die Ausbildung orthodoxer Religionslehrer, zudem ist dort die Promotion in der Orthodoxen Theologie möglich.

Seit 1995 wurde das ehemalige „Institut für orthodoxe Theologie“ an der Universität München zur Ausbildungseinrichtung für Orthodoxe Theologie der Universität München ausgebaut und ein entsprechender Diplom-Studiengang eingerichtet. Ferner gibt es an der Universität Erfurt einen religionswissenschaftlich ausgerichteten Lehrstuhl für orthodoxes Christentum.

Seit 2002 besteht darüber hinaus die Möglichkeit, am Theologischen Institut des Klosters Kröffelbach ein Studium der orthodoxen Theologie mit dem Schwerpunkt koptisch-orthodoxe Theologie und dem Abschluss BA der Theologie zu absolvieren.

Ökumene Einige orthodoxe Kirchen arbeiten bereits seit 1974 in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) mit, andere traten ihr später bei. Die kanonischen östlich-orthodoxen Kirchen sind seit einigen Jahren in einer gemeinsamen Delegation mit fünf Mitgliedern (und fünf Stellvertretern) über die KOKiD vertreten, die altorientalischen Kirchen sind jede für sich Vollmitglied. Die orthodoxen Kirchen stellen auch eines der fünf Mitglieder des Vorstands (derzeit: Erzpriester Radu Constantin Miron) und arbeiten auch in der Ökumenischen Zentrale mit einer Referentin (Marina Kiroudi) und in der theologischen Kommission (DÖSTA) mit. Ebenso sind die orthodoxen Kirchen an den meisten regionalen und lokalen Arbeitsgemeinschaften der ACK beteiligt. Im April 2019 übernahm Erzpriester Miron als erster Orthodoxer den Vorsitz in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland.Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen: Erzpriester Radu Constantin Miron ist neuer ACK-Vorsitzender.

Daneben gibt es bilaterale Beziehungen zur deutschen Bischofskonferenz und zur EKD mit Diskussionen über theologische Fragen und diakonisch-karitative Zusammenarbeit. So wurden mehrere Dokumente zu dogmatischen Fragen in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der griechisch-orthodoxen Metropolie und der römisch-katholischen Bischofskonferenz verabschiedet, zuletzt 2006 ein Text über das gemeinsame Verständnis des geistlichen Amtes. Ab 2007 wurde diese Arbeitsgruppe umgestaltet und erweitert, so dass sie jetzt Vertreter der gesamten Orthodoxie in Deutschland auf der einen und – wie bisher – der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz umfasst, also eine offizielle Gesprächsebene zwischen der orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche in diesem Lande darstellt. Zwischen der KOKiD und der EKD ist bislang eine Handreichung für evangelisch-orthodoxe Eheschließungen erarbeitet und unterzeichnet worden.

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