(3675) Kemstach ist ein Asteroid jenseits des äußeren Hauptgürtels, der am 23. Dezember 1982 von der sowjetisch-ukrainischen Astronomin Ljudmyla Heorhijiwna Karatschkina am Krim-Observatorium in Nautschnyj bei einer Helligkeit von 16,5 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits vom 26. August bis 7. September 1913 mehrfach an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg sowie 1953 am Goethe-Link-Observatorium in Indiana fotografiert worden war.

Der Asteroid ist benannt in Erinnerung an Marfa Wladimirowna Kemstach (1888–1971) und Semen Stepanowitsch Kemstach (1880–1938), die Großeltern der Entdeckerin.

(3675) Kemstach wird zwar zu den Hauptgürtelasteroiden gezählt, bewegt sich aber außerhalb der Hecuba-Lücke und ist damit ein Mitglied der Cybele-Gruppe.

Wissenschaftliche Auswertung Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 für (3675) Kemstach zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 18,8 km bzw. 0,18.J. R. Masiero, A. K. Mainzer, T. Grav, J. M. Bauer, R. M. Cutri, J. Dailey, P. R. M. Eisenhardt, R. S. McMillan, T. B. Spahr, M. F. Skrutskie, D. Tholen, R. G. Walker, E. L. Wright, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier IV, S. Gomillion, A. Wilkins: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. I. Preliminary Albedos and Diameters. In: The Astrophysical Journal. Band 741, Nr. 2, 2011, S. 1–20, doi:10.1088/0004-637X/741/2/68 (PDF; 73,0 MB). Eine Analyse von Beobachtungen, die im Februar 2007 durch das japanische Weltraumteleskop AKARI im mittleren Infrarot erfolgt waren, ergab 2012 Werte für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 17 ± 1 km bzw. 0,23.T. Kasuga, F. Usui, S. Hasegawa, D. Kuroda, T. Ootsubo, T. G. Müller, M. Ishiguro: AKARI/AcuA Physical Studies of the Cybele Asteroid Family. In: The Astronomical Journal. Band 143, Nr. 6, 2012, S. 1–11, doi:10.1088/0004-6256/143/6/141 (PDF; 477 kB).

Eine spektroskopische Untersuchung von Asteroiden der Cybele-Gruppe am 22. und 23. März 1996 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (3675) Kemstach eine taxonomische Klassifizierung als S-Typ.C.-I. Lagerkvist, L. Moroz, A. Nathues, A. Erikson, F. Lahulla, O. Karlsson, M. Dahlgren: A study of Cybele asteroids. II. Spectral properties of Cybele asteroids. In: Astronomy & Astrophysics. Band 432, Nr. 1, 2005, S. 349–354, doi:10.1051/0004-6361:20041152 (PDF; 343 kB).

Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 12,196 h bestimmt werden.J. Ďurech, M. Vávra, R. Vančo, N. Erasmus: Rotation Periods of Asteroids Determined With Bootstrap Convex Inversion From ATLAS Photometry. In: Frontiers in Astronomy and Space Sciences. Band 9, 2022, S. 1–7, doi:10.3389/fspas.2022.809771 (PDF; 1,01 MB).

Siehe auch Liste der Asteroiden

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Hauptgürtelasteroid unter 50 km Durchmesser Kategorie:Cybele-Gruppe