mini|Oswald d’Andréa (2016) Oswald d’Andréa (* 9. August 1934 in Tunis, Tunesien; † 4. September 2024 in Besançon, Département Doubs)Oswald d'Andréa In: Vincent Perrot: B.O.F.: musiques et compositeurs du cinéma français. Dreamland Editeur, Paris, 2002, S. 228. war ein französischer Komponist, Pianist, Dirigent und Schriftsteller. Er schuf einige musikalische Werke für das französische Kino, darunter Kompositionen für Filme wie Das Leben und nichts anderes, Weekend für zwei oder Hauptmann Conan und die Wölfe des Krieges.

Leben und Werk Der 1934 in Tunis geborene Oswald Antoine Marie d’Andréa war der Sohn einer französischen Mutter und eines italienischen Vaters. Um ein Pharmazie-Studium zu beginnen, siedelte er 1954 nach Paris in Frankreich über. Bereits im Alter von 15 Jahren wurde er mit dem ersten Klavierpreis und im darauffolgenden Jahr mit einem Harmoniepreis geehrt. Oswald d’Andréa besaß das Absolute Gehör. In Frankreich lernte er dann Boris Vian und Henri Salvador kennen, einige Jahre später lud ihn die Sängerin Jacqueline Sauvage ein, sie als Pianist auf ihrer Tournee zu begleiten, zu diesem Zeitpunkt beschloss d’Andréa sich ganz der Musik zu widmen. Im Jahr 1970 wurde ihm die Leitung des Théâtre de l’Est Parisien anvertraut. In seiner langen musikalischen Laufbahn arbeitete er mit Künstlern wie Maurice Fanon, Boby Lapointe, Georges Moustaki, Joe Dassin oder Georges Brassens zusammen. 1987 entstand in Kooperation mit dem Theaterregisseur Jérôme Savary das Musical Cabaret, mit dem er 1987 mit dem Molière-Preis in der Kategorie bestes Musical ausgezeichnet wurde.

Zu Beginn der 1970er Jahre hatte sich Oswald d’Andréa auch dem Komponieren von Filmmusik zugewandt, so entstanden zwischen den Jahren 1973 und 1991 verschiedene Partituren für französische Fernsehfilme und Fernsehserien. 1989 trat der Regisseur Bertrand Tavernier an d’Andréa mit der Bitte heran die Musik für die Kinoproduktion Das Leben und nichts anderes mit Philippe Noiret und Sabine Azéma in den Hauptrollen zu schreiben. Oswald d’Andréa willigte ein und gewann für sein musikalisches Werk 1990 den César in der Kategorie Beste Filmmusik. 1990 komponierte er für das Filmdrama Weekend für zwei mit Nathalie Baye von Regisseurin Nicole Garcia eine weitere Musik für das Kino. 1996 gab es eine weitere Zusammenarbeit zwischen Taverner und Oswald d’Andréa bei dem Kriegsdrama Hauptmann Conan und die Wölfe des Krieges mit Philippe Torreton, Samuel Le Bihan und Bernard Le Coq in den Hauptrollen, es war seine letzte Arbeit für den Film.

2002 publizierte d’Andréa dann seine Autobiografie L’Oreille en fièvre gefolgt 2018 von der Publikation L’Oreille et rien d’autre. In den Jahren 2005 und 2007 hatte er bereits zwei Kriminalromane veröffentlicht. Dossier Diapason und Requiem in Besançon.

Oswald d’Andréa verstarb im September 2024 im Alter von 90 Jahren in Besançon in Frankreich. Er und seine Frau Nicole, die Sängerin war und die er 1960 kennengelernt hatte, heirateten 1966. Das Paar lebte mehrere Jahrzehnte im Elternhaus von Nicole in École-Valentin bei Besançon. Gemeinsame Kinder gab es nicht. Nicole d’Andréa starb bereits im Jahr 2018.

Auszeichnungen (Auswahl) Molière-Preis 1987: Molière-Preis in der Kategorie Bestes Musical für Cabaret

César 1990: César in der Kategorie Beste Filmmusik für Das Leben und nichts anderes

Filmografie (Auswahl) Kino 1989: Das Leben und nichts anderes (La vie et rien d’autre) 1990: Weekend für zwei (Un week-end sur deux) 1996: Hauptmann Conan und die Wölfe des Krieges (Capitaine Conan)

Fernsehen 1973: L’ingénu (Fernsehfilm) 1974: Vani la merveille (Fernsehfilm) 1975: On l’appelait Tamerlan (Fernsehfilm) 1976: Comme du bon pain (Fernsehminiserie, 5 Episoden) 1977: Opération Clémentine (Fernsehfilm) 1978: La filière (Fernsehminiserie, 8 Episoden) 1978: Le coup monté Clémentine (Fernsehfilm) 1979: Désiré Lafarge (Fernsehserie, 1 Episode) 1982: Aide-toi... Clémentine (Fernsehfilm) 1985–1988: Julien Fontanes, Untersuchungsrichter (Fernsehserie, 3 Episoden) 1991: D’Artagnan (Fernsehfilm)

Bücher 2002: L’Oreille en fièvre. (Autobiografie) 2005: Dossier Diapason. (Kriminalroman) 2007: Requiem in Besançon. (Kriminalroman) 2018: L’Oreille et rien d’autre. (Autobiografie)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Komponist (Frankreich) Kategorie:Filmkomponist Kategorie:Pianist Kategorie:Dirigent Kategorie:César-Preisträger Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Französisch) Kategorie:Literatur (Frankreich) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Kriminalliteratur Kategorie:Autobiografie Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1934 Kategorie:Gestorben 2024 Kategorie:Mann