mini|hochkant|Hildegard Hiltmann (1961) Hildegard Hiltmann (* 15. Juni 1916 in Berlin; † 11. Mai 2004 in Müllheim im Markgräflerland) war eine deutsche Psychologin. Sie lehrte als Professorin für Angewandte Psychologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und forschte vor allem auf dem Gebiet der Psychodiagnostik.
Leben Hildegard Hiltmann studierte Psychologie an der Universität Freiburg, wo sie 1944 bei Robert Heiß mit der Dissertation Über Pervitinwirkung im Rorschachtest zum Dr. phil. promoviert wurde. Danach arbeitete sie dort an dem von Heiß geleiteten „Institut für Psychologie und Charakterologie“.Anna Lux: Wissenschaft als Grenzwissenschaft: Hans Bender (1907–1991) und die deutsche Parapsychologie. De Gruyter Oldenbourg, Berlin 2021, ISBN 978-3-11-067081-3, S. 108 (online). Sie gehörte 1946 neben Hans Bender und Heiß zu den Gründungsmitgliedern der „Forschungsgemeinschaft für psychologische Grenzgebiete“.Anna Lux: Wissenschaft als Grenzwissenschaft: Hans Bender (1907–1991) und die deutsche Parapsychologie. De Gruyter Oldenbourg, Berlin 2021, ISBN 978-3-11-067081-3, S. 102 (online). 1951 habilitierte sie sich in Freiburg mit der Schrift Die Antwortenkurve im Rorschachtest. Anschließend war sie als Heiß’ Assistentin und Universitätsdozentin tätig. 1957 wurde sie zur außerplanmäßigen und 1960 zur außerordentlichen Professorin der Universität Freiburg ernannt.Jochen Fahrenberg, Reiner Stegie: Freiburg – Zur Gründungsgeschichte der Freiburger Psychologie. In: Armin Stock, Wolfgang Schneider (Hrsg.): Die ersten Institute für Psychologie im deutschsprachigen Raum. Hogrefe, Göttingen 2020, ISBN 978-3-8017-3018-5, S. 126 (online).
1966 wurde das „Institut für Psychologie und Charakterologie“ der Universität Freiburg in „Psychologisches Institut“ umbenannt und umstrukturiert. Auf Antrag von Heiß waren Hiltmann und Bender ab Mai 1966 ihm gleichgestellte Mitdirektoren des Instituts, das nun aus drei Abteilungen bestand. Hiltmann übernahm die Leitung der dortigen Gutachten- und Beratungsabteilung, die sich mit Verkehrs- bzw. Verkehrsunfallforschung, Arbeits- und Wirtschaftspsychologie sowie Bildungsforschung befasste. 1968 folgte Hiltmanns Berufung zur ordentlichen Professorin der Universität Freiburg. Sie erhielt das Ordinariat „Angewandte Psychologie“ und war damit die erste ordentliche Professorin der Freiburger Philosophischen Fakultät. 1972 erlangte sie an der Freiburger Medizinischen Fakultät den Abschluss Dr. med. mit der Dissertation Psychologische Untersuchungen an Magersüchtigen.
1978 wurde Hiltmann emeritiert. Sie starb 2004 im Alter von 87 Jahren in Müllheim.
Forschung Hiltmann forschte insbesondere im Bereich Psychodiagnostik und Validierungsstudien psychologischer Tests einschließlich psychopharmakologischer Untersuchungen. 1951 brachte sie zusammen mit Robert Heiß das erste Handbuch zum Farbpyramiden-Test nach Max Pfister heraus.Ana Maria Jacó-Vilela, Hugo Klappenbach, Rubén Ardila: The Palgrave Biographical Encyclopedia of Psychology in Latin America. Palgrave Macmillan, Cham 2023, ISBN 978-3-03056781-1, S. 631 (online). Ihre wichtigste selbständige Publikation ist das Kompendium der psychodiagnostischen Tests (1960), welches 1962 auch auf Spanisch erschien und 1981 in einer vierten, neubearbeiteten und ergänzten Auflage. Weiterhin beschäftigte sie sich mit forensischen Gutachten, hauptsächlich zur Glaubwürdigkeit und Zeugentüchtigkeit von Kindern und Jugendlichen.
Publikationen (Auswahl) mit Robert Heiß (Hrsg.): Der Farbpyramiden-Test nach Max Pfister. Huber, Bern 1951. Verlaufsanalyse in der psychologischen Diagnostik. Huber, Bern 1953. Kompendium der psychodiagnostischen Tests. Huber, Bern 1960. mit Hermann Liebel (Hrsg.): Die Veröffentlichungen aus dem Psychologischen Institut an der Universität Freiburg i. Br., 1943–1973. Huber, Bern 1973.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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