mini|Braulia Cánovas Mulero, 1954 Braulia Cánovas Mulero (geb. 8. Januar 1920 in Alhama de Murcia, gest. 23. Dezember 1993 in Barcelona) war eine spanische Republikanerin, die gegen die Nationalsozialisten in der französischen Résistance unter dem Decknamen „Monique“ kämpfte. Sie überlebte mehrere Konzentrationslager und wurde in Bergen-Belsen am 15. April 1945 befreit.
Leben Braulia Cánovas wurde als Tochter von María Mulero Melgarejo und Francisco Cánovas Rubio geboren. In den 30er Jahren zog die Familie zunächst nach Madrid. Ihr Vater starb während des Spanischen Bürgerkriegs dort bei einem Angriff der Putschisten auf die republikanischen Truppen. Die Familie floh nach Barcelona, wo Cánovas begann, als Sekretärin für die Confederación Nacional del Trabajo zu arbeiten. Nach der Niederlage der Republik ging die Familie ins Exil nach Frankreich, um dem Franco-Regime zu entkommen.
Nach der deutschen Besetzung Frankreichs schloss sich Cánovas 1940 der Resistance-Gruppe Alibi Morris an und war unter dem Decknamen „Monique“ bekannt. Sie war als Kurierin zwischen Grenoble und Perpignan tätig. Am 9. Mai 1943 wurde sie in Perpignan von den Nationalsozialisten festgenommen und am 16. Mai in das Militärgefängnis Fresnes überführt. Im Januar 1944 wurde sie für einige Tage in das Internierungslager Compiègne überstellt und am 3. Februar 1944 in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück deportiert.
In Ravensbrück erhielt Cánovas die Häftlingsnummer 27.697 in den Arm tätowiert und musste unter schwersten Bedingungen in einer Sandgrube arbeiten. Im Juni 1944 wurde sie in das KZ-Außenlager Hannover-Limmer gebracht, ein reines Frauenlager neben dem kriegswichtigen Betrieb der Continental Gummi-Werke, für die die Frauen Gasmasken produzieren mussten. Als am frühen Morgen des 6. April 1945 alliierte Panzereinheiten die Weser bei Minden überschritten, wurde das Lager geräumt und die Frauen auf einen Todesmarsch Richtung Norden gezwungen, der im KZ Bergen-Belsen endete. Am 15. April 1945 wurden die Gefangenen von britischen Truppen befreit; Braulia Cánovas wog zu diesem Zeitpunkt nur noch 35 kg. Sie war zudem an Typhus erkrankt und rang mehrere Wochen mit dem Tod.
Nach dem Krieg heiratete Cánovas und bekam zwei Kinder. Braulia Cánovas Mulero starb in Barcelona am 23. Dezember 1993.mini|Braulia Cánovas mit dem Kreuz des Offiziers der Ehrenlegion, 1988 Auszeichnungen Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zeichnete die französische Regierung Cánovas mit dem Titel Ritter der Ehrenlegion als Zeichen der Dankbarkeit für ihren Freiheitskampf gegen den Faschismus aus. Im Jahr 1984 wurde ihr zudem das Offizierskreuz der Ehrenlegion verliehen – eine Auszeichnung, die nur wenigen Spaniern und Spanierinnen zuteilwurde. Im Gegensatz dazu wurde Cánovas Leistung vom spanischen Staat zu Lebzeiten nicht anerkannt.
Ehrungen mini|299x299px|Armbanduhr Cánovas. 2012 erschien Cánovas Name auf der von den amerikanischen Streitkräften zur Ehrung vorgeschlagenen Liste der Menschen, die Frankreich während der Deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg geholfen hatten.
Am 30. Januar 2018 einigten sich alle im Gemeinderat von Alhama de Murcia vertretenen Fraktionen darauf, die in nationalsozialistischen Konzentrationslagern inhaftierten und ermordeten Einwohner von Alhama zu würdigen. Im Mai des gleichen Jahres enthüllte die Gemeinde einen Gedenkstein, mit dem Cánovas und vier weiterer Einwohner Alhamas gedacht wird.
Ende des Jahres 2018 konnten ihre Tochter und weitere Familienangehörige in Deutschland den Ring und die Armbanduhr entgegennehmen, die Cánovas bei Einlieferung in das Konzentrationslager Ravensbrück abgenommen worden waren. Die Schmuckstücke wurden der Familie von den Arolsen Archives – International Center on Nazi Persecution in Bad Arolsen ausgehändigt. Zu den Aufgaben des Zentrums gehört es, von den Nationalsozialisten geraubte Gegenstände den Opfern und ihren Familien zurückzugeben.
Weblinks
Españoles deportados a los campos nazis. Datenbank des Spanischen Archiv Portals (PARES) des Spanischen Kulturministeriums
Einzelnachweise
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