Jordan „J.R.“ Rhodes (* 11. Juni 1939 in Raleigh, North Carolina) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur und Autor, der über fünf Jahrzehnte auf der Bühne und vor der Kamera aktiv war.
Leben Rhodes wurde 1939 in Raleigh im US-Bundesstaat North Carolina geboren und wuchs in North Carolina sowie Virginia auf. Sein Vater arbeitete als Elektriker und Grillmeister (). Über mögliche Geschwister sowie seine frühe Ausbildung liegen öffentlich kaum Informationen vor. Er wuchs laut eigenen Angaben in einfachen Verhältnissen auf und half zeitweise auf der Tabakfarm seines Onkels. An der Junior High School kam er erstmals mit der Schauspielerei in Berührung, an der er Tom Sawyer spielte.
Seine schulische Laufbahn führte ihn nach Baltimore in Maryland. Der entscheidende Schritt erfolgte, als er die Hilltop School of Theatre & Dance entdeckte, aus der später das inzwischen geschlossene Baltimore College of Dramatic Art wurde. Er erhielt ein Stipendium für Schauspiel, Gesang, Tanz und Bewegung und sammelte erste Bühnenerfahrungen im angeschlossenen Sommertheater in Harpers Ferry, West Virginia.
In Baltimore spielte er bald Hauptrollen in verschiedenen Regionaltheaterproduktionen, bevor er – auf Empfehlung eines Regisseurs – nach New York City zog. Er wirkte dort zu Beginn in Off-Off-Broadway-Produktionen an der Seite von Dustin Hoffman und Joe Don Baker mit, finanzierte sich durch Gelegenheitsjobs seinen Lebensunterhalt und erhielt erste kleinere Rollen in lokalen Fernsehproduktionen. Schließlich erhielt er ein weiteres Stipendium an der dortigen New Theatre School.
Er war vom 5. August 1974 bis in das Jahr 1998 mit Laura Wallace verheiratet. Am 24. März 2000 heiratete er Lynn Moore in zweiter Ehe. Das Paar lebt in New York City und verbringt seine Zeit abwechselnd in North Carolina, New York und Connecticut, wo auch seine Tochter Cheyenne und seine Enkel leben.
Neben seiner Arbeit als Schauspieler engagiert sich Rhodes, der AEA- und SAG-AFTRA-Mitglied ist, in verschiedenen Wohltätigkeitsorganisationen. Besonders verbunden ist er der Harley-Davidson Toys for Tots Drive. Er ist zudem Mitglied eines Miata-Clubs und besitzt eine von ihm selbst entworfene Harley-Davidson. Ein persönliches Leitmotiv von ihm ist: „Life is what happens to us as we plan other things.“
Karriere Rhodes hatte sein Fernsehdebüt 1958 in New York in David Susskinds Esso Repertory Theatre. 1965 zog er an die Westküste nach Los Angeles, wo er Freundschaft mit Robert Wagner und Sean Penn schloss. In den folgenden Jahrzehnten war er in zahlreichen Filmen, Fernsehfilmen sowie in Fernseh- und Miniserien zu sehen; der Bühne blieb er weiterhin treu. Er absolvierte seine weitere Ausbildung am Melrose Theatre Workshop in Los Angeles unter Paul Kent, setzte sein Training bei Lee Strasberg in New York City und Los Angeles unter Karl Redcoff fort und studierte zudem bei Wendell K. Phillips in New York City und San Francisco unter der Anleitung von Dr. Ila Motloff.
Er hatte wiederkehrende Rollen in Fernsehserien wie Matlock als Lt. Harmon Andrews (drei Staffeln), All My Children als Dr. Art McGiver, Ryan’s Hope als District Attorney Mike Jennings, Springfield Story als Detective Hank Mitchell, Die Straßen von San Francisco als District Attorney Jerry Billings (drei Staffeln) sowie in Big Shamus, Little Shamus und Peyton Place – Träume werden wahr, seine ersten Rolle vor der Kamera in Hollywood.
Er spielte in mehreren Filmen, darunter 1776 – Rebellion und Liebe in der Rolle des William Hooper und unter der Regie von Peter H. Hunt, in Das Spiel der Macht als Senator Mac Murphy unter der Regie von Steven Zaillian, in Engel ohne Ketten als Red unter der Regie von Lee Madden, im Kurzfilm Cathedral als Nick unter der Regie von Chip Hackler, in Verschollen im Weltraum als Glenn unter der Regie von John Sturges, in Das Gesetz bin ich als Hal Richie unter der Regie von Richard Fleischer, in Indian Runner als Randall unter der Regie von Sean Penn sowie in The Writer’s Pub unter der Regie von David Dunn Jr. Er war zudem einer der Hauptdarsteller in The Psychiatrist, Liebe unterm Dach (unter Regie von E. W. Swackhamer) und der kurzlebigen Serie Zwölf Uhr mittags – Die Männer der 12. US-Luftflotte (Twelve O’Clock High). 2016 war er in Das Grizzly-Projekt zu sehen.
Neben seiner Arbeit vor der Kamera wirkte er auch regelmäßig als Regisseur und als Autor; so drehte er den Dokumentarfilm The American Cowboy mit Chuck Connors. Er arbeitete zudem als Sprecher und Werbedarsteller und übernahm Voice-over-Arbeiten für Kodak, The Nashville Network, CMT, RC Cola, The United Way, Bob Evans Restaurants, Oldsmobile und war auch in regionalen Werbespots zu sehen bzw. zu hören. In den 2000er-Jahren war er an der Seite seiner Ehefrau Lynn Moore mit dem von ihm mitverfassten Bühnenstück PAPA – The Man, the Myth, the Legend als Ernest „Papa“ Hemingway über fünf Jahre auf Tournee – als ein Tribut an Hemingway. Das Stück wurde später verfilmt.
In seinen späten Jahren widmete er sich verstärkt dem Schreiben und der Entwicklung neuer Formate. Er verfasste seine Autobiografie The Life of a Blue Collar Actor (mit einem Vorwort von Robert Wagner und einer Empfehlung von Sean Penn auf dem Einband), arbeitet an einem Reality-Format über „Working Actors“ und setzt sich weiterhin für eine Broadway- oder West-End-Produktion seines Hemingway-Stücks ein. Vereinzelt trat Rhodes auch auf Fantreffen auf und war – laut seiner Autobiografie – als Mitglied einer Delegation Gast im Buckingham Palace.
Im deutschen Sprachraum wurde Rhodes unter anderem von Helmut Gauß, Norbert Gescher, Thomas Hailer, Roman Kretschmer, Norbert Langer, Tonio von der Meden, Engelbert von Nordhausen, Edgar Ott, Horst Raspe, Lutz Riedel, Karl Schulz, Sigmar Solbach, Stefan Staudinger und Manfred Tümmler synchronisiert.
Filmografie (Auswahl)
Theater (Auswahl) Death of a Salesman (Actors Studio West & Thalian Hall, Wilmington, NC) Entertaining Mr. Sloane (The Melrose Theatre, Los Angeles, Kalifornien) Father’s Day (Tournee mit Barbara Rush; Los Angeles – San Francisco – Chicago) Glengarry Glen Ross (Thalian Hall, Wilmington, NC) Home (Actors Studio West, Los Angeles) La Ronde (The New Theatre, New York City) PAPA – The Man, the Myth, the Legend (Tournee mit Lynn Moore) Redemption Value (Workhouse Theatre, New York City) Room Service (The Melrose Theatre, Los Angeles, Kalifornien) Suddenly Last Summer (Playhouse on the Green, Ohio) Telemacus Clay (The Stage Society, Los Angeles, Kalifornien) The Glass Menagerie (The New Theatre, New York City)
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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