Atarrhias (; von PlutarchPlutarch, Moralia 339b. Tarrhias genannt) war ein hoher Offizier im Heer Alexanders des Großen, an dessen 334 v. Chr. gestarteten Asienfeldzug er sich beteiligte. Er war einer der Kommandanten der Hypaspisten („Schildträger“).
Leben Atarrhias, Sohn des Deinomenes, zeichnete sich während der ersten Kämpfe Alexanders gegen die kleinasiatischen Satrapen des Perserkönigs Dareios III. insbesondere 334 v. Chr. bei der Belagerung von Halikarnassos aus.Curtius Rufus, Historiae Alexandri Magni Macedonis 8, 1, 36; vgl. Arrian, Anabasis 1, 21, 5. Im Winter 331/330 v. Chr. durchzog die makedonische Armee die östlich des Tigris gelegene reiche Landschaft Sittakene. Dabei gewann Atarrhias den militärischen Wettbewerb, durch den die Ernennung der Chiliarchen und Pentakosiarchen der regulären Hypaspisten entschieden wurde.Curtius Rufus, Historiae Alexandri Magni Macedonis 5, 2, 5. Nach Neoptolemos war er der ranghöchste Führer der Hypaspisten. In Phrada (heute Farah) war er 330 v. Chr. in leitender Funktion an der Festnahme des bedeutenden makedonischen Feldherrn Philotas beteiligt, dem die Teilnahme an einer Verschwörung gegen Alexander vorgeworfen wurde.Curtius Rufus, Historiae Alexandri Magni Macedonis 6, 8, 19–22. Im Zuge des Prozesses gegen Philotas ließ der Makedonenkönig auch andere vermeintliche Schuldige aus dem Weg räumen, so den Fürstensohn Alexander den Lynkesten, dessen Hinrichtung vor allem Atarrhias verlangt hatte.Curtius Rufus, Historiae Alexandri Magni Macedonis 7, 1, 5.
Gegen Ende von Alexanders Feldzug war Atarrhias hoch verschuldet und versuchte den König im Zusammenhang mit Geldmitteln für die Veteranen zu betrügen. Alexander hielt ihn für undiszipliniert.Claudius Aelianus, Varia historia 14, 47a. Möglicherweise ist Atarrhias mit dem gleichnamigen Feldherrn des Diadochen Kassander identisch, der von diesem 317 v. Chr. mit einem Heereskontingent gegen Aiakides, König von Epirus, geschickt wurde.Diodor, Bibliothḗkē historikḗ 19, 36, 2. Danach liegt keine weitere Überlieferung über ihn vor.
Literatur Helmut Berve: Das Alexanderreich auf prosopographischer Grundlage. Band 2. München 1926, S. 90 f., Nr. 178. Waldemar Heckel: Who’s Who in the Age of Alexander the Great. Prosopography of Alexander’s Empire. Blackwell, Oxford u. a. 2006, ISBN 1-4051-1210-7, S. 60.
Anmerkungen
Kategorie:Makedone Kategorie:Geboren im 4. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Gestorben im 4. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Mann Kategorie:Militärperson (Makedonien) Kategorie:Person im Alexanderzug