Der Verlauf des Libanonkrieges 2026 gibt die Ereignisse des Libanonkrieges 2026 chronologisch wieder.

1.–8. März 2026 Ab dem 2. März begann die Hisbollah, Raketen auf Israel abzuschießen. Am frühen Morgen des Tages wurde daher eine Dringlichkeitssitzung des libanesischen Kabinetts einberufen. Anschließend verkündete der libanesische Premierminister Nawaf Salam ein vollständiges Verbot aller militärischen Aktivitäten der Hisbollah. Er forderte die Gruppe auf, ihre Waffen an den Staat abzugeben und sich ausschließlich auf politische Aktivitäten zu beschränken. Zudem verurteilte er die Raketen- und Drohnenangriffe der Hisbollah aus dem Südlibanon. Er bezeichnete sie als „unverantwortliche Handlungen“ außerhalb der staatlichen Autorität und rief die Sicherheitskräfte auf, solche Verstöße zu verhindern und die Verantwortlichen festzunehmen.

Die staatliche Nachrichtenagentur Libanons berichtete, dass Justizminister Adel Nassar die Sicherheitskräfte mit der sofortigen Festnahme derjenigen beauftragt hatte, die an den Raketenangriffen aus dem Südlibanon auf Israel beteiligt waren.

Hisbollah-Generalsekretär Naim Kassim hatte am 1. März Vergeltung für den Tod von Irans Oberstem Führer Ali Chamenei geschworen und erklärt, die Hisbollah werde „einer harten, entschiedenen und abschreckenden Strafe“ dabei durchführen. Am 4. März hingegen behauptete die Hisbollah, der Angriff sei ein „Verteidigungsakt“ gewesen, nachdem Israel trotz eines Waffenstillstands über ein Jahr lang Angriffe verübt hatte. In der Erklärung hieß es weiter, man habe die Kämpfe wieder aufgenommen, um Israel zu zwingen, seine Aggression zu beenden und besetzten libanesischen Gebiete zu räumen. Dabei wurde betont, dass dieser Schritt in keinem Zusammenhang mit dem Irankrieg 2026 stehe.

Die libanesische Regierung kündigte am 5. März an, alle Personen im Libanon, die Verbindungen zur Hisbollah und zu den iranischen Revolutionsgarden haben, „festzunehmen und abzuschieben“. Dies führte zur Ausreise von mehr als 150 iranischer Staatsangehörige, darunter Offiziere und Diplomaten, aus dem Libanon. Bei den meisten der Ausreisenden handelt es sich vermutlich um Mitglieder der Quds-Einheit, die als Militärberater für die Hisbollah tätig waren und deren Operationen beeinflussten.

9. März 2026 Laut der Hisbollah kämpfte die Organisation gegen die israelischen Verteidigungsstreitkräfte, die erneut im östlichen Libanon nahe Nabi Sheet gelandet waren. Diesmal handelte es sich um 15 israelische Hubschrauber, die von der syrischen Seite der Grenze kamen. Die Hisbollah beschoss Israel fortwährend mit Raketen und Flugkörpern. Tagsüber führte Israel Angriffe auf die Vereinigungen Al-Qard Al-Hasan durch, eine von den Vereinigten Staaten sanktionierte Institution, die für die Finanzierung der Hisbollah bekannt ist. Vor Mitternacht informierte die syrische Armee die Hisbollah über den Beschuss ihrer Stellungen. Das Heer der Streitkräfte Syriens erklärte, es habe die Verstärkung der Hisbollah an der syrisch-libanesischen Grenze entdeckt.

Bei einem Doppelangriff auf ein Haus in Al-Qlayaa wurde der libanesische maronitisch-katholische Priester Pater Pierre al-Rahi getötet. Einheimische trauerten im Rathaus von Al-Qlayaa um ihn.

10. März 2026 Das Heer der Streitkräfte Syriens erklärte, es werde eine mögliche syrische Reaktion auf die Aktionen der Hisbollah mit der libanesischen Regierung abstimmen. Am selben Tag meldete Syrien am frühen Morgen, dass aus dem Libanon abgefeuerte Artilleriegranaten in der Nähe einer Stadt 32 Kilometer westlich von Damaskus eingeschlagen seien. Syrien beschuldigte die Hisbollah, Stellungen des syrischen Heeres in dem Gebiet angegriffen zu haben, und gab an, Verstärkung der Hisbollah entlang der libanesisch-syrischen Grenze beobachtet zu haben. Syrien warnte, auf jeden Angriff auf sein Territorium zu reagieren.

Die Hisbollah behauptete, Ziele in Tell al-Hamames südlich der Stadt Chiam angegriffen zu haben. Berichten zufolge feuerten die Hisbollah und der Iran Raketen auf Nordisrael ab. Es wurde berichtet, dass Einwohner von Aalma El Chaeb im südlichen Libanon Chiam in Richtung Tyros mithilfe von Eskortierungen von libanesischen Streitkräften und UNIFIL-Truppen verließen. Später gab Israel eine Evakuierungswarnung für die Bewohner von Arnoun, Yohmor, Zawtar El Charqiyeh und Zawtar El Gharbiyeh heraus.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun forderte Verhandlungen für einen „vollständigen Waffenstillstand“ mit Israel und logistische Unterstützung für die libanesische Armee, um die Hisbollah zu entwaffnen. Während der Versuche, die Hisbollah zu entwaffnen, würden der Libanon und Israel „direkte Verhandlungen unter internationaler Schirmherrschaft führen, um die Umsetzung“ der Waffenstillstandsbedingungen zu erreichen, schlug Aoun vor.

11. März 2026 Die staatliche Nachrichtenagentur Libanons berichtete über Luftangriffe in der Nacht, die später vom israelischen Militär bestätigt wurden. Daraufhin wurde eine Evakuierungsanordnung für sechs Dörfer im südlichen Libanon erlassen. Die israelischen Verteidigungsstreitkräfte bestätigten, dass der iranische Kommandeur Ali Musallam Tabaja bei den Luftangriffen getötet wurde.

13. März 2026 Das libanesische Gesundheitsministerium gab bekannt, dass ein israelischer Luftangriff ein Gesundheitszentrum in Burj Qalaouiyah getroffen. Dabei wurden zwölf Personen, bestehend aus Sanitätern, Helfern, Ärzten und Krankenschwestern, getötet und fünf verletzt.

14. März 2026 Israel setzte seine Luftangriffe im Libanon fort, auch in Gebieten außerhalb des Operationsgebietes der Hisbollah. Bei einem Luftangriff auf ein Apartment in Bourj Hammoud im Nordosten Beiruts wurde mindestens eine Person getötet und vier weitere verletzt.

15. März 2026 Israel gab bekannt, Ibrahim Ghazali am 5. März 2026 getötet zu haben. Er soll ein Hisbollah-Kommandeur und der Bruder des im Libanon geborenen Ayman Ghazali gewesen sein, der den Anschlag auf die Synagoge Temple Israel in Michigan, Vereinigten Staaten, verübt hatte.

17. März 2026 Die israelischen Verteidigungsstreitkräfte gaben bekannt, eine zweite Division in den südlichen Libanon für eine Bodenoffensive verlegt zu haben. Israel Katz erklärte, die Operation werde dem Krieg in Israel und Gaza seit 2023 ähneln. In einer gemeinsamen Erklärung sprachen sich Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada und Italien gegen eine solche Operation aus. Die Vereinigten Staaten drangen Syrien zu einer militärischen Intervention im Libanon, indem sie Truppen entsandten und gemeinsam mit den israelischen Verteidigungsstreitkräfte Stellungen im Libanon angriffen, um die Hisbollah weiter zu schwächen. Die syrische Regierung lehnte das Angebot jedoch am selben Tag ab, an dem Israel Katz die Bodenoffensive im Südlibanon erklärte. Saudi-Arabien, Katar, Ägypten und die Türkei rieten von einer Konfrontation zwischen Syrien und der Hisbollah ab.

18. März 2026 Israel führte in der Nacht am 18. März 2026 größtenteils unangekündigte großangelegte Luftangriffe im Zentrum von Beirut ohne Vorwarnung an die Bevölkerung. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden dabei mindestens 12 Menschen getötet und 41 verletzt. Staatliche libanesische Medien zufolge traf ein Angriff eine Wohnung im Stadtzentrum von Beirut, unweit der kürzlich vom israelischen Militär attackierten Filiale eines Finanzinstituts der Hisbollah. Alle am Morgen des 18. März getroffenen Gebiete liegen in der Nähe libanesischer Regierungsgebäude wie dem Finanzministerium und dem Amtssitz des Premierministers. Auch in der Bekaa-Ebene griff Israel Ziele an. Nach libanesischen Angaben wurden dabei mindestens zwei Menschen getötet und weitere verletzt.

19. März 2026 Die Hisbollah und der Iran führten koordinierte Streumunitionsangriffe auf Israel durch, die sich insbesondere gegen das Gebiet um Haifa richteten. Die Angriffe wurden mit dem Iran abgestimmt und zeitgleich mit iranischen Raketen gestartet.

21. März 2026 Zwei israelische Soldaten wurden bei einem Mörserangriff der Hisbollah in Nordisrael verwundet.

22. März 2026 Israels Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, die israelischen Verteidigungsstreitkräfte würden die an Israel grenzenden libanesischen Dörfer dem Erdboden gleichmachen und alle Übergänge über den Litani-Fluss zerstören. Nach einer Warnung zerstörte Israel die Qasmiyeh-Brücke, die wichtigste Brücke über den Litani-Fluss. Der libanesische Premierminister Nawaf Salam erklärte, die Operationen der Hisbollah würden von Offizieren der Islamischen Revolutionsgarden befehligt. Die israelischen Verteidigungsstreitkräfte berichteten von sieben verwundeten Soldaten im Libanon bei verschiedenen Vorfällen. Generalstabschef Eyal Zamir genehmigte Pläne zur „Fortführung gezielter Bodenoperationen und Angriffe“ gegen die Hisbollah und erklärte, dies werde eine „längere Operation“ sein. Das israelische Militär gab bekannt, einen Kommandeur der Radwan-Einheit der Hisbollah und zwei weitere Kämpfer bei einem Angriff im südlichen Libanon getötet zu haben. In einer Erklärung hieß es, Abu Khalil Barji sei zusammen mit zwei weiteren Hisbollah-Mitgliedern bei einem Luftangriff im Gebiet von Majdal Selem getötet worden. Am selben Tag wurde ein israelischer Avocado-Bauer durch einen fehlgeleiteten Artillerieschuss der israelischen Verteidigungsstreitkräfte nahe der israelisch-libanesischen Grenze getötet.

23. März 2026 Die israelischen Verteidigungsstreitkräfte griffen die Dallafa-Brücke im Südlibanon an, die sie der Hisbollah vorwerfen, zur Entsendung von Kämpfern und Waffen in den Kampf gegen Israel zu nutzen. Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich erklärte, Israel solle nach dem Krieg Gebiete bis zum Litani-Fluss annektieren.

24. März 2026 Die libanesische Regierung erklärte den iranischen Botschafter Mohammed Resa Scheibani zur Persona non grata und gab ihm Zeit bis 29. März 2026, Libanon zu verlassen. Als Grund wurde die fortgesetzte Einmischung Irans in die inneren Angelegenheiten des Libanon angeführt. Israels Verteidigungsminister Katz erklärte öffentlich, das Militär werde die Kontrolle über den gesamten Südlibanon bis zum Litani-Fluss übernehmen, und bekräftigte damit Smotrichs Aussagen vom Vortag. Hassan Fadlallah, ein Abgeordneter der Hisbollah, schwor, die Gruppe werde Israel bekämpfen, um die Umsetzung dieses Plans zu verhindern, und bezeichnete dies als eines der Kriegsziele der Organisation. Eine israelische Abfangrakete schoss über den Distrikt Keserwan eine aus dem Iran gestartete ballistische Rakete ab. Verschiedene Quellen des US-amerikanischen Militärnachrichtendienstes deuten stark darauf hin, dass Zypern das Ziel war.

Israel meldete, dass durch Raketenbeschuss aus dem Libanon ein israelischer Zivilist getötet und zwei weitere verletzt wurden. Der israelische Verteidigungsminister Katz erklärte, das Militär werde eine „Sicherheitszone“ bis zum Litani im südlichen Libanon kontrollieren, bis die Bedrohung durch die Hisbollah beseitigt sei. Katz zufolge könnten die 800.000 vertriebenen Menschen aus dem Südlibanon dort erst wieder hin zurückkehren, wenn „die Sicherheit der Bewohner des Nordens Israels gewährleistet ist“. Katz kündigte eine dauerhafte Präsenz der israelischen Streitkräfte auf dem Territorium des Libanon an.

25. März 2026 Am 25. März schloss sich Benjamin Netanjahu der Erklärung von Katz und Smotrich an und forderte die Einrichtung einer „Sicherheits- und Pufferzone“ im südlichen Libanon.

26. März 2026 Zwei israelische Soldaten wurden bei Angriffen der Hisbollah im südlichen Libanon getötet. Ein israelischer Zivilist kam in Nahariyah durch Raketenbeschuss der Hisbollah ums Leben. Die israelischen Streitkräfte gaben bekannt, weitere Truppen der 162. Division zu entsenden, um zwei andere Divisionen im südlichen Libanon zu verstärken und die Pufferzone in der Region zu erweitern.

27. März 2026