Karin Schmitt (* 1973 in Stockholm) ist eine freischaffende Puppenspielerin. Zu ihren Arbeiten zählt das autobiografische Stück Das Porträt eines Vogels, in dem sie die Lewy-Körper-Demenz und das Sterben ihres Vaters Claude Henri Schmitt verarbeitet.

Leben Schmitt wuchs in Frankreich auf. Nach einem Lehramtsstudium an der Sorbonne absolvierte sie den Studiengang Puppenspielkunst an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Nach ihrem Abschluss im Jahr 2004 war sie zwei Jahre lang am Theater des Lachens in Frankfurt (Oder) angestellt, bevor sie freischaffend arbeitete. Seit 2011 lebt und arbeitet sie in Schleswig-Holstein; ihr Probenraum liegt auf einem Resthof bei Bad Malente.

Wirken Im Jahr 2006 gründete Schmitt mit Annika Pilstl das freie Puppenspielerinnenensemble die exen. Schmitt entwickelt Soli für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, spielt in Deutschland und Frankreich und arbeitet dabei häufig mit Musikern zusammen.

Zu ihren literarisch geprägten Arbeiten zählt Anywhere out of the world, eine mit Uwe Schade entwickelte Theaterperformance nach Prosagedichten Charles Baudelaires; nach Gevatter Tod, Gebrüder Grimm und Rilke war es die zweite gemeinsame Produktion des Duos. Mit Das Porträt eines Vogels schlug sie einen persönlicheren Weg ein; das Stück hatte 2023 Premiere und wurde 2025 mit dem zweiten Preis der Heidelberger Theatertage ausgezeichnet. Im Frühjahr 2024 eröffnete sie im Kieler Centre Culturel Français die Ausstellung Farben des Nordens mit Arbeiten ihres Vaters; für den 22. März 2024 war dort außerdem ein von ihr konzipiertes Puppentheater über dessen letzte Lebensjahre angekündigt. Mit Blauen Herzens setzte sie diesen stärker kontemplativen, poetischen Zugriff fort.

Schmitt charakterisiert das Puppenspiel als Kunst der Animation, in der tote Materie und Objekte scheinbar belebt werden, und grenzt es gegen die Vorstellung eines bloßen Kindergenres ab.

Einzelnachweise

Kategorie:Puppenspieler Kategorie:Geboren 1973 Kategorie:Frau